Linden in der Friedrichstraße

Über das Schicksal von zwei Linden an Friedrichstraße 64

Die Friedrichstraße ist eine wunderbare Lindenallee im Westend. Das Blätterdach sorgt für eine gute Verschattung. Die Bäume werden von der Stadt relativ gut gepflegt. Die Stadt versichert auch, daß für die aus Krankheitsgründen entfernten Bäume Ersatzpflanzungen erfolgen.

Doch was ist mit den zwei Linden in der Allee vor dem neu gebauten Haus Friedrichstraße 64? Aufmerksame Westend-BewohnerInnen schauen genau hin. Bei einer kürzlich durchgeführten öffentlichen Begehung im nördlichen Westend (21.8.2012) mit Hilde Hess und Gisela Becker von der INITIATIVE RETTET DIE BÄUME standen die rund 15 TeilnehmerInnen unter anderem vor diesem Grundstück und fragten Volker Rothenburger, den Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, weshalb dort eine Linde in der Allee fehle. Volker Rothenburger erklärte, daß seine Behörde für die Bäume auf Privatgrund zuständig sei, nicht für die Bäume im öffentlichen Raum, entlang von Straßen oder in Grünanlagen. Zuständig sei dort das Grünflächenamt. Der Stumpf der Linde ist geblieben, der Baum war offensichtlich gesund. Neuaustriebe am abgesägten Baum zeugen von Vitalität. Und was ist mit dem wunderbaren Lindenbaum direkt vor der neuen Garageneinfahrt? Was passiert mit dem? Wie wird er von der Stadt großräumig geschützt? Wie wird der gesamte Wurzelbereich geschützt, der ja so weit reicht wie der Kronenbereich?

Wir fragten beim Grünflächenamt schriftlich an, was mit den zwei Linden vor dem Grundstück Friedrichstraße 64 sei. Von dort liegt noch keine Antwort vor. Wir fragten parallel bei der Bauaufsicht an. Herr Dettmer von der Bauaufsicht teilte uns am 6.9.2012 dazu folgendes mit:

„Unser Kompetenzbereich endet mit den Grenzen des Baugrundstücks. Für die Schnittstelle zum öffentlichen Straßenbereich ist der Bauherr selber verantwortlich. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens Friedrichstraße 64 hat uns der Bauherr durch seinen Architekten versichert, dass der Baum „vor der Einfahrt“ kein Problem sei, da die Autos einen Schlenker um ihn machen werden. Die Fahrkurven erschienen plausibel, aber wie gesagt, müssen wir da auf die Aussage des Antragstellers vertrauen.

Der abgesägte Baum war meines Wissens eine Notfällung, da er während der Baumaßnahme durch ein Fahrzeug beschädigt wurde.“

Ein Schlenker um den Baum wird die Linde auf jeden Fall vernichten. Aus Sicht der Bürgerinitiative ist es absolut erschreckend, daß die Stadt unsere wertvollen Bäume und Alleen vor Investoren nicht besser schützt. Im Westend, Myliusstraße 15, war die Fällung zweier gesunder, unter Baumschutz stehender Ahornbäume ein jüngeres, bekannt gewordenes Beispiel für Vernichtung auf einem Baugrundstück.

Nun wollen wir hören, was die Stadt zum nachhaltigen und wirksamen Schutz der Linden in der Friedrichstraße unternimmt, nachdem wir die öffentliche Aufmerksamkeit auf diesen Skandal lenkten.

Kontakt:
Gisela Becker, Emil-Claar-Str. 6, 60322 Frankfurt am Main, Tel 97205559
INITIATIVE RETTET DIE BÄUME – RETTET DIE WALLANLAGEN

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