Grüneburgpark: Sehr grosses Interesse für die Bäume

Rund 70 Personen nahmen heute an der gut dreieinhalbstündigen Begehung im Grüneburgpark mit der Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und der BI Grüneburgpark teil. Katharina Bornscheuer, Sprecherin der BI Grüneburgpark, begrüßte die Gäste wie vor ihr die Dezernentin und stellte die Forderungen der BI dar.

Von Stephan Heldmann, dem Leiter des Grünflächenamtes und von Heike Appel, der stellvertretenden Leiterin wurden bei dem Rundgang die Bäume gezeigt, die nach Ansicht des Grünflächenamtes im Rahmen des Parkpflegewerkes gefällt werden sollen, darunter Bäume unter und über 60 cm Stammumfang. Die Liste der Bäume unter 60 cm Stammumfang fehlt der BI noch, wird ihr per mail noch zugeschickt.

Bei mehreren Bäumen gab es Diskussionen über die Sinnhaftigkeit einer Fällung. Fällung, damit ein Solitär freigestellt wird, war so ein Begriff, der Kritik hervorrief. Heftig protestiert wurde bei dem vom Amt beabsichtigten Rückschnitt von Clumps und der Ausräumung von dichten Beständen im nördlichen Bereich des Parks, dienen sie doch dem Vogelschutz und dem Sichtschutz, zum Beispiel auch bestimmter sozialer Milieus. Auch und gerade die Randbäume von Bauminseln bilden ein wunderbares Blätterdach und eine gute Abschirmung gegenüber Hochhäusern. Die Gründe für einen Rückschnitt und die Entfernung von Bäumen an diesen Stellen waren vielen nicht einleuchtend.

Veto des Naturschutzbeirats
Auch der Naturschutzbeirat hatte am 31.5.2012 laut uns übergebenem Protokoll beschlossen:

„Der Naturschutzbeirat fordert die gewachsenen Strukturen des bestehenden Aufwuchses in der zentralen wallartigen Gehölzinsel zu erhalten, auf die Öffnung der ehemaligen Sichtachse soll verzichtet werden.
Alle Rückschnitt- und Rodungsmaßnahmen sind auf das notwendige Maß zu beschränken, wobei die ausstehenden artenschutzrechtlichen Untersuchungen zu beachten sind.
Weiterhin geht der Beirat davon aus, daß alle Höhlenbäume erhalten werden.
Die Information, die Geophyten seien bei der Erstellung des Parkpflegewerkes berücksichtigt worden, ist unzureichend und irreführend. Es wird eine Überarbeitung der Frühjahrsgeophytenkartierung empfohlen.“

Insgesamt gefiel der fachlich fundierte Rundgang allen sehr. Ein Teilnehmer schlug vor, daß solch fachkundige Begehungen im Park häufiger stattfinden sollten.

Intensiv nachgefragt wurde wegen der Pilze, die die Bäume im Laufe der Jahre zerstören können, wenn sie nicht genug Widerstandskraft haben. Sieben Bäume stehen deshalb unter Beobachtung. Der kürzliche Verlust der 250jährigen Blutbuche in der Parkmitte hat sehr viele Menschen betroffen gemacht.

Zum Schluß der Begehung sicherte Herr Heldmann die Nachpflanzung der bisher wegen Baumschäden gefällten Bäume zu, dieses Jahr allein 23, die letzten Jahre sogar 75 Bäume, die jetzt mit insgesamt 98 Bäumen im ökologischen Bestand fehlen. Wir dringen auf die zeitnahe Nachpflanzung, denn bislang wurde die Nachpflanzung klammheimlich bis nach einer Sanierung aufgeschoben.

Öffentlichkeitsarbeit
Die jetzige Öffentlichkeitsarbeit um die Gestaltung des Grüneburgparks ist ein wirklich positives Ergebnis einer sehr guten Strategie der BI Grüneburgpark. Zwei renommierte JournalistInnen von FAZ, Mechthild Harting, und der FR, Claudia Michels, waren heute jeweils mit Fotografen dabei, ebenso ein Journalist der FNP mit dem superengagierten Fotograf Rainer Rüffer. Danke für die Fotos! Alle drei Tageszeitungen brachten in den letzten Monaten durch Initiative der BI Grüneburgpark regelmäßig eine kritische Berichterstattung zu der geplanten Baumvernichtung wegen historisierender Blickachsen im Grüneburgpark.

Ökologisches Gutachten
Wir von der BI Grüneburgpark fordern weiterhin ein ökologisches Gutachten. Denn außer zu Vögeln liegen keinerlei Daten zur Tierwelt (Insekten, Schmetterlinge, Käfer, Eidechsen usw.) vor.

Alle vorgebrachten Argumente will die Amtsleitung erneut in die weitere Diskussion aufnehmen. Von Sichtachsen war heute nur noch im Zusammenhang mit den Clumps die Rede. Zugesagt sind jetzt von Herrn Heldmann alle Unterlagen per CD an alle, die sich an das Grünflächenamt, also Herrn Heldmann, wenden. Nur zu!

Öffentliche Veranstaltung für den Grüneburgpark
Zugesagt ist eine Veranstaltung zusammen mit dem Ortsbeirat 2 zum Grüneburgpark. Wir rechnen nach der heutigen Begehung mit einer hohen Beteiligung mit weit über 100 Personen. Wir von der BI Grüneburgpark werden als Vorbereitung für die Veranstaltung unsere Themenliste sowohl ans Dezernat als auch an Herrn Kaufmann, Ortsvorsteher vom Ortsbeirat 2, im Detail schicken.

BI Grünschnäbel

Wir haben heute unser großes Interesse für unsere Parkanlage mit den wunderbaren Bäumen und Büschen und Wiesen demonstriert.
Unsere Einwände sparen viel Geld. Sogar von der BI Grünschnäbel, die die Buga im Grüneburgpark verhindert hatte (siehe meinen Artikel), waren heute drei alte Mitkämpferinnnen (mit mir) dabei! Es tut sich was im Westend an zunehmend stärkerer Bürgerbeteiligung. Ich bin ganz glücklich darüber.

Vor allem diesen abgebildeten Baum will ich persönlich vor der Säge retten, damit das Pedersen von Günter weiter dran lehnen kann und der Ahorn vital und genügsam weiterhin genug Schatten vor den hohen Sommertemperaturen bei den enormen Klimaveränderungen spendet.

Eine Antwort zu “Grüneburgpark: Sehr grosses Interesse für die Bäume

  1. Habermann, Hans-Joachim

    Liebe Gisela,
    danke für den informativen Bericht. Ich unterstütze Eure Initiativen..
    LG Jochen

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