Abenteuer mit dem London-Spezial-Ticket

Fahrgastrechte Geld zurück wegen Zugausfall

Noch immer zahlt die Bahn nicht den vollen Preis zurück, obwohl sie einen Zug einfach ausfallen läßt. Die Geschichte: Mit dem London-Spezial-Ticket startete ich am 7.11.2012 um 15.04 Uhr von London St. Pancras, um mit dem superschnellen Eurostar bis Brüssel zu fahren und dort den unmittelbaren ICE-Anschluß um 18.25 Uhr ab Brüssel durchgehend bis Frankfurt zu nehmen. Ich wäre um 21.30 Uhr am Hauptbahnhof angekommen. So weit die Theorie. Insofern hatte ich mit dem Ticket einen Vertrag, daß die Bahn mich entsprechend befördert.

Kein Verlaß auf die Bahn, daß ICE ab Brüssel fährt

Doch im Eurostar hieß es kurz vor Ankunft in Brüssel, daß der ICE nach Frankfurt ausfalle! Wir sollten den RE nach Liège nehmen. Dort würden wir mit Bussen bis Aachen transportiert. In Aachen stehe der ICE nach Frankfurt für uns bereit. Eine Begründung für den Zugausfall wurde weder an der Zugabfahrtsanzeige in Brüssel noch mündlich vom Bahnhofspersonal in Brüssel gegeben. Einen ICE z.B. 1 Stunde später gab es nicht. Seit wann wußte die Bahn, daß sie den Beförderungsvertrag nicht erfüllen wird? Es war kein Notstand. Es war keine Hitzewelle, kein Sturm, kein Schneefall, kein Hochwasser, keine Grippewelle…

In Aachen statt ICE uninformiertes Bahnpersonal

Für die Unannehmlichkeiten entschuldigte sich an dem Abend niemand von der Bahn. In Liege standen Linienbusse(!) für uns ca. 100 Reisende bereit, die über die Autobahn mit reichlich über 100 km/h zum Aachener Bahnhof bretterten. Und dort war Schluß um 21 Uhr. Niemand am Bahnhof wußte dort Bescheid. Die Fahrgastinformation zu. Ein Bahner war gerade auf dem Nachhauseweg, als wir entgegenkamen. Er wüßte von nichts. Wir hätten eigentlich von Zugpersonal seit Brüssel begleitet werden müssen, so seine Auskunft. Er telefonierte an der Auskunfstssäule, inzwischen war ein weiterer unwissender Kollege hinzugekommen, um uns dann mitzuteilen, daß um 20.51 Uhr der RE nach Köln ginge. Dort würden wir den letzten ICE nach Frankfurt noch erreichen!

Drei Stunden Verspätung

Mit drei Stunden Verspätung waren wir in Frankfurt-Hbf, um 0.30 Uhr am frühen Morgen des nächsten Tages. Ohne Angabe eines Grundes. Ohne Gratis-Essen, ohne Gratis-Getränke. Ohne den Hinweis, daß wir die Fahrgastrechte und Fahrgeldrückerstattung in Anspruch nehmen sollten. Der Zugbegleiter knippste nur die Fahrkarten.

Schon bei der Hinfahrt bis Paris über eine Stunde Verspätung

Die Hinfahrt nach London machte ich über Paris. Auch da fuhr die Bahn wegen Zugwechsels in Saarbrücken und Oberleitungsschaden vor Paris 80 Minuten Verspätung ein. Dafür erhalte ich nur 25 % des Reispreises zurück. Den Ärger wegen geplatzter Verabredungen habe ich alleine.

Online-Formular zur Fahrgelderstattung

Ich habe mich nun hingesetzt und die Verspätungs-Eingaben für beide Strecken online gemacht. Ich muß das Formular ausdrucken, unterschreiben und mit den Originalbelegen einreichen. Nicht alle Geschädigten werden das wissen und das durchführen. Darauf spekuliert die Bahn, daß die Kunden nicht ihr Geld zurückfordern. Lediglich 50% des Reisepreises habe ich für die von der Bahn völlig unprofessionell durchgeführte Rückfahrt zu erwarten. Für Bemerkungen ist auf dem Formular kein Platz vorgesehen. Die muß ich extra anhängen. Angeblich fordert die Bahn ihre Reisenden zu Verbesserungsvorschlägen auf.

Eine Antwort zu “Abenteuer mit dem London-Spezial-Ticket

  1. Am 11.12.2012 sind 50 % des Reisepreises London – Frankfurt sowie 25 % des Reisepreises von Frankfurt – Paris auf meinem Konto gutgeschrieben. Das ist korrekt im Zuge der Fahrgastrechte.