Grüneburgpark Spaziergang an einem Dienstag im November – Baumpflegeschnitt – tiefe LKW-Spuren

Noch immer Graffiti am Eingangschild – Amt und Senckenberg desinteressiert

Heute, Dienstag, ist eine heller Sonnentag. Schon am Morgen um 8 Uhr schaffe ich es, durch den beliebten Grüneburgpark zu spazieren und mich an dem leuchtend gelben Laub zu laben. In das gelbe Farbenspiel der Blätter an den Bäumen und auf den Wiesen einzutauchen. Buchen, Ahorn und Eichen sind noch kräftig belaubt, auch die Lärchen tragen noch ihre gelben Nadeln. Eine gewöhnliche Roß-Kastanie mit der Kataster-Nr. 563 (aesculus hippocastanum) hat auch noch leuchtend gelbes Laub und ist anscheinend widerstandsfähriger gegen die Miniermotte als viele ihrer Schwestern. Mit der Kamera halte ich meine Eindrücke wie in einem Tagebuch fest.

Die Wiesen sind vom Tau grau, der leichte Frost macht das daraufliegende Laub knistrig, als ich drüber laufe. Unsere rot-weißen Bänder hängen noch an denjenigen Bäumen, die auf der Fällliste des Grünflächenamtes stehen. Bei der Begehung am 6. Oktober 2012 hatte die Umweltdezernentin trotz gegenteiliger Beteuerung, daß keine gesunden Bäume gefällt werden, uns 49 Bäume gezeigt bzw. zeigen lassen.

Dicke LKW-Spuren hinterlassen Morast auf den Wegen. Auch auf Wiesen sind dicke, tief eingesenkte LKW-Spuren. An den Stellen der in diesem Sommer gefällten 22 alten Bäume ist das Wurzelholz geschreddert und der Boden gelockert, so daß dunkle Erdhaufen im Park an den Orten der einstmaligen Bäume sind. Noch sehe ich auch heute keine einzige Nachpflanzung und habe keine offizielle Information dazu.

Im mittleren Teil des Parks steht ein LKW der Firma Cramer aus Hagen in Nordrhein-Westfalen mit einer Arbeitsbühne. Ich frage bei den zwei Männern nach, was sie tun. Sie schneiden nach und nach die trockenen Äste aus den Kronen, so sei ihr Auftrag. Gerade sind sie bei der Esche Nr. 317 in Vorbereitung des Schnitts. Ich mache eine Aufnahme, um nach dem Schnitt einen Vergleich zu haben. Unter Bäumen im südlichen Teil liegen bereits abgesägte Äste, nicht allzu große Haufen, Arbeit vermutlich dieser Firma. Ein Mann mit einem Klein-LKW des Grünflächenamtes ist gerade dabei, mit einem Greifer Asthaufen aufzuladen.

Ich verstehe bei einer Eiche nicht, warum alle unteren gesunden Äste entfernt wurden, die noch dort liegen. Ich liebe Bäume mit Ästen, die sich zum Boden neigen. Aber ein Aststummel von ca. 20 cm Länge ist in 2,50 m Höhe am Stamm geblieben. Eigentlich wird auf Stamm geschnitten, damit an vertrocknenden Astresten keine Schadpilze ansetzen. Außerdem ist an einem anderen Baumstamm, einer Robinie, verdächtig viel Efeu geblieben, vor allem im Wurzel- und unteren Stammbereich, so daß der Efeu wieder kräftig austreiben kann. Da scheint mir das Pflege- und Schnittkonzept nicht zu stimmen.

Dennoch: Wenn jetzt Jahr für Jahr Routine-Pflegemaßnahmen am Baumbestand erfolgen, ist das teure „Sanierungskonzept“ (3,4 Millionen Euro insgesamt) des Grünflächenamtes obsolet. Das spart viel Geld und viel Ärger mit der Bevölkerung.

Ärgerlicher und unärgerlicher Radverkehr im Park

Einige Radfahrerinnen und Radfahrer queren den Park. Als einer hinter mir klingelt, werde ich wegen der Klingelei wütend. Vor mir ist gerade eine Engstelle mit Wasserpfützen und Morast. Ich sage zu dem Drängler: „Radfahrer sind im Grüneburgpark nur zu Gast. Sie werden geduldet“. Er wütend zurück: „Das ist eine dumme Lüge.“ Ich bin selbst Alltags-Radlerin und fahre auch gern durch Frankfurter Parkanlagen. Doch FußgängerInnen aus dem Weg zu Klingeln würde mir niemals einfallen. Den aggressiven Radfahrer fehlt es an Respekt vor dem Fußverkehr.

Graffiti an Senckenberg-Stelltafel bleibt Dauerärgernis

Am Eingang Siesmayerstraße schaue ich wieder nach der Stelltafel von Senckenberg. Noch immer ist sie nicht gesäubert und voller Graffiti. Weder das Grünflächenamt noch Senckenberg kümmern sich drum, obwohl ich beide Institutionen schon mehrmals angeschrieben habe. Solange dieses Schild einen solch ungepflegten Parkeingang markiert, nehme ich die Leitung des Grünflächenamtes nicht ernst, daß sie auf einen schönen, denkmalgeschützten Grüneburgpark Wert legen würde. Die Luft im südlichen Bereich des Grüneburgparks und entlang dem Palmengarten ist für mich an diesem Morgen nicht sauber, es riecht nach Brennmaterial und Abgasen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s