Themse-Schifffahrt und London Skyline

Tower Bridge Docklands Greenwich
Ein Höhepunkt meines einwöchigen Aufenthalts in London im November ist eine Schifffahrt auf der Themse. Die habe ich mir zum Geburtstag gewünscht. Es sind moderne Boote auf dem Fluß unterwegs. Mit einer Travelcard wird der Fahrpreis niedriger. Wir steigen bei der Station Tower unterhalb der Tower Bridge ein und fahren eine gute Stunde nach Greenwich und dann wieder zurück und weiter ganz touristisch mit demselben Boot zur Station Westminster. Eine Bootsfahrt ist ideal für unseren Familienausflug.

Der Novembertag ist trocken und nicht allzu kalt und einigermaßen sonnig mit weißen Wölkchen am Himmel, ideales Fotowetter. Die Themse hat Ebbe und Flut und wir haben das Glück, daß Flut ist, so daß das Wasser bis ans Ufer reicht und nicht morastige, breite Uferbänke zu sehen sind. Das macht den Fluß breiter und mächtiger. Ich bin neugierig, wie vom Schiff aus die Bauwerke entlang dem Fluß, die Hochhaus-Skyline der europäischen Finanzmetropole London sowie der große Fluß auf mich wirken. Es ist zu vergleichen mit Hamburgs neuer Hafennutzung, sagen viele. Der durch den Klimawandel steigende Wasserpegel ist bei der Nutzung und den Baumaßnahmen hoffentlich mit bedacht worden ebenso wie Hochwasser nach Sturm und starken Regenfällen. Die Fahrt auf dem Fluß Thames verschafft mir ungemein starke Eindrücke, von denen ich viele mit der Kamera einfange.

Fotos Gisela Becker

Sehenswert ist die gesamte Uferbebauung. Aus den Häusern im Hafen, die ursprünglich gewerblich für den Warenumschlag und als Lagerhäuser genutzt wurden, entstanden im Laufe der letzten Jahrzehnte durch Umwandlung viele Wohnhäuser mit teuren Eigentumswohnungen, die durch eine Vielzahl von Neubauten ergänzt wurden. Wohnen am Fluß ist das prägende Motto. Bürobauten und andere gewerbliche Nutzungen mit ihren Arbeitsplätzen sind dazwischen. An den Häuserfronten steht zum Beispiel „Metropolitan Wharf“, „New Crane Wharf“, „Gun Wharves“. Oft ist es eine sehr dichte Uferbebauung, manchmal eine aufgelockerte Architektur, sehr abwechslungsreich.

Von Berufskollegen, die eine Dienstreise nach London gemacht haben, hatte ich viel über die vielen Neu- und Umbauten im ehemaligen Hafengebiet gehört, dem Wirtschaftszentrum der Stadt entlang der Themse, und daß dort Wohnen am Fluß zunehmend attraktiver wurde. In den Jahren 1967 bis 1981 waren die „Docklands“ größtes Sanierungsgebiet der Stadt.

Spaziergang Borough Market zur Tower-Bridge
Vor der Bootsfahrt sind wir am Südufer der Themse von der London Bridge und dem sehr sehenswerten Borough Market bis zur Tower Bridge auf der breiten Fußgängerpromenade entlangspaziert. Kein Auto, kein Autolärm, keine Autogefahren – kinderfreundlich, einfach wunderbar. Die Town Hall (Rathaus) wirkt aus der Nähe grau und anansehnlich und ist durch die Komplettverglasung ohne Rückzugsmöglichkeiten für die dort Berufstätigen. Aus der Ferne ist es hervorstechende moderne Architektur (Architekten Fosters und Partners). Das dort am Südufer der Themse liegende Kriegsschiff (Museum) ist ein imposanter Koloß. Östlich der Tower-Bridge schließt sich unmittelbar das neue Wohnviertel an, das in alten umgewandelten Hafenhäusern entstanden ist. Wir spazieren entlang der Fußgängerzone und der autofreien Flußpromenade. Es gibt einige Restaurants und ein Museum.

Wann war ich jemals in London? Mit 14 Jahren einen Tag mit der Schülerinnen-Austauschfamilie, bei der ich in Kent wohnte. Mit ihr „machte“ ich die bekannten Sehenswürdigkeiten wie Tower Bridge, Tower, Westminster Abbey, Houses of Parliament, Big Ben, Trafalgar Square, Buckingham Palace, Hyde Park Corner. An diese touristischen Highlights von London kann ich mich erinnern, daß wir sie damals ansahen, obwohl seitdem mehr als 50 Jahre vergangen sind. Deshalb ist London für mich im November 2012 „neu“ zu entdecken.

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