Was ist der Unterschied zwischen Kahlschlag und „Intensivreinigung“?

Droht Kahlschlag rund um den „Ginnheimer Spargel“?

In den Stadtnachrichten auf www.frankfurt.de (unten im Wortlaut angehängt) lese ich gerade, daß rund um den Fernmeldeturm in Ginnheim die Motorsäge in den öffentlichen Grünflächen angesetzt werden soll. In den letzten Jahren bedeutete das für die Grünanlagen, was die naturliebende Bevölkerung als „Kahlschlag“ bezeichnet. Vom Grünflächenamt werden Fremdfirmen beauftragt, die Bäume und Sträucher nicht von fachkundigem Personal sondern von ungelernten Billigarbeitskräften mit Motorsäge kaputt machen. Die billigsten Firmen bekommen den Auftrag. Das ist Sparen an der Natur.

Naturliebhaber/innen sind entsetzt über den naturwidrigen Umgang mit dem öffentlichen Grünbestand. Der Begriff „Intensivreinigung“ klingt nach Chemie und nicht nach ökologischer Pflege. Intensivreinigung klingt auch so: Weg mit dem Grün, damit wir die nächsten 10 Jahre keinen Ärger mehr damit haben. Der Laubfall ist ja ein solches Desaster, nur Arbeit.

So fordert die BI Grüneburgpark für den Landschaftsschutzpark Grüneburgpark ein ökologisches Pflegekonzept, dem eine ökologische Bestandsaufnahme zugrunde liegt. Das wurde bisher vom Umweltdezernat verweigert. Der Ärger der Naturliebhaber/innen, die einen sanften Umgang mit der Natur fordern, ist dem Umweltdezernat weiterhin egal. Das kann also nur schiefgehen.

Nachgefragt:
Wird diesmal das Grünflächenamt die Bevölkerung gründlich informieren über das Vorhaben, d.h. im Ortsbeirat, in klaren Presseveröffentlichungen und eigenem Informationsblatt? Wird das Grünflächenamt im zuständigen Ortsbeirat 2 Rede und Antwort stehen? Wird eine Firma gewählt, die sorgsam mit Grün umgeht? Oder wird wie üblich naturwidrig alles Laub, das den Boden Sommer und Winter schützend bedeckt, entfernt, sozusagen stuben- oder besenrein? Wird es ein Beschwerdetelefon geben? Diese Fragen stellen sich mir aufgrund der schlechten Erfahrungen der letzten Jahre mit dem Grünflächenamt und den beauftragten Firmen.

Hier der Wortlaut der Presseveröffentlichung durch pia, dem Presse- und Informationsamt der Stadt:

„23.11.2012
Trockenholz und überstehende Äste werden zurückgeschnitten
Gehölz- und Heckenschnitt an den Kleingärtnervereinen am Fernmeldeturm

(pia) Im Winterhalbjahr 2012/2013 muss in den öffentlichen Grünanlagen, die an die Flächen von verschiedenen Kleingartenvereinen am Fernmeldeturm angrenzen, ein Gehölzrückschnitt erfolgen. Während dieser Arbeiten wird am Baumbestand vor allem Trockenholz entnommen. Bei einigen Bäumen ist außerdem ein Kronenschnitt erforderlich. Überständige Gehölze werden im erforderlichen Umfang zurückgeschnitten. Teilweise ist der Rückschnitt mit einer Intensivreinigung vebunden. Rodungen werden nicht vorgenommen.“

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