Auf dem Main nach Fechenheim

Leinpfad mit neuen Pappeln und alten Erinnerungen

Mit der „Maria Sibylla Merian“, dem neuen Fahrgastschiff auf dem Main, fuhren wir am Mittwoch, den 26. September 2012 auf Einladung des Grünflächenamtes vom Eisernen Steg nach Fechenheim und am frühen Abend zurück. Grund für die Schiffsreise war, daß das Grünflächenamt einen Grund zum Feiern darin sah, daß im Fechenheimer Mainbogen die Ufer-Promenade des Leinpfads neu angelegt worden war zusammen mit der Pflanzung junger Pappeln. Jahrelang war über die Notwendigkeit der Fällung der alten Pappeln gestritten worden. Ein Kompromiß wäre gewesen, neue Pappeln zwischen alte Pappeln zu setzen. So hätten Tiere weiterhin Baumhöhlen zur Verfügung gehabt.

Es war ein ziemlich düsterer Tag, der 26.9.2012, kein Fotowetter. Einladung und Termin waren in der Tagespresse veröffentlicht, kein Obulus fällig.Nur wenige Menschen, ca. 100, nahmen auf dem Schiff teil, so daß ich vom „Betriebsausflug des Umweltamtes“ sprach. Dabei war ich bei der Anmeldung darauf hingewiesen worden, daß nur noch Platz auf dem Oberdeck sei. Mit vier Freundinnen machte ich die Schifffahrt an einem Tisch auf dem verglasten Hauptdeck mit und sah mir vor Ort das neue Erscheinungsbild der Allee an. Ich kannte ja die alte Allee sehr gut und verstand auch aus der Entfernung nicht – ich wohne in der Innenstadt –, warum nicht der Kompromiß gewählt worden war. In Fechenheim selbst waren auch nicht die Menschenmassen da, die vor Freude hätten juchzen sollen. Die Begeisterung für die Anpflanzung junger Pappeln nach Fällung der alten, stolzen Bäume hielt sich also in Grenzen. Es war somit ein kleines Fest mit Dankesreden, Speis und Trank, Informationstafeln und Umweltbroschüren. Die Kosten des gesamten „Betriebsausflugs“ hätten mich interessiert. Im Grunde sollte das bei jeder Einladung im Rahmen transparenter Information angegeben werden. Es handelt sich ja um Steuergelder.

Fotos Gisela Becker

Gut gefiel mir ein Kunstwerk am Leinpfad kurz vor dem Weinbergsteg. Das Kunstwerk zeigt die Sicht auf Alt und Neu. Es ist ein Metallrahmen, ein zweigeteilter Bilderrahmen. Im oberen Teil ist die Sicht auf die jetzige Pappelallee mit den jungen Bäumen frei, also die freie Natur. Im unteren Teil ist ein Foto der alten Pappelallee.

Mit zwei anderen ADFClern interessierte ich mich für die Radverkehrsführung auf dem neu gebauten Weg. Am neuen Weg ist das Fußwegschild, somit Radfahren verboten. Kurz vor dem Weinbergsteg über den Main darf wieder Rad gefahren werden. Der Zugang ist über die Straßenbahnschienen durch Drängelgitter hindurch. Ob das wirklich radlerkonform ist? Ich glaube eher nicht. Es wird Radverkehr auf dem Fußweg geben mit dem entsprechenden Geschimpfe. Gemeinsamer Geh- und Radweg wäre meiner Ansicht nach besser, denn das entspricht den Bedürfnissen..

Die Schifffahrt war wie immer ein Erlebnis.

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