„Keine Baumfällungen für Quartiersgarage!“ alarmiert die BI heute zum Protest

Untere Naturschutzbehörde und Naturschutzverbände für Höhlenbäume und Fledermausschutz nicht sonderlich engagiert – Kein Stadtverordnetenbeschluß zur Fällung von 10 Bäumen auf Glauburgschulhof vorhanden

Heute paßt die BI contra Quartiersgarage Glauburg auf und ist in Alarmbereitschaft. Sobald eine Baumfällfirma anrollt, wird eine Telefonkette die Nachbarschaft alarmieren, die sich am Freitag beim BI-Treffen im Relax auf die Liste gesetzt hat, um die Bäume aktiv zu schützen. Das Hessen-Fernsehen war am Freitag zur Dokumentation da und wird auch heute vor Ort sein, heißt es.

Naturschutzbehörde und Naturschutzverbände nicht verläßlich engagiert

Ein Hilfeersuchen der BI an Naturschutzverbände, sozusagen in letztet Minute wegen möglicher Fledermaushöhlen in den dicken alten Bäumen eine einstweilige Anordnung zu erreichen, wurde von allen abschlägig beschieden. Sie engagieren sich auch nicht im Vorfeld, wie sich bei dieser Vernichtung von altem Baumbestand wieder mal zeigt. Die Untere Naturschutzbehörde UNB), die eigentlich als Schutzbehörde von Bäumen mit Baumhöhlen vermutet wird, nimmt ihre Aufgabe so wahr: Sie inspiziert die Bäume von unten, entdeckt sie eine mögliche Baumhöhle, wird mit Kamera genauer geguckt. Ist kein Tier drin, wird die Höhle verschlossen. Das macht auch das Grünflächenamt so und erstattet lediglich Meldung an die UNB. So geschehen in den Wallanlagen, Hier der Textauszug aus der Magistratsvorlage M 3 vom 9.1.2012 dazu:
„Bei der Winterlinde; Nr. 7, handelt es sich um einen kartierten Höhlenbaum (Nr. 2511) für Fledermäuse. Er ist nach BNatSchG besonders geschützt. Auf Anregung des Grünflächenamtes hat der Bauherr Experten zur Baumhöhlenkontrolle beauftragt. Bei der Kontrolle der Baumhöhle wurde weder ein Fledermausbesatz noch ein Besatz durch andere Baumhöhlennutzer in der Baumhöhle festgestellt. Die Höhle wurde von den Experten verschlossen, um eine spätere Besiedlung auszuschließen. Die Untere Naturschutzbehörde wurde informiert.“

Hans Riebsamen hat in der FAZ am 3.1.2013 in seinem demagogischen Artikel „Wutbürger gegen Quartiersgarage“ unter Beweis gestellt, wie schlecht er informiert ist. Es seien 6 Bäume, die gefällt werden, so wie es in der Magistratsvorlage M 171 vom August 2012 stehe. Die BI behaupte, es seien 16 Bäume. Ja, Herr Riebsamen, die 10 Bäume auf dem Schulhof haben Sie nicht dazu gezählt! Das teilte ich Herrn Riebsamen in einer email letzten Freitag mit. In der Regel korrigiert er seine falschen Angaben nicht und informiert deshalb auch die FAZ-LeserInnen schlecht.

Kein Stadtverordnetenbeschluß zur Fällung von 10 Bäumen auf dem Glauburgschulhof

Tatsache ist, daß es zur Fällung von 10 Bäumen auf dem Schulhof keine Magistratsvorlage gibt! Ergo hat der Ortsbeirat nicht über 16 Bäume insgesamt sondern über die 6 Alleenbäume debattiert. Es gibt also weder einen OBR-Beschluß noch einen Stadtverordnetenbeschluß über die 10 Bäume im Schulhof. Darüber hätte Herr Riebsamen von der FAZ berichten müssen statt über die richtige Darstellung der BI contra Quartiersgarage zu polemisieren.

Als ich letzte Woche im Umweltdezernat nachfragte, wo der Bescheid der Unteren Naturschutzbehörde zu möglchen Baumhöhlen für die 16 Bäume sei, wurde mir folgendes mitgeteilt:

„Im Zusammenhang mit dem Bau der Quartiersgarage auf dem Gelände der Glauburgschule sind auf dem Grundstück insgesamt 10 Bäume zur Fällung vorgesehen. 7 Baumfällgenehmigungen sind dabei von der UNB bereits im Juli 2011 erteilt worden, die anderen drei fallen nicht unter die Baumschutzsatzung. Zu diesen Bäumen gab es bereits eine Sichtkontrolle des Umweltamtes, wonach keine belegten Baumhöhlen festgestellt wurden; eine weitere Sichtung fand nochmals gestern mittag statt. Um aber Fledermäuse als Baumhöhlenbewohner gänzlich auszuschließen, werden vor der Fällung nochmal – ggf. auch mit einer entsprechenden Höhlenkamera – die großen Bäume untersucht.
Des Weiteren sind im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben sechs Bäume im öffentlichen Straßenraum zu fällen. Auch hier erfolgt im Vorfeld der Baumfällungen eine zusätzliche Überprüfung der in Frage kommenden Bäume über Hubsteiger und ggf. Höhlenkamera.
Bei dem Bauvorhaben wurden die Belange des Artenschutzes, wie bei derartigen Baumaßnahmen üblich, selbstverständlich berücksichtigt. Ein spezielles Artenschutzrechtliches Gutachten existiert nicht, weder für die auf dem Grundstück, noch im Straßenbereich befindlichen Bäume.“

Welche Schlußfolgerungen sollten nun daraus gezogen werden, frage ich. Ich forderte die Umweltdezernentin auf, heute vor Ort zu sein, falls es zu Baumfällungen kommt.

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