Langlauf macht Spaß – SchneeUrlaub in Frankfurt

Am Morgen ruft L., eine Freundin, an. „Ist das nicht toll mit dem Schnee? So richtig schön. Alles weiß?“ Ich bestätige ihr das gern, bin von der Frankfurter Schneelandschaft begeistert. Ich erzähle L.: „Nachts um drei Uhr war ich hellwach und schaute raus. Überall lag frischer Schnee. Da plane ich heute Langlauf ein.“ L. sagt dann noch: „Ich war schon einkaufen. Doch zur Sauna gehe ich heute nicht. Die Straßenbahn und die U-Bahn sind heute wegen des Schnees nicht pünktlich. Dann warte ich und hole mir eine Erkältung.“ Wir unterhalten uns über die Politik. „Mit einem Sitz mehr werden SPD und Grüne in Niedersachsen regieren. Wie kommt es, daß die FDP überhaupt noch existiert? Und Stimmen hinzugewonnen hat? Mit Rösler, mit Brüderle? Es ist nicht zu verstehen.“ Wir verstehen uns, diskutieren viel über nationale und internationale Politik.

Dann packe ich um 14 Uhr die Langlaufschier mit den Stöcken, die Schuhe habe ich schon an und gehe zur U-Bahnstation Grüneburgweg bei mir in der Nähe. 2,60 Euro berappe ich für das Ticket bis zur Station Heddernheim. Der Preis tut immer weh. Und unten in der Gruft der Station? Da heißt es, man möge Verständnis haben, daß die Bahnen nicht pünktlich verkehren, weil es wetterbedingt zu Schwierigkeiten kommt. Auch auf der digitalen Anzeige läuft dauernd, daß es zu Verspätungen kommen werde, weil …Dann kommt endlich die U8 bis Riedberg, voll besetzt, ich kann alle Bahnen bis Heddernheim nehmen, so ist es mir egal mit den Verspätungen einzelner Züge. In der Bahn sehe ich einen Bekannten: Matthias Arning, früher mal Frankfurter Rundschau, Chef der Lokalredaktion, dann Referent der ex-OB Petra Roth (seine Artikel waren entsprechend regierungsfreundlich), nun bei der ABG Frankfurt Holding. Guten Tag.

In Heddernheim steige ich aus und wandere zur Nidda. Dort starte ich zu einer wunderbaren Schitour durch das toll verschneite Niddatal und finde mich zwischen den Bäumen wie im Taunus, nur daß die Nadelbäume fehlen. Es rutscht phantastisch mit den Schiern. Allmählich bekomme ich meinen Laufrhythmus und Schwung. Es ist ein Jahr her, daß ich auf Langlauf-Schiern unterwegs gewesen bin. Dann peile ich mutig an, daß ich bis zum Grüneburgpark laufen will. Drei Mal muß ich die Schier abnehmen, weil unter den Brücken und der Bahnunterführung kein Schnee liegt. Dann krieg ich die Schier nicht mehr an, weil die Scharniere den Geist aufgegeben haben. Nach vielen Versuchen und vielen tröstenden Worten von anderen Wanderern packe ich die Schier unter den Arm und laufe in gut 30 Minuten nachhause.

Nun ist mindestens eine neue Schi-Bindung, wenn nicht neue Langlauf-Schier fällig.* Denn ich will in Frankfurt die Gelegenheit nutzen, Urlaub ohne Koffer zu machen. Und was ist besser als Schi-Urlaub, sobald die minimale Schneehöhe erreicht ist? Nur wenige nutzen in Frankfurt den Schnee zum Langlaufen, obwohl das Niddatal und der Stadtwald und natürlich der Taunus gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

* Nachbemerkung: Habe beide Scharniere mit Öl wieder gefügig gemacht. So war heute mein 2. Langlauftag ohne technische Probleme möglich.

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