ImmobilienMafia meldet sich mit „Stadtwerke“

Ein Bekannter, der im Westend wohnt, erzählte mir kürzlich: „Stell dir vor, ich erhielt vor paar Tagen einen Anruf, wo sich ein Mann von den Stadtwerken meldete. Es seien Kanalarbeiten zu machen und er brauche deshalb die Telefonnummer des Verwalters oder des Hauseigentümers. Ich gab sogar Auskunft. Und nachher dämmerte mir, daß er sich nicht mit Namen gemeldet hatte und seine Nummer unterdrückt war und gar keine Kanalarbeiten anfallen, da die Straße vor nicht allzu langer Zeit grundsaniert worden war. Ich hatte den unbekannten, von der Stimme her jungen Mann, noch gefragt, woher er meine Telefonnummer habe. Aus dem Telefonbuch, hatte er geantwortet. Üblicherweise frage ich nach dem Namen und der Telefonnummer des Anrufers. Weil ich in Eile war, und ich zunächst mal glaubte, daß es mit dem Anruf seine Richtigkeit habe, vergaß ich das.“
Ich fragte: „Und wie ging es weiter?“
Er: „Der Anruf beschäftigte mich den ganzen Tag und immer wieder. Ich überlegte, daß eine städtische Gesellschaft, die Stadtwerke, die notwendigen Daten vom Liegenschaftsamt bekommt, so daß ein solcher Anruf dubios ist.“
Ich: „Was hast du dann gemacht?“
Er: „Ich habe mich noch am selben Tag an die Stadtwerke gewandt und habe von dem mysteriösen Anruf in einer elektronischen mail (email) erzählt und um Antwort gebeten.“
Ich: „Hast du eine Reaktion der Stadtwerke erhalten?“
Er: „Ja, eine Mitarbeiterin der Stadtwerke rief mich an. Sie nannte mir ihren Namen, den ich notierte, ebenso wie ihre Telefonnummer. Sie wolle in der Rechtsabteilung nachfragen, ob daraus eine Pressemeldung als Warnung an die Öffentlichkeit gemacht werde.“
Ich: „Hast du die Stadtwerke-Entscheidung erfahren?“
Er: „Ja, die Mitarbeiterin rief mich wieder an und teilte mir mit, daß die Stadtwerke keine Warnung heraus geben. Auch wegen mißbräuchlicher Verwendung des Namens werde seitens der Stadtwerke keine Anzeige erstattet. Interessant war, daß die Stadtwerke mir keine schriftliche Stellungnahme schickten, obwohl ich extra darum gebeten hatte. Somit gibt es keine Akte dazu. Welchen Stellenwert haben Telefonate? Keinen. Wenn ich jetzt Anzeige aus allen rechtlichen Gründen erstatte, verläuft das dann im Sande. Und die ImmobilienMafia kann so weiter machen. Sie sparen sich ja die Auskünfte vom Liegenschaftsamt, die sie bezahlen müßten. Direkt um die Ecke ist eine ImmobilienFirma, die wahrscheinlich versucht, sämtliche GründerzeitHäuser im Westend in ihre SpekulationsBlase zu bekommen.“
Ich: „Das trifft sicherlich auf alle GründerzeitViertel zu, also auch auf Sachsenhausen, Nordend, Bornheim, Bockenheim, Dornbusch usw. Denn die HauseigentümerInnen sind oft alt und es ist die Verkaufs- oder Erbfrage zu klären. Das verspricht viel Profit für ImmobilienUnternehmen, ohne viel Arbeit zu haben. Da ist jedes Mittel recht.“

Es stand in der Zeitung: „Falsche Mainova-Mitarbeiter unterwegs“ (FR 30.1.2013). „Polizei warnt vor Betrug per Mail. Täter täuschen Notlage vor und bitten ihre vermeintlichen Freunde und Bekannten um Geld“ (FR 6.2.2013). Doch von den Stadtwerken kann nichts in der Zeitung stehen, denn die unterlassen die Meldung an die Öffentlichkeit. Auch das ist dubios. Dubiose Telekom-Mitarbeiter sind von Haus zu Haus unterwegs, um fragwürdige Beratungsgespräche und Vertragsabschlüsse zu bekommen.

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Eine Antwort zu “ImmobilienMafia meldet sich mit „Stadtwerke“

  1. Oh..auf so was wäre ich nicht gekommen…

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