„Klima wandelt Stadt“ – Ideen von Studierenden für Frankfurts Begrünung und Beschattung

Diese Aufgabenstellung „Klima wandelt Stadt“ haben Studierende im Rahmen eines Wettbewerbs zur Konstablerwache auf innovative Weise gelöst. Die Ausstellung im Stadtplanungsamt habe ich mir gestern eingehend angesehen und festgestellt, daß mir ausgerechnet die nicht gekürten Vorschläge gut gefallen. Fünf Entwürfe wurden von der Jury ausgewählt. Warum? Ich weiß es nicht. Es gibt keine Begründung, keinerlei Flyer, bei der Ausstellung (Ende 28.2.2013). Die Pförtner waren mir sehr behilflich, doch Flyer gibt es keine.

Zurück zu den Bäumen auf der Zeil und anderswo

Interessant ist die Planung nicht für die Konstablerwache, denn dort soll der äußerst beliebte Bauernmarkt Donnerstag und Samstag bleiben, sondern prinzipiell. Denn es gibt viele Stadtflächen, darunter viele neu gebaute mißglückte (rausgeschmissenes Geld!) der letzten Jahre, die nun eine intelligente Klima- und Grünauffrischung brauchen, die mit Bürgerbeteiligung zustande kommt. Bisher wird in jahrelanger Ignoranz gegen Bürgerwünsche geplant und gehandelt. Zur Klima-Umplanung gehört die Zeil, denn dort wurden viele Platanen für die 12 Millionen Euro teure Verschlechterung entfernt. Diese baumlosen Flächen werden im Sommer knallheiß. Sie brauchen Schatten. Was eignet sich besser als Bäume? Also – zurück zu den Bäumen.

Weitere große Flächen sind die Platzfolge Rathenauplatz, Goetheplatz und Roßmarkt. Sie sind karg, grau, ungemütlich, im Sommer durch das schwarz-graue Kopfsteinpflaster sehr aufgeheizt. Was würde sich besser eignen als Bäume, Lavendel und Rosen und sonstige Begrünung? Und mehr Wasser, als im Sommer kärglich auf dem Rathenauplatz plätschert. Ein Trinkwasser-Spender gehört dazu. Paris hat das.

Olaf Cunitz als Klimaschützer???
Es wäre eine Aufgabenstellung an Olaf Cunitz, Bürgermeister und Planungsdezernent, der bei der Preisverleihung dabei war, „die planerischen Ansätze der Studierenden in zukünftige politische Entscheidungen einzubeziehen“, wie es in der Presseerklärung der LEG heißt. Wird er, wird sein Amt, wird die Stadt das wirklich machen? Ein Stadtverordnetenbeschluß sollte dazu her!

Der Klimaplanatlas von Frankfurt, der in der Ausstellung aushängt, ist der Hintergrund für dringend notwendige Klima-Maßnahmen. Für die Konstablerwache gibt es von den Studierenden Untersuchungen zu Klima, Temperatur, Wind, Beschattung usw., die in farbigen Grafiken dargestellt sind. Sie bilden die Basis für kreative grüne Ideen und Visionen der Gestaltung, die als Bild wunderbar anzusehen sind. In anderen großen Städten ist derlei schon mannigfaltig ausprobiert worden.

Klimaaspekte bei öffentlichen Flächen geringgeschätzt
Wie sehen die Klima-Werte für die anderen öffentlichen Flächen in der Stadt aus? Wo besteht vordringlicher Handlungsbedarf? Mit welchen Maßnahmen, finanzierbaren Maßnahmen, ist was zu erreichen? Wo finden große Entsiegelungsaktionen von Straßenflächen statt, worauf dann Bäume gepflanzt werden? Wird von der Stadtregierung, dem Stadtparlament und den Ortsbeiräten in allen Stadtteilen, Vorgärten, Hinterhöfen auf viel Grün, viel offener Boden, viele Bäume und gute Durchlüftung geachtet? Das genaue Gegenteil ist der Fall.

Zu der neuen, autogerechten, klimafeindlichen Pflasterung im südlichen Eingangsbereich des Palmengartens steht hier im blog allerhand Kritik (Suchwort rechte Spalte unten Palmengarten). Die Fläche am Kopf der Palmengartenstraße ist hinzuzurechnen, ein garstiger, grauer Unplatz.

Deshalb ist die Ausstellung „Klima wandelt Stadt“ zur Konstablerwache für Frankfurt Nonsens. Niemand der Herrschenden lernt daraus. Studierende erarbeiten Planungen, die von vornherein nicht umgesetzt werden. Für die Platzfolge Roßmarkt usw. wären es dagegen echte, brauchbare Studien gewesen. Stattdessen liegt dort eine extra abgesägte Buche als Kunstobjekt bis April 2013 noch rum. Studierende so in die Irre zu führen, ist politisch nicht korrekt. Dafür sollten sich alle zu schade sein.

Klimaberichterstattung zu den einzelnen Plätzen als Handlungsaufforderung
Zum Schluß: Eine Umwelt-Berichterstattung für Frankfurt, die Klima-Schwerpunkte bei den einzelnen öffentlichen Plätzen, Straßenflächen, Straßenkreuzungen und Grünflächen setzt und jeweils einen Maßnahmenkatalog vorschlägt, ist mir für Frankfurt nicht bekannt. Die Planungsvorschläge der Studierenden zu „Klima wandelt Stadt“ könnten eine Anregung dazu sein.

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