Wanderung in der Genferseeregion von Bulle zur Burg Gruyères (Greyerz)

Los geht es mit der Bahn von Lausanne nach Bulle, der Hauptstadt der Region Gruyères, dem Käseland Gruyères. Gleich am Bahnhof von Bulle beginnt die Altstadt mit dicker, trutziger Burg mit leerem Wassergraben. Die Straßenführung ist im Rund geführt mit Plätzen. Die Autos halten an jedem gelbem Zebrastreifen aus Hochachtung vor dem Fußverkehr oder weil das Gesetz in der Schweiz es so vorsieht. Es ist gemütlich hier in der Altstadt von Bulle. Das Tourismusbüro ist auch schnell gefunden, um die neuesten Wanderempfehlungen der Region und eine kostenlose Wanderkarte nach Gruyères mitzunehmen.
Ein Laden, der an der Eingangstür mit einem Angebot an Schuhen lockt, erweist sich als „Schatzkiste“. Das ehemalige alte Wohnhaus hat in den drei Etagen noch die ehemalige Einrichtung mit Küche und Bad erhalten. Doch dort werden kunstvoll Waren des Kunsthandwerks und moderne Textilien angeboten. Die Tapeten sind geblümt. Die Holzstiege knarrt. Die Fenster sind klein.

Dann geht es dem gelben Wanderschild nach. Die Lindenallee bis zum Waldrand wirkt jetzt ohne Blätter streng und akkurat. Am Waldrand ist eine Skaterfläche mit vielen verschiedenen Traningsbauten. Dort führt der Weg in den Wald. Es liegt Schnee der letzten Tage, der den dunklen Tannenwald licht und hell macht und ein wenig wie der Schwarzwald anmutet, auch so vom Harz duftet. Der Wirtschaftsweg ist breit und bequem zum Laufen.

Die Schokoladenfabrik Cailler im Tal in Broc, die wir besichtigen wollten, erreichen wir wegen eines blöden Sturzes, ausgelöst durch eine unerwartete Vertiefung auf dem Weg nicht, um die Handschäden erst mal verarzten zu lassen. Zum Glück ist nichts gebrochen. Der Besuch der Schokoladenfabrik ist aufgeschoben.

Wir erreichen einen Hang. Das Wanderschild weist uns an, auf der Kuhweide (keine Kuh in Sicht), also auf der Wiese weiterzulaufen. Das muß besonders schön sein, wenn die Frühlingsblumen darauf blühen! Später erreichen wir eine Marienkapelle, in der einige Frauen auf den Bänken sitzen und zur Marienfigur über dem Altar blicken. Danach geht es durch ein Drehkreuz wieder über eine Wiese, doch erst mal leicht abwärts, so daß eine von uns auf dem nassen Lehm ins Rutschen kommt.

Später wandern wir eine Zeit lang an einem breiten, flachen Bergbach entlang und queren ihn bei einer überdachten Brücke. Die Balken für das Dachgerüst der Brücke sind kolossal dick. Entlang einer Mauer und unter einer Straße durch wandern wir einen ziemlich steilen Weg hoch auf den Schloßberg von Gruyères mit 828 Meter ü.M. Zwei gewaltigen Eichen am Wegrand wurden wegen des Weges einfach Wurzeln abgesägt. Schändlich. Von einem Baum ähnlicher Größe am Wegrand ist die vermodernde Baumscheibe sichtbares Ergebnis, was mit den beiden lädierten Eichen bald passieren könnte. Denn die Wunden an den Wurzeln sind delikate Eintrittsstellen für Pilze und Krankheiten.

Gruyères ist mit restaurierter Schloßanlage und mittelalterlichen Häusern bedeutender Anziehungspunkt für den Tourismus, sei es zu Fuß, mit dem Rad, mit der Bahn oder mit dem Auto. Die vielen und großen Räume des Schlosses sind mit den Möbeln, der Gestaltung, der Bemalung sehenswert. Wechselnde Kunstausstellungen sind im Obergeschoß. In einem Treppenhaus befinden sich viele surrealistische Bilder aus Glas des Oscar-Preisträgers HR Giger, die mir sehr gut gefallen.

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