Performance 24-3-45 mit mageren „Gestalten des Jammers auf dem Weg des Erinnerns“

24-3-45 KZ GedenkenMerkwürdig muteten die in graue Lumpen gehüllten 24 Figuren am Sonntag, 24.3.2013 um 14 Uhr am nördlichen Mainkai am Eisernen Steg an. Die Sonne schien freundlich, viele Leute waren zum Spaziergang am schönen Mainufer unterwegs. Und wir waren eine Gruppe von ernsten Menschen dazwischen, die zur Performance anläßlich des 68. Jahrestages des Todesmarsches der Häftlinge aus dem KZ Katzbach in Frankfurt gekommen waren.

In den Adlerwerken im Gallus an der Kleyerstraße war bis 1945 ein Konzentrationslager mit 1600 Häftlingen. Als die Alliierten Frankfurt im März 1945 erreichten, mußten auf Befehl der Nazis am 24.3.1945 über 300 ausgemergelte und schikanierte Häftlinge mit ihren Peinigern durch Frankfurt über Dörnigheim nach Hünfeld laufen. Es war Absicht der Nazis, daß nichts mehr an das KZ bei den Adlerwerken erinnern sollte.

Die eindrucksvolle und stille Performance am 24.3.2013 war eine sensible Erinnerung an das damalige Geschehen. Ab der Leonhardskirche bis zum Eisernen Steg wurden die liegenden und stehenden Gestalten nach und nach von uns TeilnehmerInnen weiter getragen, ein bißchen begleitet, ein bißchen nachgefühlt, wie es den Menschen vor 68 Jahren ergangen sein könnte, die völlig schutzlos ihren Peinigern und Mördern ausgesetzt waren. Es wurde daran erinnert, daß viele EinwohnerInnen von Frankfurt den Todesmarsch 1945 gesehen haben.

Ein breites Bündnis hat die Performance und die gesamte Gedenkwoche unterstützt. Anwesend waren zum Beispiel Gabriele Scherle, evangelische Pröpstin und Johannes zu Eltz für die katholische Kirche, die sich sehr beeindruckt zeigten.

Ulrike Streck-Plath aus Maintal ist die Künstlerin. Sie hat die Figuren und die Konzeption gestaltet. Sie schreibt zum langsamen und stillen Weitertragen der Figuren: „So ziehen Gestalten des Jammers auf dem Weg des Erinnerns auf einem kleinen Stück entlang der historischen Strecke durch die Stadt, das Ungeheuerliche sichtbar zu machen.“

Die LAGG eV Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim (Arbeitnehmerverein der Adlerwerke) mit dem damaligen Betriebsratsvorsitzenden Lothar Reininger ist Mitveranstalter.

Ein kleines Flugblatt wurde Vorübergehenden zur Hand gegeben, um über die Gedenkveranstaltung und Gedenkwoche zu informieren.

Kontakt: info@ulrike-streck-plath.de

Weitergehende Literatur:
Joanna Skibinska „Die letzten Zeugen“
Kaiser/Knorr: „Wir lebten und schliefen zwischen den Toten“


www.kz-adlerwerke.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s