Im nördlichen Westend wegen Baumaßnahmen viele gefällte alte Bäume und verschwundene Vorgärten

Bewohnerinnen und Bewohner des Westends sind empört

Von AGW-Mitgliedern ist in den letzten Wochen folgende Liste gefällter alter Bäume auf Grundstücken sowie in jüngerer Zeit vernichtete, weil nicht gärtnerisch genutzte Vorgärten (Nichtbeachtung der Vorgartensatzung) zusammengetragen worden. Die Liste ist keineswegs vollständig. Sie ist nur ein kleiner Teil der schlechten Umwelt-Entwicklung. Für das südliche Westend sind Begehungen für eine Erhebung angesagt, um die Baum- und Vorgartenvernichtung aktenkundig zu machen.
Die FAZ berichtete zum Thema am 28.3.2013 im Artikel „Bürger kritisieren Baumfällungen im Westend und Nordend“ und am 2.4.2013 im Artikel „Jede Baumfällung wird geprüft“.

Die FR berichtete am 3.4.2013 unter dem Titel „Klage über leichtfertige Fällung“.

Die Liste der letzten Wochen:

1. Myliusstraße 15: Vorgarten verschwunden. Eine Magnolie, deren Erhalt zugesagt war, wurde am 12.3.2013 entfernt. Zwei große Bäume, die unter die Baumschutzsatzung fielen, wurden unter Umgehung der UNB entfernt und von der Bauaufsicht nicht als Bäume, die zu schützen sind, wahrgenommen.
2. Myliusstraße 20: Auf dem Grundstück (Eigentum Land Hessen) des Sigmund-Freud-Institutes wurden 2011/12 zwei große Bäume gefällt und nicht ersetzt.
3. Myliusstraße 33-37: Bauprojekt Revitalisierung Bürohaus. Dabei wurden die drei Vorgärten im März 2013 plattgemacht. Entfernt wurde eine etwa 100jährige Rotbuche, 1 Amberbaum, 3-4 Eiben sowie Sträucher.
4. KfW Bockenheimer Landstraße 104: Februar 2013 eine Buche und eine Eibe im Vorgarten gefällt, ein Ahorn gekappt.
5. Unterlindau 67: Januar 2013 ein Götterbaum gefällt.
6. Telemannstraße 37: A 1.3.2013 grüne Hecke entfernt. Umbau Oberlindau 76-78.
7. Ulmenstraße Ecke Guiolettstraße 27: Im Vorgarten ein großer Baum und 5-6 kleine Bäume gefällt
8. Freiherr-vom-Stein-Straße 53: Im Dez 2012 ein Baum im Vorgarten gefällt.
9. Liebigstraße Ecke Friedrichstraße 22: Im Jahr 2012 Bäume im Vorgarten gefällt.
10. Bockenheimer Landstraße Ecke Arndtstraße und Ecke Mendelssohnstraße: Drei Bäume gefällt, Rosenhecken verschwunden. Umbau Westend-Suites.
11. Allianzgebäude Bockenheimer Landstraße, Freiherr-vom-Stein-Straße, Staufenstraße: In den Jahren 2010/2011 dort 5 – 6 große Bäume gefällt, im Innenhof 11 alte Bäume gefällt.
12. Bockenheimer Landstraße Ecke Siesmayerstraße: Wegen Wegsanierung mehrere Robinien gefällt (im März 2013 alle nachgepflanzt).
13. Wolfsgangstraße 155: Ein alter Baum im November 2012 im Vorgarten gefällt.
14. Rossertstraße 10: Ein großer Götterbaum im Hof gefällt.
15. Böhmerstraße 41 und 63: Vorgärten plattgemacht für Briefkästen und Fahrradständer.
16. Kronberger Straße 20: Vorgarten im November 2012 weg für Briefkästen und Radständer.
17. Wolfsgangstraße 148: Vorgarten wegen Mülltonnen und Fahrradständer weg.
18. Freiherr-vom-Stein-Straße Ecke Friedrichstraße (Synagoge): Eine große Kiefer ist gefährdet.
19. Altkönigstraße: Drei Lindenbäume sind zur Fällung statt zum Umpflanzen vorgesehen.
20. Palmengartenstraße: Eingang Palmengarten sind viele Bäume, Büsche, Grünflächen, Beete und Rhododendren entfernt worden. Die Anzahl ist nicht bekannt.


Kein Schutz durch Bauaufsicht und Untere Naturschutzbehörde

Es sind in jüngerer Zeit mindestens 34 alte Bäume auf Grundstücken und mindestens 9 Vorgärten im nördlichen Westend verschwunden. Außer einem Fall (Punkt 12.) wurden keine Bäume nachgepflanzt. Wobei anzumerken ist, daß für die dicke Rotbuche Myliusstraße 33 rund 2000 Jungbäume gepflanzt werden müßten, um dieselbe ökologische Qualität zu haben.

Wir erwarten, daß die Stadt der Öffentlichkeit nachweist, daß es für gefällte Bäume entsprechende Nachpflanzungen ohne Zeitverzug gibt.

Es ist skandalös, wie leichtfertig hier seit Jahren die städtischen Gremien Bauaufsicht, Untere Naturschutzbehörde (die ja eigentlich schützen und nicht zerstören soll), Grünflächenamt und Umweltamt mit der Flora im Westend umgehen. Bäume, Sträucher, Hecken werden den Interessen der Investoren leichtfertig geopfert und damit gewachsene Strukturen und Lebensqualität für die Anwohner/innen zerstört. Und dies in Zeiten von Klimawandel. Frankfurt Green City? Die Realität sieht leider anders aus. Statt mehr Grün für erstickende Städte wird in Frankfurt immer mehr Grün in den innerstädtischen Wohngebieten zerstört.

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