Mit Vielfalt gegen Einfalt am 1. Mai gegen NPD in Frankfurt

1.Mai 2013 Ffm

1. Mai2013 in Ffm

1_Mai_2013 in Ffm

Helden des Tages gegen die Neonazis waren die 700 Menschen, die die Schienen blockierten

Ohne die Blockade wären die Neonazis am Ostbahnhof marschiert. Mit massenhafter friedlicher Demonstration in der Stadt, vor allem am leider der NPD genehmigten Kundgebungsort am Ostbahnhof, konnte der NPD Aufmarsch am 1. Mai verhindert werden. Wenige 11, 12, oder 13 junge Neonazis wurden von der Polizei durch die Gegendemonstranten geleitet. Die NPD demonstrierte stattdessen unerlaubt und von der Polizei nicht vertrieben in Hanau. Die 56 Verletzten in Frankfurt sind laut Presseangaben der Polizei zuzuschreiben, meist durch Pfefferspray in die Menge. Vier der Verletzten mußten im Krankenhaus behandelt werden, zwei wegen gebrochener Arme.

DemoBeobachterin
Als DemoBeobachterin mit Ausweis konnte ich durch die Polizeikette zur Blockade der EisenbahnSchienen am Ostbahnhof und blieb von 13.30 bis zum Ende um 16.30 Uhr vor Ort. Am Danziger Platz hatte ich vorher eine Lautsprecherdurchsage mitbekommen, daß die NPD nicht mehr nach Frankfurt komme, sondern nach Hanau ausweiche. Von der somit abgesagten NPD-Kundgebung in Frankfurt hörte ich keine entsprechende Information der Polizei bei dem stundenlangen Polizeikessel um die Hunderte von Schienenblockierern. Es blockierten auch Minderjährige. Sie waren von jeglicher Versorgung abgeschnitten.

Die Menschen mußten einzeln, begleitet von jeweils zwei schwer verkleideten Polizisten, zur genauen Inspizierung ihrer Habseligkeiten, ihrer Kleidung, ihres Körpers aus dem Kessel herauslaufen oder sie wurden getragen und wurden dann erkennungsdienstlich behandelt. Einige Personen schrien, weil sie Pfefferspray in die Augen bekommen hatten, ohne weglaufen zu können. Absichtliche Körperverletzung nenne ich das.

Polizist mit Hund ohne Maulkorb

Zwischendurch hatte ich eine sehr gefährliche Situation mit einem Polizisten durchzustehen, der seinen angriffsbereiten Hund ohne Maulkorb extra bis auf einen kurzen Abstand zu mir ließ. Obwohl dort Hunderte Polizisten standen und meinen DemoBeobachterAusweis an der Jacke jederzeit sahen, mußte er besonders kontrollieren. Ich rief ihm zu: „Nehmen Sie den Hund weg. Ic habe Angst!“ Das interessierte den nicht. Ein junger Mann, ein Rettungssanitäter rief ihm klar und deutlich zu: „Lassen Sie doch die alte Frau!“ Alte Frau, damit war ich mit meinen 66 Jahren gemeint? Der aggressive Polizist mit seinem geifernden Hund trollte sich dann schließlich mit bösen Worten und Blicken. Solche Bösen gabs auch bei der Startbahn-18-West.

Schienen in den Tod
Auf Nachfrage erzählte ein Polizei-Communicator, die Untersuchung bis in den letzten Ritz des Portemonnais diene der Eigensicherung der Polizei. Bei einem Gespräch mit dem Einsatzleiter machte eine Pressefrau des Hessischen Rundfunks deutlich, daß die Schienenblockade auch deswegen so wichtig sei, weil von der Großmarkthalle nahe dem Ostbahnhof 12000 Frankfurter Juden in die Konzentrationslager in den Tod abtransportiert worden seien.

Einsatzleiter ohne Erbarmen
Wir schlugen eine beschleunigten Ablauf vor – schließlich handelte es sich um einen völlig überzogenen stundenlangen Polizeikessel -, daß ohne Durchsuchung nur unter Vorlage des Personalausweises die Menschen schneller aus dem Polizeikessel kommen sollten. Der Einsatzleiter lehnte das ab, auch als später zwei Landtagsabgeordnete den Vorschlag machten. Da um ca. 14 Uhr der Polizei bekannt war, daß die NPD die Frankfurter Kundgebung abgesagt hatte, ist der Polizeikessel auf den Schienen bis 16.30 Uhr allein der Polizei geschuldet. Das kann im Nachgang durchaus eine Rolle spielen.

Blockaden sind ziviler Ungehorsam

Als sich dann am Danziger Platz eine riesige Menschenmenge zu einer abschließenden Demo bis zur Konstablerwache in Bewegung setzte, war das Gefühl richtig da: Wir haben es geschafft. Die NPD konnte in Frankfurt nicht Fuß fassen. Die Besetzung vieler Orte in der Stadt durch kleine und große Aktionen sowie die Kundgebung auf dem Römer gehörte zu den Blockade-Aktionen. Die Mutigsten waren die 700 Blockierer und Blockiererinnen. Blockaden sind ziviler Ungehorsam. Die Polizei gab mit ihrem martialischen und willkürlich gewalttätigem Auftritt am Danziger Platz kein gutes Bild ab.

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