Birnengitterrost an Zierwacholder im Grüneburgpark

Zwischenwirt für Gitterrost an Birnen. Vom Grünflächenamt Prüfung erbeten. Nächster PilzSpaziergang im Grüneburgpark am 11.10.2013 um 15 Uhr, Eingang Siesmayerstraße
Birnengitterrost Gymnosporangium sabinae
Gymnosporangium sabinae

Am 28.4.2013 fotografierte ich den gelben, gallertartigen Pilzbefall (siehe Fotos) an dem ZierWacholder, den ich zunächst für eine verhutzelte Eibe hielt. Dann suchte ich im Kosmos-Naturführer „Der große Kosmos-Pilzführer“ von Hans E. Laux, den ich zum April-Pilzspaziergang der BI Grüneburgpark erworben hatte, wurde aber nicht fündig. Im Register ist der Pilzname Birnengitterrost nicht aufgeführt.

An unsere Pilzexperten von den Pilzfreunden Sulzbach, die die Führung im Grüneburgpark am 12.4.2013 mit der BI Grüneburgpark gemacht hatten, schickte ich die Fotos zur möglichen Bestimmung. Helmut Sandau vermutet den Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae). Zur weiteren Information schickte er mir einen ausführlichen Artikel von Dietmar Gross, der das Phänomen als Experte in „Von einem bemerkenswerten Fund und von dem höchst komplexen Lebenszyklus des Birnengitterrostes, Gymnosporangium sabinae“ so beschreibt:

„Der Diplontenwirt (= Hauptwirt, hier hat der Pilz einen doppelten Chromosomensatz) ist der Wacholder. Der Haplontenwirt (= Nebenwirt, hier hat der Pilz nur noch einen einfachen Chromosomensatz) ist die Birne. Am Wacholder, und zwar an verdickten, verknorpelten Zweigabschnitten, sind die sogenannten Teleutosporenlager, die bei Feuchtigkeit anschwellen, und dadurch das erzeugen, was meine Aufmerksamkeit erregte. Teleutosporen sind zweizellig und sind Voraussetzung für die Phragmobasidienbildung, aus welchen dann die Basidiosporen entstehen, die dann im Frühjahr die Birne infizieren. An den Birnblättern entstehen gelb-orange Flecken, … Diese entwickeln sich später auf der Blattunterseite zu kleinen warzenförmigen Auswüchsen Aecidien. Hier entstehen wieder andere Sporen (Aecido-Sporen), die dann wiederum den Wacholder infizieren.“

Diese Erklärung ist kompliziert, wie die PilzWelt ist. Falls es zutrifft, daß der Wacholder im Grüneburgpark Zwischenwirt des Birnengitterrostes ist, wovon prinzipiell auszugehen ist, sind sicher alle EigentümerInnen von Birnenbäumen froh, wenn der Zwischenwirt entfernt wird. Deshalb schrieb ich das Grünflächenamt zur Prüfung an. Noch stehen die sehr geschädigten, niedrigen Wacholderbüsche mit braunen Nadeln im Grüneburgpark im Nordbereich in Höhe des Materiallagers. Die auffallend orangen Pilzkörper sind jetzt im Mai verschwunden. Das Phänomen ist also nur vorübergehend zu bestimmten Wachstumszeiten wahrzunehmen, interessant.*

Oktober-PilzSpaziergang
Der nächste PilzSpaziergang der BI Grüneburgpark unter Leitung von Helmut Sandau und Brigitte Unger im Grüneburgpark ist am Freitag, 11. Oktober 2013 um 15 Uhr, Treff Eingang Siesmayerstraße. (Fand nicht statt wegen Terminüberschneidung.)

Nachtrag zum Wacholder am 7. Juli 2013
Der befallene Teil des Wacholders wurde tatsächlich auf meinen Hinweis ans Grünflächenamt entfernt! Nun bleibt der Wacholder unter meiner ständigen Beobachtung.

Nachtrag 28.12.2013:
Im Herbst 2013 ist der Zierwacholder komplett entfernt worden. Bei einem Spaziergang der BI Grüneburgpark, die gewissermaßen die Patenschaft für den Park, die Bäume und die Biotope übernommen hat, war ich gerade dabei, den Zierwacholder zu zeigen, da stellte ich fest, daß die Büsche alle weg waren.

* Der Artikel wird sehr häufig angeklickt. Das freut mich. Eine blog-Diskussion ist daraus nicht entstanden.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s