Polizei-Blockade der Kaiserstrasse: Eine 80jährige muß durch die Gitter krabbeln!

durch Polizeigitter

Kinderwagen über PolizeibarrierenRings um die EZB am Willy-Brandt-Platz gibt es massive Absperrungen der Polizei mit Doppelgittern wegen Blockupy. Um 13.30 Uhr erlebe ich in der Kaiserstraße wegen der Doppelgitter als Barrieren Szenen, wo ich meinen Augen nicht trauen will.

Die Polizisten hatten es nicht geschafft, dort die Gitter zu öffnen, obwohl sie sich bemühten. Sie hatten die Kette zwar aufgeschlossen, doch sie waren zu schwach oder technisch unfähig, die Gitter auseinanderzuheben. Eine ganze Menge Leute wollte passieren, um entweder in die Stadt oder Richtung Bahnhof zu kommen. Die Strecke sollte zum Passieren auf jeden Fall frei sein. Ob die Polizei jemals das Ziel einer barrierefreien Stadt als Zielvorstellung hat?

Alle Passanten mußten sich bücken und zwischen den Gittern durch! Ich meinte noch zu den Polizisten: „Holen Sie die Feuerwehr zum Öffnen der Barrieren, wenn Sie es selbst nicht schaffen. Feuerwehr und Krankenwagen müssen immer durchkommen.“ Achselzucken war die Antwort. Hätte ich noch nach dem Einsatzleiter fragen sollen? Ich war Demobeobachterin mit Ausweis.

Mit 80 Jahren durch die Barrieren krabbeln
Diese Barrieren betrafen auch eine ganze Reihe alter Menschen. So sagte eine Frau: „Ich bin 80 Jahre. Ich muß da durch.“ Sie mußte sich bücken! Unglaublich. Es kamen viele Menschen mit Kinderwagen. Sie mußten den Wagen über die Gitter heben und selbst unten durch krabbeln! Es waren Frauen mit Einkaufswagen dabei. Alle mußten durch die Gitter krabbeln. Ich faß es nicht. Da will Frankfurt eine barrierefreie Stadt sein. Die Polizei errichtet den Menschen Barrieren, damit der Alltag schwieriger wird. Eine soziale Stadt, die das beste für alte Menschen will, ist das nicht. Frankfurt zeigt mit den Barrieren soziale Kälte.

Die Fotos, die ich von den Szenen machte, sprechen für sich. Ich könnte eine ganze Serie hier einstellen. Ob ich einen Brief an den OB Peter Feldmann schreibe? Doch der antwortet ja nicht.

Polizei überwindet BarrierenDann kam eine ganze Einsatztruppe der Polizei, die auch durch oder über die Sperrgitter steigen mußte, um gegen die Bewegungsarmut vorzubeugen. Das war eine sportliche Einlage. Die gefiel mir wiederum als Ironie.

Ich war mit dem Fahrrad da. Ein junger, sehr sympathischer Polizist bot gleich an: „Ich hebe Ihnen das Fahrrad rüber.“ Das nahm ich dann gern an. Denn ich wollte ja zu „meinem“ Kiosk an der Gallusanlage, der gerettet ist. Und siehe da: Jack Balley freute sich riesig. Er hatte ab morgens viele mit Kaffee bewirtet. Er hat das gesamte Occupy-Camp letztes Jahr sehr dicht miterlebt.

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