Im roten Mohnfeld die Seele baumeln lassen

KlatschMohn

Roter Mohn

KlatschMohnFeld

Mitten in einem ausgedehnten Rapsfeld war von großer Entfernung eine blutrote Fläche ein Blickfang in der Landschaft am Nationalpark Hainich in Kammerforst. Bereits am ersten Abend im Hotel Hainich-Haus, als die Sonne schien, leuchtete das Feld zwischen all dem Grün von Feldern, Bäumen und Sträuchern in der Landschaft rot auf. Die nächsten Tage war der Himmel bedeckt. Es wurde kühler und kühler. Doch dann gab es zwischendurch mal Sonnenblicke, um das rote Mohnfeld mitten zwischen dem Raps zu inspizieren und aus der Nähe zu fotografieren.

Zwei Minuten lang war mein Weg durch den schulterhoch gewachsenen Raps auf einer Traktorspur. Der nahe Eindruck tausender roter Blüten mit den zarten, im Wind schwankenden Blütenblättern überwältigte mich. Ich badete in Rot. Der Wind spielte mit den Blüten. Die Sonne machte die Blütenblätter transparent. Mit den Sonnenstrahlen gab es Schatten, was die Bilder viel interessanter machte. Ich drehte mit der Sony Cyber shot 6.0 ein Mohn-Video und nahm 50 Bilder auf. Ich badete mit den Augen in wunderbaren Rottönen kontrastiert durch das grüne Laub, die grünen behaarten Knospen, die grünen Stengel, die ersten grünen Samenkapseln. Eine Blüte war schöner als die andere.

Das KlatschMohnFeld, in dem ich mitten drin stand, bot sich rundum zur Meditation an, um Energie zu tanken, alles abzuschütteln, mit sich Frieden zu schließen, ganz im Hier und Jetzt zu sein. War ich eine halbe Stunde dort? War es länger, war es kürzer? Es spielte keine Rolle. Die Sonnenstrahlen am Nachmittag, die hin und wieder durch dicke Wolken durchschienen, ließen mir Zeit und Muße. Die Pflanzen standen auseinander, so daß ich keine zertrat.

Wie kam es zu diesem Mohnfeld?
Eine banale Erklärung kam von einer Biologin: Mohnsamen haben dieselbe Größe wie Rapssamen. Auf der Fläche wurde statt Raps ein Sack KlatschmohnSamen ausgesät. Der Bauer hat die Aussaat des ungefähr 200 Quadratmeter großen Feldes nicht mit Herbiziden vergiftet.
Ob er die Samen gesondert für den Verkauf sammelt? Oder das Stück Mohnfeld vor der Reife umpflügt? Ich werde es von Frankfurt aus nicht sehen. Alle anderen Felder dort in der Umgebung waren Monokulturen ohne Blumen. Selbst Ackerrandstreifen hatten keine Feldblumen, die für Vögel und Insekten und das Auge wichtig sind.
Ein Bauer verteilte ein paar Tage auf einer Wiese am Hang (!) tagelang Gülle mit Schläuchen direkt am Boden. Das stinkt zwar nicht. Doch für die Natur am Naturpark Hainich wäre eine extensive Landwirtschaft ratsam, die noch viel Überzeugungsarbeit kostet.

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