RäucherKunde von der Kräuterfrau im Nationalpark Hainich

Nationalparkführerin Marion Weiß

RäucherKunde im Hainich

Marion Weiß, Nationalparkführerin im Hainich, kennt sich gut bei Heilpflanzen aus. Sie sammelt sie, trocknet sie und bietet sie in einem Räucherkunde-Kurs zusammen mit Harz, Weihrauch, Myrrhe und vielen Utensilien zum Ausprobieren an. Das Vergnügen hatte ich im Bildungsurlaub Ende Juni.

Weihrauch sei ja aus katholischen Kirchen bekannt. Das Räuchern sei eine alte Erfahrungswissenschaft. Geräucherte Fleischwaren würden geschmackvoller und länger haltbar. In der Heilkunde würde Räuchern therapeutisch eingesetzt. „Es ist keine Esotherik“, betont Marion Weiß. Als Nationalparkführerin brauche sie Spezialwissen. So habe sich das mit der Kräuter- und Räucherkunde bei ihr entwickelt.

„Die Rosenblätter sind am besten mit Harz zu zerreiben“, gibt sie den Tipp. „Mischen Sie sich Ihre persönliche Mischung. Probieren Sie aus.“ Die Auswahl der heimischen getrockneten Kräuter ist vielfältig und interessant. Es fehlt eigentlich kein Kraut. Viele der Kräuter sind in Gläsern mit Deckel gegen Aromaverluste geschützt. Doch es gibt auch dekorative Bündel im großen Weidenkorb, bei denen wir zugreifen können. Um die Namen und die Wirkung der Kräuter und auch RezeptMischungen kennenzulernen, liegen zwischen den Gefäßen handbeschriebene oder bedruckte kartonierte Papptäfelchen. Das Pulverisieren der weichen Rosenblätter im Steintopf dauert.

Die runde Holzkohlentablette ist bald durchgeglimmt, so daß das selbstgemixte Pulver auf der Kohle langsam schmauchen und räuchern kann. „Nicht so viel Pulver auf einmal verwenden“, rät sie und fächelt den Berg Pulver ab, so daß kein Berg mehr da ist.

Wir sind im Freien rund um einen Tisch (eigentlich steinerne Tischtennisplatte) beim Hotel Hainich-Haus in Kammerforst. Im Raum wären die vielen Gerüche und Räucherschwaden vermutlich nicht lange auszuhalten. Wenn 18 Personen verschiedene Mischungen ausprobieren, kommt was an schwerem Rauch zusammen.

Inge, eine Teilnehmerin, erzählt, daß sie viel Erfahrung mit Räuchern habe. Sie verwendet keine Kohle, sondern ein Teelicht, darüber ist ein Gestell mit feinem Sieb, auf das sie die Kräuter legt. Sie persönlich werde beim Räuchern ausgeglichener. Auch in der Therapie mit Schwerstkranken wirke es sich sichtbar positiv aus, erzählt sie. Das Denken der PatientInnen werde klarer und freier, Ängste würden zurücktreten. Das sei in der Körpersprache und bei der Unterhaltung erkennbar und die Kranken würden es auch so bestätigen. Selten würde jemand negativ auf geräucherte Kräuter reagieren, so daß sie dann das Räuchern sofort abbreche. Es sei sowieso ganz dezent im Hintergrund oder nur kurz.

Marion Weiß erzählt auch, daß sie Harz sammelt und hat einen dicken Brocken dabei. Sie kauft feine, exotische Sachen hinzu und empfiehlt, auf Bio-Qualität zu achten.

Zum Schluß lege ich eine Nelke auf die Kohle. Die riecht fein! Ich bin begeistert. Und brauche sie nicht pulverisieren. Ausgetrickst. Bei Arthrose in den Handgelenken ist das die Lösung, am Pulverisieren vorbeizukommen.

Nicht alle sind vom Räuchern überzeugt. Daß sie damit nicht experimentieren werden, wie sie lachend sagen. Es sei mal interessant gewesen.

Duftlampen

Viele haben Erfahrungen mit Duftlampen, über Teelicht in Wasser verdampfte flüssige Aromen. Ich erinnere mich gut, daß ich vor etlichen Jahren im riesigen Saal des Volksbildungsheims in Frankfurt (es gibt es nicht mehr) ziemlich müde in eine Diskussionsveranstaltung kam. An einem Informationstisch verdampfte das Aroma von Lemongras. Ich war von dem Zitronenaroma, das ganz fein in der Luft lag, hellwach geworden und konnte der Diskussion erstaunlich gut folgen.

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Eine Antwort zu “RäucherKunde von der Kräuterfrau im Nationalpark Hainich

  1. Vielen Dank für diesen informativen Beitrag. Die Thematik „Wildkräuter“ interessiert mich sehr. l.G. Michael

    Nichts wie hin zur weisen Frau, zur Kräuterfrau, lieber Michael. Vielleicht gibts ja an deinem Wohnort ein brauchbares Angebot?
    Es grüßt dich Gisela

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