ACHTUNG BAUMFÄLLARBEITEN

MELDUNGEN ZUM WESTEND UND ZUM GRÜNEBURGPARK FEHLEN IMMER NOCH

Am 10.07.2013 teilte das städtische Presse- und Informationsamt (pia) mit:
„In den kommenden Wochen werden an verschiedenen Stellen in der Stadt Bäume gefällt: Ein Ahorn in der Rudolf-Menzer-Straße, der von Pilzen und Fäule befallen ist; eine abgestorbene Esche am Niederräder Ufer; eine abgängige Robinie in der Bruchfeldstraße; eine Walnuss und eine Robinie im Elli-Lucht-Park, die beide von Pilz und Fäule befallen sind. Alle Bäume werden im Herbst durch Neupflanzungen ergänzt.“ Seit neuestem kann ich auf den pia-Artikel nicht mehr verlinken.

So ist das mit der schwarz-grün regierten Stadt Frankfurt: Immer schlechter wird die Informationslage aus der Verwaltung. Immer schlechter wird der Umgang mit digitaler Information. Ist die Presse inzwischen über die Baumfällungen informiert? Hat der Ortsbeirat 2 inzwischen die amtlichen Meldungen?

Absichtlich verzögerte Meldungen der 10 weiteren Baumfällungen?

Heute, am 11.7.2013 um 9.30 Uhr ist immer noch nicht die Liste der 10 (+2 Notfällungen) absterbenden oder mit Pilz befallenen Bäume im Grüneburgpark veröffentlicht, die auf der städtischen Liste der Baumfällungen stehen. Außerdem gibt es keine Meldungen der zwei „Notfällungen“: BergAhorn Nr. 1070 (Brandkrustenpilz), Robinie Nr. 2292 (Hallimasch).

Außerdem fehlt eine Meldung für die Baumfällung in der Liebigstraße im Westend. Im Nordend ist ein hoher abgestorbener Baum an der Fichardstraße 48 demnächst dran, die Baumart kann ich wegen fehlenden Laubes nicht mehr eindeutig erkennen.

Das Grünflächenamt selbst pflegt sowieso keine eigene Homepage hinsichtlich der wichtigen Informationen über Bäume an die Bevölkerung. Wie lange hält die fehlende Kompetenz noch an? Warum versagt die grüne Umweltdezernentin Rosemarie Heilig beim Grünflächenamt?

Auf SpurenSuche der Bäume
Ich habe mir gestern im Grüneburgpark einige Bäume auf der Liste angesehen. Es dauert, die Bäume im großen Park ausfindig zu machen, trotz Baum-Plan:

Robinie Nr. 858 im Südbereich in der äußersten Ecke. Die Robinie aus dem Pflanzjahr 1984 ragt mit dürren Ästen in der Krone in den Himmel, neben ihr zwei andere Robinien mit ähnlichem Erscheinungsbild. Da es eine abgeschiedene Ecke des Parkes ist, könnte die gekappte Robinie eigentlich als Totholz stehen bleiben. In diesem Parkteil gibt es etliche dicke Baumstümpfe, bei denen nicht nachgepflanzt worden war, weil die Nachpflanzungen einfach vernachlässigt wurden. Eine Eiche mit dürrem Stamm steht unter riesigen Kronen. Die kann nichts werden.

Schnurbaum Nr. 671 (Pflanzjahr 1965) steht nördlich des Cafés mit sichtbar trockenen Ästen in der Krone. Die lockere Rinde am unteren Stammm wurde entfernt und liegt auf der Wiese. Ringsum wurde der Wurzelbereich von Bewuchs frei gestellt. Der Baumsachverständige Udo Riebel, der von der Stadt bestellt wird, habe Hallimasch festgestellt.

Die schmale, aber sehr hohe Robinie Nr. 451 am westlichen Wegrand steht Solitär, doch zeigt sie sichtbare Wachstumsschäden und der untere Stamm ist (von Pilz) beschädigt.

Auch an diesem Baum ließe sich vom Umweltdezernat und Grünflächenamt durch eine öffentliche Begehung demonstrieren, wie der BaumSchaden beurteilt wird. Das würde Vertrauen schaffen und die Bevölkerung in die Problematik einbeziehen. Vor der Bürgeranhörung, die am 22.5.2013 stattfand, ist das einmal gelungen: Bei einem öffentlichen Termin am 9.5.2013, zu der die Umweltdezerntin eingeladen hatte, erklärte der Baumsachverständige Udo Riebold der Bevölkerung, welche Maßnahmen für die Blutbuche wegen des RiesenPorlings (Einkürzung der riesigen Krone) und bei der Amerikanischen Eiche wegen des Flachen Lackporlings zu treffen sind (Fällung). Ich berichtete hier.

Nach der BürgerAnhörung wird die Öffentlichkeit schnell vergessen. Das Volk ist lästig.

Wichtig wäre auch, wie die Robinien als StadtBäume in einem (nicht vorhandenen) Baumschadensbericht in Frankfurt abschneiden.

Dann nähere ich mich dem RobinienWäldchen im Norden, das wunderbar dicht bewachsen ist, ein richtiges Vogelparadies. Dort suche ich die Robinie Nr. 2292 und die Robinie Nr. 2282. Auf dem Boden sehe ich angetrocknete Äste eines BergAhorns. Dann sehe ich einen frischen Stumpf(Ahorn?), Durchmesser ca. 18 cm. Dann sehe ich den nächsten Stumpf, deutlich braun, deutlich kaputt, deutlich zerfressen. Das muß vom Standort her die Robinie Nr. 2292 gewesen sein. Der am Montag im Schnellverfahren umgesägte Stamm hat im Unterholz eine Lichtung gedrückt. Nun fällt mehr SonnenLicht in diese urige wäldliche Zone. Doch der Baum Nr. 2282 ist noch dran. Wieder sage ich: Mit einer Begehung würden Dezernat und Amt die Bevölkerung aufklären.

Weshalb BaumFällungen in der VogelBrutZeit?
Und ich frage zusätzlich: Warum wird innerhalb der Vogelbrutzeit an Bäume Hand angelegt? Die schütteren Kronen sind seit Monaten, wenn nicht Jahren zu erkennen, so daß ab September gefällt werden könnte. In dem dichten RobinienWäldchen wäre auch zu beurteilen, ob starke, gesunde Sämlinge von Robinien den erforderlichen Nachwuchs nicht besser sicher stellen könnten als Neupflanzungen. Der Nachwuchs müßte aber markiert und ettiketiert werden, damit er für die interessierte Bevölkerung auch erkennbar ist. Das ist Neuland fürs Amt, muß erst akzeptiert werden. Das ist das Schwierigste, eingefahrene VerwaltungsMuster auf einen neuen, ökologischen Kurs zu bringen.

Die weiteren Bäume auf der Fäll-Liste sind: Robinie Nr. 1044, Robinie Nr. 1432, Walnuß Nr. 1521, Ulme Nr. 1626, Tanne Nr. 2330.

An dem gestrigen heißen SommerTag wurde im ganzen Park auf den schönen Wiesen gelagert. Das Klima unter den hohen Bäumen ist erholsam. Es weht Wind.

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