Drei beste Freunde

Gewitter im Koreanischen Garten
KoreaGarten GewitterRegen

Drei beste FreundeAm gestrigen Dienstag, 6. August, nahte am Nachmittag über dem Grüneburgpark sehr schnell die schwarze Gewitter- und Sturmwolke. Die ersten Tropfen waren zu spüren. Der Sturm blies sich mächtig auf. Die ersten trockenen Äste fielen aus den sturmgeschüttelten Baumkronen. Wohin so schnell flüchten? Unter die MiquelBrücke? Nachhause? Unter das Dach, unter dem die Tischtennisplatte steht? Es reichte per Rad bis zum KoreaGarten, wo ich gegen halb fünf noch trocken unter das Dach des einen Hauses flüchten konnte.

Dort ist Aussicht auf den Horizont Richtung Südwesten, woher das dicke Wolkengemisch mit dem Sturm und dem Gewitter heranrückte. Es pladderte kräftig los. In der Nähe krachte ein großer, grünbelaubter Ast eines Bergahorns auf den Weg. Der Sturm hatte leichtes Spiel mit dem Baum, der in der offenen Windschneise zum Uni Campus Westend stand.

Drei beste Freunde waren auch im Park und suchten ebenfalls Zuflucht im Haus im KoreaGarten. Doch wie ins Haus kommen? Es hat hohe Stufen als Barrieren. Ein Freund, der ohne Beine im Rollstuhl saß, überlegte, wie er unter das sichere Dach kommen könne. Die anderen beiden Freunde überlegten mit und schlugen kurzerhand vor: „Steig aus und zieh dich hoch.“ „Da wird meine Hose dreckig“, konterte er sarkastisch. Sehr mühsam robbte er auf den rauhen Granitsteinen entlang und zog sich nach mehrmaligen Versuchen hoch auf den Boden des Hauses.

Dort blieb es auf dem Balkon trocken trotz stürmischen Regens, weil das Dach weit genug vorragt. Alle drei besten Freunde unterhielten sich bei leiser Musik aus einem nostalgisch anmutenden MiniRadio. Der beinlose junge Mann hatte einen bequemen Sitz direkt am Rand mit vollem Blick auf das GewitterSchauspiel, den strömenden Regen und auf den Teich und das gegenüberliegende KoreaHaus, in das sich ebenfalls Leute geflüchtet hatten.

„Frühling, Sommer, Winter, Herbst werden die einzelnen Zonen im KoreaGarten benannt“, erzählt der eine beste Freund. „In welcher Zone sind wir?“ frage ich ihn. „Im Frühling“. „Deshalb habe ich so frühlinghafte Gefühle“, sage ich lachend. „Wie lange regnet es jetzt schon?“ frage ich. „Eine knappe halbe Stunde“, schätzt der eine beste Freund. Alle drei sind lustig und guter Dinge und erzählen. Wir lauschen der RadioMusik und dem Sturm und dem Regen und dem Krachen des Gewitters. Malerische Blitze zucken über den Himmel. Zimmer mit bester Aussicht sozusagen. Wir sitzen im Trockenen. Ein RegenBach fließt in den Teich. Kein Ziegel flog vom Dach.

Zwei der besten Freunde sind mit sportlichen Rädern da. Der dritte im Rollstuhl wird gefragt, wie er zurück nach Rödelheim kommt. „Ich rolle bis runter zur Schranke an der August-Siebert-Straße. Dort holt mich das Taxi nachher ab. Bis zum KoreaGarten dürfen Taxis nicht fahren wegen der Schranke.“

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