Brand in Baumhöhle einer 140jährigen Rotbuche im Grüneburgpark

NaturFrevel
Rotbuche Nr. 786 Höhle Nr. 182
Ein rot-weißes Band flattert im südlichen Areal des Grüneburgparks und verwundert die SpaziergängerInnen. Überall liegen Asthaufen: trockene und frischbelaubte Äste. Von einem Mitglied der BI Grüneburgpark bekam ich die Meldung. Der eigentliche Grund des rot-weißen Bandes wird das Feuer in der dicken Rotbuche Nr. 786 aus dem Pflanzjahr 1872 mit anschließendem Schwelbrand sein. Auf frankfurt.de, der Pressestelle der Stadt, gibt es keine Meldung.

Die 140jährige Rotbuche weist ab Bodenbereich einen langen Spalt einer Baumhöhle auf. Seit einem Jahr kenne ich den Baum gut, nachdem wir die (unvollständige) Liste der wertvollen Höhlenbäume des Grüneburgparks von der Umweltdezernentin erhalten hatten. Wir hatten anschließend alle Höhlenbäume gesucht und besucht und dabei festgestellt, daß es im Grüneburgpak viel mehr Bäume mit Baumhöhlen gibt, die nicht registriert sind. Doch das ist eine unendliche Geschichte, die Unvollständigkeit bei der ökologischen Erfassung des Grüneburgparks, damit bei der anstehenden Sanierung ökologische Schäden vermieden werden.

Im Baumhöhlen-Kataster aus dem Jahr 2006 hat der Baum die Nr. 182. Welche Tiere dort nisteten oder ihr Quartier haben ist mir nicht bekannt. Dazu gibt es auch keine wissenschaftliche Arbeit, die eigentlich sinnvoll und notwendig wäre.

Zum Löschen, so lese ich heute in der FR („Schwelbrand im Grüneburgpark“ 3.9.2013) wurde oberhalb des Brandherdes ein grobes Loch ausgesägt (siehe mein Foto), um den glimmenden Brand mit Löschschaum endgültig zu löschen. Der Baum wirkt mit seinem Stammumfang von 3,40 Meter, dem Kronendurchmesser von 14 Metern und 23 Meter Höhe imposant. Er ist einer der wenigen verbliebenen älteren Bäume im Park, der ja insgesamt Gartendenkmal und Landschaftsschutzgebiet ist.

Eine 85jährige Bewohnerin des Hauses direkt gegenüber der Rotbuche erzählte mir heute von dem Ablauf der Brandentdeckung und der beobachteten Löscharbeiten. Doch wer den Brand im Baum gelegt hat, ist noch nicht geklärt.

Nachtrag am 25.9.2013:

Das Grünflächenamt hat den durch Brand und Löschung verursachten Baumschaden von insgesamt 16311 Euro (Baumwert) untersuchen lassen. Leider kann der wichtige Höhlenbaum nur mit dem unteren Stammteil erhalten bleiben. Deshalb erfolgt zunächst keine Nachpflanzung.

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