Entschleunigung des Radverkehrs im Grüneburgpark

Vor der Wegesanierung Maßnahmen am Runden Tisch erörtern

In Frankfurts Grünanlagen ist der Radverkehr geduldet. Das bedeutet, daß er sich dem Fußverkehr unterzuordnen und anzupassen hat und rücksichtsvoll sein muß. Das trifft auf viele Radelnde auch zu. Doch es gibt die rücksichtslosen Express-Radelnden durch die Grünanlagen. Ganz schlimm ist auch deren Klingelei, daß die Spazierenden zur Seite springen sollen. Täglich zu erleben bei bestimmten Wegstrecken im Grüneburgpark. Bisher hat sich die Stadt gegen die Fahrradraserei in den Grünanlagen nichts einfallen lassen. Sie guckt einfach weg. Das Nachsehen haben die SpaziergängerInnen in den Parks. Vorstellbar ist in manchen Parks oder entlang mancher Wegstrecken im Park ein Fahrradverbot. Am Eingang des Botanischen Gartens steht ein entsprechend großes Schild als Fahrradverbot, weil sonst Räder im Garten ständig unterwegs wären, geschoben oder gefahren. Bei der Förderung des Radverkehrs sind allenthalben Grenzen zu beachten, Auswüchse wahrzunehmen und konfliktfrei zu regeln.

Weshalb benenne ich den Grüneburgpark als Brennpunkt?
Weil in der jüngsten Magistratsvorlage M 127 vom 5.8.2013 der Radverkehr an erster Stelle genannt ist. Es heißt wörtlich: „Das neue Wegesystem soll zur Konfliktreduzierung zwischen einzelnen Nutzergruppen, insbesondere Radfahrern, Joggern und Spaziergängern, beitragen.“ Das ist nicht nur ein Schreibfehler, sondern ein Denkfehler innerhalb des Umweltdezernates und Grünflächenamtes. Priorität müssen beim Wegesystem die zu Fuß gehenden haben, die SpaziergängerInnen, die Kinder, die Laufenden. Radverkehr hat sich unterzuordnen. Das muß überwacht werden. Es gibt nur einen offiziellen „Radweg“ durch den Park. Der führt östlich in Nord-Süd-Richtung entlang dem Campus Westend als gemeinsamer Geh- und Radweg, als asphaltierte Verbindung der Sebastian-Rinz- und August-Siebert-Straße, wird aber relativ wenig befahren.

Der Radverkehr im Park ist schon jetzt vor der Wegesanierung zu entschleunigen. Die entsprechenden Maßnahmen wären nun genau zu erörtern und darzulegen und zu überprüfen, ob sie funktionieren. Es gibt Hauptrouten durch den Park. Gefällstrecken, die besonders zum Rasen mit Rädern herausfordern. Die werden durch zukünftig glatte Oberflächen, die an Erosionsstellen vorgesehen sind, noch mehr dem schnellen Radverkehr gefällig sein. Hier gilt es bauliche Maßnahmen zu treffen. Was bisher als „Bremse“, z.B. Querrillen, angedacht ist, ist mir nicht bekannt. Deshalb sollte vor der Ausschreibung der Wegesanierung klar sein, wie es hinterher aussehen soll, damit kein Weg zum schnellen, rücksichtslosen Durchradeln animiert.

Interessant wäre es sicherlich, aus der Spaziergangswissenschaft einige Aspekte zum erholsamen und ungefährdeten Spaziergang zu hören. Die radfreie Erholung findet sonst hauptsächlich auf dem Weg über Wiesen statt, wodurch neue Trampelpfade entstehen.

Ich empfehle, bei der Regelung des Radverkehrs im Grüneburgpark einen Runden Tisch einzuberufen. Wer soll dran teilnehmen? Da gibt es einmal das Umweltdezernat (Grünflächenamt), das Radverkehrsbüro (Verkehrsdezernat), den ADFC, den Ortsbeirat, die Bürgerinitiative Grüneburgpark, weitere Initiativen und die öffentliche Einladung an Bürgerinnen und Bürger.

Das schreibe ich als passionierte Alltagsradlerin, die durch Grünanlagen langsam radelt und durch keine Klingelei SpaziergängerInnen erschreckt.

Nachtrag am 5.10.2013:
Siehe da: Dieses im Grüneburgpark, aber auch in den Wallanlagen, brisante Thema greift Florian Leclerc in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau im Artikel „Wie auf der Fahrrad-Autobahn. Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern in Parks / Zu schnelles Fahren wird geahndet“

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