Florentiner Brunnen wieder zurück in Wallanlage

In Kürze soll er wieder Wasser sprudeln

Florentiner Brunnen - Alfred Graf

Gestern war ich begeistert, daß neben dem Nebbienschen Gartenhaus der Florentiner Brunnen aus dem 16. Jahrhundert wieder im Becken stand und von der Sonne beleuchtet wurde. Wie schön! Ein Mann fotografierte das schöne Stück von allen Seiten und ich kam mit ihm ins Gespräch. Es war Alfred Graf, Inhaber der Firma Graf aus Frankfurt-Nied, wie sich schnell herausstellte, der mit seinen MitarbeiterInnen den Brunnen funktional überholt hat.

Zwei Jahre war der Brunnen abgebaut. Der Auftrag der Stadt Frankfurt an die renommierte Steinmetz-Firma zur funktionalen Überholung beinhaltete, daß das Wassersystem wieder in Gang gesetzt wird. Das war sehr schwierig mit den Kupferrohren, die hindurchgeführt werden mußten, erzählte mir Alfred Graf. Unter der Holzhaube, die als Winterschutz für das empfindliche rote Kalk-Steinmaterial aus Verona, dem berühmten Veroneser Marmor, dem Knollenkalk, war also seit zwei Jahren nichts als Luft.

Über die anmutigen Figuren der SeePferdchen oder SeeUngeheuer, der Nymphen und des Amor mit Fisch obenauf (es handelt sich um eine Kopie) und das sichtbar poröse, abblätternde Material unterhalten wir uns eine Weile. Es gibt eine Reihe kaum sichtbarer, geschickt ausgeführter Reparaturen mit Epoxidharz mit Körnung, wie Alfred Graf erklärt. Polyester sei ungeeignet.

Eine verloren gegangene Spitze wurde aus Marmorbeständen nachgeformt und unauffällig ergänzt. Jetzt ohne Wasser im Becken läßt sich der wertvolle Renaissance-Brunnen, der ursprünglich bei der Villa Weinberg in Niederrad gestanden hatte, von allen Seiten gut besichtigen und das Steinmaterial mit der Hand prüfen. Ein Genuß. Ich überlege laut, daß wegen des porösen Kalksteins der Brunnen eigentlich ganzjährig unter ein Dach gehörte und im Freien eine Kopie stehen könnte.

Die Restaurierung war nicht im Auftrag der Stadt (aus Kostengründen) und brauchte noch länger. Der Brunnen insgesamt wird nach Austrocknung der Klebeverbindungen in den nächsten Tagen gesäubert, so daß er in neuem Glanze strahlt. Der Betonsockel, naja, der könnte künstlerisch geschickter ausgeführt sein.

Springbrunnen möge nächste Woche funktionieren
Das winterempfindliche Material des MarmorBrunnens wird in der FrostPeriode wieder mit einer Haube verhüllt. Doch zuvor wird das Wasserspeien getestet. Nächste Woche ist es soweit.

Das Hochbauamt hatte den Auftrag erteilt. Das Grünflächenamt wird auch über die Rückkehr des Brunnens, vor allem, wenn er Wasser sprüht, zufrieden sein. Das Denkmalamt sollte auch mal vorbeischauen. Vom Künstlerclub im Nebbienschen Gartenhaus war immer wieder nach der Fertigstellung des Brunnens gefragt worden. Auch beim Treffen des Stadtlabor Unterwegs Wallanlagen war es ein Thema, was eigentlich mit dem Brunnen sei.

Siehe dazu auch im blog hier

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