Kleine Erinnerung an Peter Kurzeck

Er ist gestorben. Mit 70 Jahren. In einem Krankenhaus. Am Montag. Schlaganfall. Mehrere Schlaganfälle zuvor. Ich höre ihn, seine Stimme, in HR 2 heute in einem Interview aus dem Jahr 2008 in der Wiederholung einer Doppelkopf-Sendung. Peter Kurzeck erzählt, exakt genau, mit lebendiger Stimme, die zum Zuhören klingt, von seinen Beobachtungen in seinem Leben, seiner Biografie. Stationen sind Böhmen, Staufenberg bei Gießen, Frankfurt, Uzés. Ich erinnere mich an kurze Begegnungen mit Peter Kurzeck vor nunmehr 25 Jahren in Frankfurt in der Siesmayerstraße in dem dortigen Kinderladen. Seine Literatur habe ich wahrgenommen, geblättert, stückweise gelesen. Und zur Seite gelegt. Drei Jahre Leben mehr hatte er gegenüber mir.

Mittags ruft eine Bekannte an, Elisabeth, Liesel. Ob ich mich erinnere. An Peter Kurzeck. Ja, Ich wollte dich auch schon anrufen. Er hatte damals seine kleine Tochter im Kinderladen abgeholt. Meine Tochter war dort sehr nett betreut. Wir unterhalten uns. Seine Stimme, seine Frisur, seine dunkle Kleidung kommen mir in Erinnerung. Ob ich mich an einer ErinnerungsAnzeige beteilige. Ja, gern. Nächsten Mittwoch um zwölf Uhr ist die Trauerfeier. Regelmäßig treffe ich Elisabeth bei großen politischen Ereignissen in Frankfurt, den antikapitalistischen Demonstrationen, Occupy und Blockupy. Die Tochter werde ich nach so vielen Jahren das erste Mal wieder sehen. Bei einem traurigen Anlaß. Wenn der Vater tot ist.

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