Historische Wallanlage – Spaziergang mit Anton Schwarzkopf vom Grünflächenamt

Beim gestrigen ganztägigen 7. Frankfurter FamilienKongress „Gärten für Familien. Frankfurt geht ins Grüne“ gab es u.a. zehn interessante einstündige Ortserkundungen als „Garteninspirationen“, darunter Bienen beim MMK, Historisches Museum, Kleinmarkthalle, Samen-Andreas sowie die Wallanlagen, wofür ich mich entschied. Anton Schwarzkopf ist Botaniker und Gärtner und kennt jeden Strauch, jeden Baum und jede Staude bei ihrem Namen. Vor paar Wochen führte er interessant durch den Huthpark.

Anton Schwarzkopf zeigt auf die Bäume unterwegs, die zwischen dem StartOrt Haus am Dom, wo der Kongress stattfindet, und Obermainanlage wachsen. Bei einem Baum frage ich: „Was ist das für eine Linde?“. Worauf er antwortet: „Das ist keine Linde. Das ist ein Zürgelbaum.“ Aha. Die kleinen schwarzen Früchte, die jetzt nach dem Blattfall am Baum geblieben sind, gehören also zum Zürgelbaum. Ich meine: „An dem unbekannten Baum wäre ein Baumschild hilfreich.“

Eine Frau aus Ober-Ramstadt im Odenwald fragt: „Was sind die Wallanlagen? Wie weit gehen sie?“ Ich erzähle ihr, daß sie auf der ursprünglichen Stadtmauer angelegt wurden und um die ganze Innenstadt als grüne Parkanlage gehen. Ein Jahr läuft das MitmachProjekt Stadtlabor Unterwegs zu den WallAnlagen, um die ziemlich unbekannten WallAnlagen in vielen Facetten in einer Ausstellung im Sommer 2014 darzustellen.

GinkgoAnton Schwarzkopf zeigt beim Rechneigrabenweiher auf die Grabplatte von Jakob Guiolett, der als Bürgermeister maßgeblich die Anlagen planerisch beeinflußt hat. Mammutbaum, SilberPappel, Eibe, BergAhorn, FeldAhorn, SpitzAhorn, SumpfZypressen werden mit Namensnennung gezeigt. Letztere werfen wie Lärchen ihre Nadeln im Winter ab. Sie wachsen relativ schnell. Auch die dicke Platane sei erst rund 80 Jahre alt, so schnell wie sie wachse. Die Esche, die im Winter an den schwarzen Knospen zu erkennen ist, hat gerade in den Frostnächten sämtliche grünen Blätter abgeworfen. Unter den Ginkgos liegt ein gelber BlätterTeppich. An einigen Ginkgos hängen Früchte, obwohl, wie Anton Schwarzkopf erzählt, vom Lieferanten alle Ginkgos als männlich eingestuft wurden. Die Früchte lassen sich sammeln und zum Keimen bringen. In asiatischer Küche werden die kostbaren Kerne wie Nüsse verwendet.

Die Stauden und Gräser am Weiher seien so ausgewählt, daß sie kein Karnickelfutter sind. Am LessingDenkmal entdecke ich einen neugepflanzten Ahorn. Der große Ahorn davor war dieses Jahr abgestorben. Ich frage, wann die BauZäune in Höhe des Spielplatzes endlich beseitigt würden. Die Leute würden sich sehr ärgern über die Baustelle, die viel zu lange die Parkflächen versperrt. Er rechnet im Frühjahr mit der Fertigstellung.

Auf dem Rückweg zum Veranstaltungsort werden noch Perückenstrauch, Craetagus mit vielen roten, eßbaren Früchten und diverse SchneeBälle gezeigt. Das KameraTeam des Veranstalters nimmt Anton Schwarzkopf am Ende für ein Interview in Beschlag. Wie schön, daß das Grünflächenamt kundige Botaniker für Führungen hat.

Nachtrag am 18.12.2013

Bei meiner RadTour durch die OberMainAnlage stelle ich erfreut fest, daß im Bereich des LessingDenkmals eine ganze Anzahl frisch gepflanzter Bäume rumsteht. Und vor allem: Der BauZaun ist komplett verschwunden! Da haben die vielen Hinweise aus der Bevölkerung was genutzt, daß das GrünflächenAmt gehandelt hat.

Auf neu eingesäte WiesenStücke weisen kleine Schilder hin, daß sie möglichst nicht betreten werden sollen. Hätte der BauZaun sonst weiter den Park bis zum Frühjahr verunziert, bis die Gräser gewachsen sind? BauZäune um GrasHalme?

Nachzutragen ist auch noch: Am Südost-Zipfel des Rechneigrabenweihers – auf dem Vorsprung – machte Herr Schwarzkopf auf die Pflanzung einer Eßkastanie aufmerksam. Eine zweite sollte wegen der Befruchtung noch gesetzt werden, meinte er.

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