GehölzSchnitt im Grüneburgpark heute von Umweltdezernentin vor Ort vorgestellt

Bürgerinitiative Grüneburgpark in ökologische Pflege der GehölzInseln ernsthaft einbezogen. BI spendiert und pflanzt einen Baum – bevorzugt einen Speierling.

Grüneburgpark Begehung 16.12.2013

Grüneburgpark Begehung am 16.12.2013

Heute: Erste Station der gemeinsamen Begehung mit der Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen), 11 TeilnehmerInnen der BI Grüneburgpark und fünf TeilnehmerInnen des Grünflächenamtes (Sattler, Gruner, Burkert, Bäsler, Knop) sowie dem Moderator Stefan Hamm-Kreilos war – am sonnendurchfluteten DezemberMontag – die ökologisch sehr bedeutsame GehölzInsel im Süden des Grüneburgparks. Im Westen waren bereits einige junge Bäume entfernt und auf einem kleinen Haufen gestapelt worden.

Mit weißen Kreuzen waren hohe, schmale, schrägwachsende, schlecht ausgebildete, selbst aufgewachsene Bäume markiert, die auf Vorschlag des Grünflächenamtes jetzt entfernt werden sollten (6 Markierungen). Mit senkrechtem weißem Strich waren durch Samen aufgewachsene Bäume markiert, die bleiben sollen. Sie sind gerade aufgewachsen, Ahorn. Ergebnis: An der Westseite ein Baum.

Wir BI-Mitglieder wurden gefragt, ob wir die vom Grünflächenamt vorgeschlagenen Maßnahmen akzeptieren können. Für dieses gesamte Areal entspann sich eine längere Diskussion um den hohen ökologischen Stellenwert dieser BaumInsel zum Beispiel für die Vögel. Außerdem wird gerade diese GehölzInsel seit Jahren als Toilette benutzt, was durch Auslichtung befördert wird, weil die dicken Bäume ungehinderter erreichbar sind. Trotzdem wurde heute für die BI-Mitglieder als Meinungsbild festgehalten, daß das Grünflächenamt zur Förderung der „idealen“ Jungbäume (die mit dem senkrechten weißen Strich), in der Regel Ahorn, die Entfernung schräg wachsender relativer Jungbäume verstanden und akzeptiert wird.

Ich stellte die Frage, was mit dem Efeu an den hohen Bäumen sei, der bereits die Kronen erreicht hat. Die Dezernentin, Biologin, erklärte, daß der Efeu nicht schade. Herr Sattler meinte, daß zur Schau der Baumpilze insbesondere der Wurzelbereich frei von Bewuchs, also auch von Efeu sein müsse. Ich zeigte auf einen Baum, an dem der dran wuchernde Stamm eines Efeu gerade durchtrennt worden war – unter starker Verletzung der Rinde. Das sei Vandalismus, wurde erklärt.

An der Ostseite des Gehölzes wurde es kritischer. Denn alle Mitglieder der BI Grüneburgpark lieben die wichtigen ökologischen Nischen im Park, die durch Wildwuchs befördert werden. Gegen die Fällung von 165 gesunden Bäumen (für Sichtachsen!) waren wir ja erfolgreich.

Entsprechend schwer fiel es, sich im östlichen Teil der GehölzInsel einer Entfernung von selbst aufgewachsenen Jungbäumen (Ahorn) zugunsten von wenigen sehr gut gewachsenen AhornBäumen anzunähern. Schließlich war als Meinungsbild festzuhalten, daß die anwesenden BI-Mitglieder zur Förderung von zwei AhornBäumen aus Selbstaussaat der Entfernung von JungBäumen in einem 1-Meter-RandStreifen und um 2 Meter um die förderungswürdigen AhornBäume zustimmen. Doch die Maßnahmen bleiben unter Beobachtung.

Auch fehlen dort eine Reihe großer Bäume, wie an den verbliebenen Baumscheiben zu erkennen ist, so daß Nachpflanzungen erforderlich sind. Jetzt ist nur noch ein Baum im gesamten Park als Nachpflanzung eingeplant, wurde mir von Herrn Burkert mitgeteilt. Es fehlen aber 126 stattliche Bäume, erwiderte ich.

Heute: Zweite Station war die Eiche im Grünen Nest (Eiben) in der Mitte des Parks. Wir raschelten angenehm herbstlich quer über die Wiese durch das PlatanenLaub, bis wir diese GehölzGruppe erreichten. Es ging um Entfernung bzw. Erhaltung von aus Samen aufgewachsenen Laubbäumen und um den Schnitt der Eiben. Bei genauer Betrachtung konnte man sich auf die Erhaltung eines aus Samen aufgewachsenen hohen Ahorn im grünen Nest einigen. Die Höhe der Eiben wird in drei Jahren reduziert, zunächst die hohen Eiben um einen Meter. Der Umfang des EibenGehölzes bleibt ohne SchnittMaßnahmen. Bei der gegenüberliegenden EibenGruppe sind auch LaubBäume – ohne zu fragen – wild aufgewachsen. Dort werden sie entfernt, obwohl mir der HolunderBaum mit seinen Blüten und Beeren als VogelGehölz besonders am Herzen liegt. Durch jahrelange Schnittrückstände ist der Konflikt überhaupt erst entstanden.

Heute: Dritte Station war in der Parkmitte nahe dem dicken LindenBaum (ältester Baum im Park von 1822) das BrombeerGestrüpp über den Forsythien. Der Vorschlag war, die Brombeeren zu entfernen und die Forsythien auf Stock zu setzen. Die hohen, selbst aufgewachsenen LaubBäume dazwischen wurden in AugenSchein genommen. Der größte, ein GötterBaum, scheint zu nah an der hohen Eibe, so daß eine Entscheidung für einen gut gewachsenen Ahorn* gefallen ist.

Dort auf Höhe des ehemaligen Palais wurde auch über die Graffiti-Schmierereien an Stele, Bänken und am Pavillon des ParkCafé gesprochen. Gerade hatte das Grünflächenamt auf unsere Bitte hin den Großteil der Bänke und einige Bäume von FarbSchmierereien gereinigt, da kam die neue FarbLadung. Eine Reinigung ist zugesagt. Eventuell müssen die Bänke sogar erneuert werden, wenn sich die Farbe nicht entfernen läßt.

Vorteil: Grünflächenamt macht Gehölzschnitt
Das Grünflächenamt übernimmt die SchnittMaßnahmen komplett, sicherte die Umweltdezernentin zu. Es ist keine Firma involviert, die in bekannter Manier Kahlschlag betreiben würde. Insofern sammeln wir Erfahrungen mit dem Sachverstand der MitarbeiterInnen des Grünflächenamtes. Kritisieren oder gutheißen können wir im laufenden Prozeß der ParkSanierung, der zunächst zwei Jahre dauern wird, immer.

Baumschilder
Der Vorschlag der BI, an Bäumen Schilder mit Baumart, Pflanzjahr und Herkunft (wie im Palmengarten und Botanischen Garten) zum besseren Kennenlernen der Bäume anzubringen, wird von der Umweltdezernentin gern aufgegriffen. Einerseits wird das Amt eine Vorschlagsliste erarbeiten. Doch wir sollen jetzt schon unsere Vorstellungen äußern, welche Bäume benannt werden sollen. Auf jeden Fall sollten die ältesten Bäume im Park markiert werden. Dann die frisch gepflanzten. Dann gibt es besonders seltene, wertvolle Bäume. Weithin unbekannt ist, daß es im Grüneburgpark verschiedene UlmenArten gibt. Im Winter interessieren auch die wintergrünen Bäume sehr stark, die namenlos rumstehen wie Mammut, Eibe, Buchs, Ilex. Es gibt wertvolle Baumgruppen mit Kastanien, Robinien, Platanen, Schwarzpappeln, Rotbuchen, die gut einen Namen vertragen. Es gibt sogar eine Anzahl WildApfel- und WildBirnenBäume. Die unterschiedlichen LindenArten und AhornArten wären auch gut zur Deklaration. Ich habe mir die vorhandenen BaumArten allmählich durch das BaumKataster angeeignet, bin aber noch nicht sehr fit. Das BaumKataster sollte öffentlich im Internet zugänglich sein.

Führungen 2014

Für 2014 hat die BI Grüneburgpark vorgeschlagen, daß das Umweltamt und/oder Grünflächenamt Führungen im Park anbietet wie es auch im Huthpark und in den Wallanlagen passiert. Die Umweltdezernentin hat eine Begehung zum Thema Geophyten vorgeschlagen. Die BI Grüneburgpark hat zu den WildPflanzen eine öffentliche Begehung am 15.6.2013 um 14 Uhr mit dem BUND terminiert.

Im Frühjahr 2014 wird der Schaukasten im Eingangsbereich des Grüneburgparks an der Siesmayerstraße aufgestellt, den wir von der BI Grüneburgpark mit bestücken.

Ich persönlich freue mich sehr über die sehr gute Entwicklung im Umgang mit dem Grüneburgpark und seinen Bäumen. Die Bürgerbeteiligung funktioniert auch dank des persönlichen Einsatzes unserer Umweltdezernentin Rosemarie Heilig.

*
Wichtige Nachbemerkung am 3.4.2014
Traubenkirsche Grüneburgpark
Der `Ahorn` stellt sich als Traubenkirsche heraus. Jetzt blüht der Baum und treibt Blätter. Da ist es eindeutig. Eine Baumbestimmung im Winter ist schwer. Am 16.12.2013 wurde geraten und nicht bestimmt. Waren vom Grünflächenamt eigentlich Fachleute dabei?

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