Denkmalschutz Frankfurt – unterhaltsamer Bericht für 2013 heute im Planungsdezernat

Der Erhalt der Reste der Alten Stadtmauer am Opernplatz ist kein Thema
Auch für das Stadtlabor Unterwegs – Wallanlagen Fossilien-Fund (Weltnaturerbe) und Stadtmauer kein Thema des Historischen Museums?

Der Bericht zum Denkmalschutz 2013 in Frankfurt fand heute von 18 Uhr bis 19.10 Uhr im Planungsamt „von der Kanzel“ statt. Vielleicht 100 Personen mögen zugehört haben, größtenteils InsiderInnen, viele Anwesende von Amts wegen. Diskussion und Rückfragen wurden abgewürgt.

Ich war vor allem da, um beim Bericht von Andrea Hampel, Expertin der archäologischen Bodendenkmäler und Leiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde, zu hören, ob zur endgültigen Vernichtung der alten Stadtmauer im Bereich der Bockenheimer Anlage in der Baugrube des Luxushotels öffentlich Stellung bezogen wird. Regelmäßig stelle ich hier im blog die Fotos der Zerstörung des Altertums ein.

Bereits beim Bau des sogenannten unterirdischen Mainova-Umspannwerks in der Bockenheimer Anlage ab 2008 – insgesamt ein Verstoß gegen die Wallservitut – war die Alte Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert freigelegt worden, doch die Öffentlichkeit erfuhr davon wenig bis nichts.

Die Öffentlichkeitsarbeit zum Denkmalschutz in Frankfurt ist äußerst schwach bis ungenügend. Frankfurt ist seit altersher eigentlich eine archäologische Fundgrube für alte Besiedlung. Doch die Fundgruben vor Ort, die große Chance einer kollektiven historischen Bildungsbewegung an authentischen Orten, werden größtenteils systematisch zerstört.

Olaf Cunitz führte als zuständiger Dezernent heute in die Thematik ein. Er bekannte sich verbal zum Denkmalschutz, zu Denkmälern als „unseren größten Schatz“. Doch wußte er: „Die reine Lehre wird es in Frankfurt nicht geben.“ Gegen alle Realität behauptete er für das Jahr 2013: „Kein einziges Kulturdenkmal ging verloren.“ Dabei erleben wir täglich, wie die Reste der alten Stadtmauer in der Baugrube des Sofitel Hotels am Opernplatz 14 und in der Baugrube von Flemings Hotel verloren gehen.

Als ThemenGeberin und Beteiligte am Projekt Wallanlagen – Stadtlabor Unterwegs wird es mir noch nicht mal gelingen, das Thema unterzubringen. So gering ist das Interesse des Denkmalschutzes und des Historischen Museums an der Erhaltung der denkmalwürdigen Substanz der Reste der Alten Stadtmauer.

Dabei sind die Funde bemerkenswert, wie Andrea Hampel heute anhand von eindrucksvollen Fotos zeigte. So wurde in der Tonerde ein Fisch als Fossil freigelegt, vergleichbar der Funde in der Grube Messel. Der Aufbau der verschiedenen Bollwerke der Verteidigungsanlage ist auch gut erhalten und abzulesen — gewesen. Bis vor wenigen Tagen. Nichts bleibt mehr.

Denn der Abbau der historischen Schätze in der Baugrube des Sofitel-Hotels am Opernplatz ist rasant.

Nichts bleibt mehr übrig, wenn in Frankfurt, angeblich der FahrradStadt, „dringend“ unterirdische AutoAbstellPlätze für LuxusLimousinen geschaffen werden müssen, dank der schwarz-grünen Stadtregierung.

Vom Denkmalschutz erwarte ich mehr.

Es ist von „Rückbau“ die Rede statt von „Zerstörung“

In der Frankfurter Rundschau gibt es am 8.2.2014 dazu den Bericht „Sensationsfund am Opernplatz“. Da geht es um den fossilen Fisch.

Zur Zerstörung der alten Stadtmauer schreibt Claudia Michels:

„Am Opernplatz, am Rand der Bockenheimer Anlage, wird seit geraumer Zeit die frühere Frankfurter Stadtmauer samt Eckbastion Stück für Stück aufgegraben, vermessen und wieder abgetragen. Auch für die nächste Woche weist der Baustellenkalender täglich den gleichen Eintrag auf: `Archäologische Untersuchungen der Stadtmauer und deren Rückbau nach behördlicher Freigabe.`“

Nachtrag
Zu den Fossilien berichtet die FNP am 12.2.2014

Die FR berichtet am 12.2.2014 vom „Opernplatz-Fisch“ im Artikel „Es ist ein Wolfsbarsch“. Leider kein Link möglich.

Auch die FAZ berichtet

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