Im Fokus Bockenheimer Anlage – Vor genau zwei Jahren wurden 23 Bäume gefällt

Die Bäume wurden nicht ersetzt. 23 Bäume Opernplatz

Ein Teil der Bäume ist auf meinem Foto von 2012 am Rand des Weges noch zu sehen. Im einzelnen fielen gegen unseren Protest 9 FeldAhorne, 4 Weymoutkiefern, 2 Hainbuchen, 1 SpitzAhorn, 1 WinterLinde, 1 SumpfZypresse, 2 Zypressen, 2 Platanen, 1 RotEiche.

Es war ein bitterkalter Februar 2012. Es waren bittere Tage. Am 1. März 2012 stand keiner der Bäume mehr. Denn da beginnt der VogelSchutz. Haha!

Bei dem Interview, das ich diese Woche am Rand der Baugrube dort in den Wallanlagen gab, klang meine Trauer immer noch durch. Denn die Erinnerung behalte ich als einen Schatz. Wir haben gekämpft. Haben 400 Unterschriften gesammelt. Haben bei einem Ortstermin um jeden Baum gerungen.

Wir haben vergeblich gekämpft. Das InvestorenInteresse siegt in Frankfurt immer vor WallServitut und Bäumen, egal wer an der StadtRegierung ist. Die Grünen sind die Meister der Verführung.

Ich solle doch was Schönes sagen, meinte die junge Interviewerin. Zum Beispiel, wie es damals noch mit den Bäumen war. „Sie sagten vorhin, es war ein verwunschener Weg zwischen den Bäumen mit viel Schatten, viel Atmosphäre, abseits vom Autoverkehr.“

„Ja, das sagte ich, weil ich das sehr mochte. Dort war es ruhig am Hang. Es lagen wunderschöne Zapfen rum, die ich manchmal einsammelte.

Sie sind eine andere Generation. Sie wollen was Schönes hören, anstatt meine Trauer über die verpfuschten Bäume. Das ist aber die wichtige Seite der Vergangenheit hier in der Anlage. Das ist auf Dauer und unwiederbringlich kaputt.

Schauen Sie sich diesen SüdHang oberhalb des Teichs an, der jetzt Albert-Mangelsdorff-Weiher heißt. Dort war ein gut angelegter, terrassierter Hang. Wir blickten auf die stattlichen Platanen entlang der Hochstraße. Acht davon sind einfach platt gemacht worden. Für das Umspannwerk, das unterirdisch sein sollte, doch diesen entsetzlichen braunen Aufbau als DauerBaukörper hat. Gefällt Ihnen das? Ist das im Sinne des Denkmalschutzes?

Ich saß dort im Sommer 2012 mit dem LandschaftsArchitekten Herbert Heise. Er war einfach entsetzt über diese grauselige Zerstörung. Er empörte sich über den kahlen Hang. Er empörte sich über den grün-kloakigen Teich. „Es fehlen die Wasserpflanzen! Der jetzige Gartenamtsleiter hat sie einfach entfernen lassen. Beim Hang hat er mich gar nicht gefragt. Obwohl ich die Anlage von 1980 – 1982 aufgrund eines Wettbewerbs gestaltet habe.“

Sie antwortete: „Ich kenne es nicht anders. Ich bin erst seit Oktober 2013 in Frankfurt.“

So wird es vielen gehen. Ob Zugezogenen, Touristen oder FlaneurInnen aus den Büros in der Mittagspause. Sie haben keine Erinnerung. So ist ihnen der Vergleich zwischen Vorher und Nachher fremd. Sie wollen nur das Positive wahrnehmen. Wenn sie überhaupt ihre Umgebung wahrnehmen. Es ist eine Event-Generation. Der Begriff der Nachhaltigkeit und der besondere Schutz der alten Bäume in der Stadt ist bedeutungslos. Hauptsache, es wird Geld verdient.

Die Interviewerin sagt noch: „Aber Frankfurt hat doch einen Preis bekommen, daß sie die Europäische Stadt der Bäume 2014 sei.“ Ich antworte ihr: „Frankfurt ist die Stadt der BaumVernichtung im großen Stil. Schauen Sie sich die 15 Baugebiete an, die jetzt in der Abstimmung stehen. Dort wird massiv Grün zerstört, alte Bäume eingeschlossen.“

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