Historische Stadtmauer am Opernplatz – für Olaf Cunitz kein erhaltenswertes BauDenkmal

Bagger gegen historische Stadtmauer – Bagger für Tiefgarage des 5-Sterne-Sofitel-Hotels
Hier im blog habe ich die Zerstörung der gut erhaltenen Stadtmauer in der Baugrube des Sofitel-Hotels dokumentiert. Die Presse schwieg dazu, hatte nur bei der Freilegung der 100 Meter sehr gut erhaltenen Mauerreste im November 2013 jeweils einen kurzen Bericht mit Foto gebracht. Das wars auch schon. Die Presse ignorierte meine Bitte um Berichterstattung über die schändliche Zerstörung.

Auch die Stadtverordneten interessierte das Thema nicht öffentlich. Erst jetzt nach der kompletten Zerstörung findet sich eine Anfrage im parlamentarischen Geschäftsgang. In der Anfrage fand ich den Hinweis zur vorangegangenen Frage Nr. 1423 / 2014.

Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz, Die Grünen, verkündete in der Stadtverordnetenversammlung am 3.4.2014 schriftlich auf die Frage Nr. 1423:

„Im Rahmen der Erdarbeiten zur Neubebauung des Hotels am Opernplatz sind erwartungsgemäß Reste der mittelalterlichen Wassergrabenmauer und Teile der frühneuzeitlichen Bastionsmauer erfasst worden. Dies war der Bauherrschaft schon in der Planungsphase bekannt. Die vollständige Dokumentation und Freilegung ist als Bedingung in der Baugenehmigung formuliert.

Die erhaltenen Reste reduzierten sich aufgrund der vorangegangenen Bebauung und der Schleifung der Anlagen seit 1806 auf die Fundamente.

Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung erlaubt den Abriss der Bauteile nach Freilegung und Dokumentation. Dies ergab sich im Abwägungsprozess aufgrund der Bauplanung und des Erhaltungszustands der Mauern.

Die Maßnahme erfolgte im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Die Bauherrschaft ist ihren gesetzlichen Verpflichtungen, die sich aus dem Hessischen Denkmalschutzgesetz ergeben, vollumfänglich nachgekommen.“

Die Antwort klingt so, als habe der Investor sie wortwörtlich geschrieben. Das ist typisch für Frankfurt.

Wie sagt meine Freundin: „Die Investoren in ihrem Lauf, halten weder Wallservitut noch Bäume auf.“
………………………………………………………………..
Was sagen Sie dazu?

Würde ein Akteneinsichts-Ausschuß die Vorgänge um den fehlenden bzw. miserablen Denkmalschutz in Frankfurt am Beispiel der historischen Stadtmauer am Opernplatz aufdecken?
War die endgültige Zerstörung der mittelalterlichen Stadtmauer ein weiterer Verstoß – wie so viele vorangegangene – gegen die Wallservitut?

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