BlindenLeitSystem in Offenbach und Frankfurt

Weisse Streifen mit Noppen und Rippen für die Sicherheit und Orientierung

In der Offenbach Post lese ich heute, daß Susanne Reith, Expertin des Hessischen Blinden- und Sehbehinderten-Bundes (BSBH) das taktile Leitsystem in Offenbachs Innenstadt unter die Lupe nahm und oftmals bei der Verlegung erhebliche Mängel feststellte. Was mich aufhorchen läßt, ist die kritische Bestandsaufnahme für Frankfurt:

Die Expertin hat solche Planungsmängel auch bei geschätzt 90 Prozent der Frankfurter Projekte beobachtet.
Das größte Problem: Verbände und Betroffene würden nicht oder erst zu spät in die Planung miteinbezogen. Zudem gebe es kein einheitliches Prinzip, an das sich alle Kommunen halten. „Es gibt zwar eine DIN-Norm für Bodenindikatoren, aber die gilt als überholt.“ Deshalb erstellt diesbezüglich jede Kommune ihren eigenen Leitfaden.“

Blindenleitsystem rund um den Eschenheimer Turm in den Wallanlagen
Als Stadtverordnete in Frankfurt der Jahre 2002 – 2011 hatte ich mich jahrelang mit dem Thema Barrierefreie Stadt und Blindenleitsystem befaßt, nachzulesen in Anträgen und Anfragen. Gut erinnere ich mich an die Begehung rund um den Eschenheimer Turm. Die gesamte, sehr große Kreuzungs- und Querungssituation war neu gestaltet worden. Ich erkundigte mich damals beim BSBH, der in der Eschersheimer Landstraße seinen Sitz hat, ob das akustische und taktile Leitsystem rund um den Turm richtig verlegt sei. Nein, war die Antwort. Nach Begehungen mit blinden und sehbehinderten ExpertInnen, Erstellung eines genauen Protokolls sowie anschließender Begehung mit Fachleuten des Straßenverkehrsamtes und des Straßenbauamtes wurde vieles, sehr vieles nachgebessert. Nachbesserungen kosten bekanntlich mehr Geld, als gleich richtig zu planen und gleich richtig zu bauen.

Es wurde für zukünftige Verkehrsbaumaßnahmen zugesagt, die neuen Standards bei jeder Straßenbaumaßnahme zu berücksichtigen und mit der Mobil in Frankfurt-Gruppe (MiF) des BSBH abzusprechen.

Deshalb wundert mich jetzt die Aussage, daß 90 % der Projekte in Frankfurt Fehler hätten.

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