TaunusTurm: Weisse BetonBäume ragen in den Himmel

Öffentlicher Unort Taunustor 1- 3
weisse Bäume am Taunusturm

Die weissen Säulen des TaunusTurms sind die seelenlosen, astlosen, blattlosen „Bäume“ der Architekten. Kein Vogel kann dort nisten und singen. Weshalb entstand vor den Arkaden keine LindenAllee? Die Investoren des TaunusTurms und der Frankfurter Magistrat haben vor allem für sehr viel Beton rund um den TaunusTurm gesorgt. Wie mein Foto zeigt, ragen in der Straße Taunustor keine hohen AlleenBäume in den Himmel.

„Speichen und Strahlen“ als Konzept des Frankfurter Magistrats, grüne, baumbestandene Verbindungen zwischen der Innenstadt und dem GrünGürtel zu schaffen, ist hier wieder einmal gescheitert. Die Begrünung der Innenstadt hat durch den Turm nicht zugenommen. Es entsteht dort keine WohlfühlAtmosphäre, die der Erholung dient. Es ist ein Unort. Die gesamte, laute, verkehrsumtoste Kreuzung von Taunustor und der Neue Mainzer Strasse ist ein Unort. Bestens videoüberwacht. Auf der Nordseite des Taunustors – und in der Großen Gallusstrasse als Fortsetzung Richtung Konstablerwache – stehen wenigstens Linden, die mehr oder weniger gut gedeihen. Doch gerade von BauContainern arg bedrängt werden. Rücksicht auf Bäume ist nicht oberste Maxime in Frankfurt.

Die Wirklichkeit zeigt: Wieder wurde eine Chance für mehr Bäume und mehr Begrünung des öffentlichen Raums in der Frankfurter Innenstadt in großem Stil vertan. Weisse Säulen mit allgegenwärtiger VideoÜberwachung ragen auf. Im Gegensatz zu Bäumen mit Blättern und Ästen sind BetonSäulen pflegeleicht. Die Umgebung des TaunusTurms ist eine BetonWüste. Sie heizt sich entsprechend auf. Klimaveränderungen und Mikroklima sind keine Themen des Städtebaus der Gegenwart. Für die Zukunft bauen? Kein Thema.
Betonflächen an Wallanlage_Taunusturm

Bei so viel Beton wird der Staub nicht durch Laub gebunden. Die Wallanlage, hier die Gallusanlage, wird komplett vom Hochhaus vereinnahmt. Das öffentliche Grün, durch die Wallservitut eigentlich für die Öffentlichkeit geschützt, wird das Entrée des privaten Turms und mit ihm vermarktet. Die KugelBrunnen sind abgerissen. Wo ist ihr neuer Standort? Viele Büsche in der Gallusanlage wurden abgesägt und abgeräumt. Die Eiben wurden enorm stark zurückgeschnitten, damit der Autoverkehr immer sichtbar ist. All das passiert in den letzten Wochen, während das Stadtlabor Wallanlagen läuft. Ökologische Nischen sind zerstört.

Schon beim OpernTurm war erkennbar, wohin der StädteBau geht. Rings um die Türme entstehen Brachen, sterile Wiesen, ArchitektenSpargel statt Bäume. Nichts wird gegen Hitze, Staub und Lärm unternommen. Urban Gardening Projekte werden nicht systematisch angedacht. Das nächste Desaster könnte an der Junghofstrasse bei dem Sparkassenbau an den Wallanlagen entstehen, wenn das Grün auch dort radikal entfernt wird. Denn die Hochhäuser vertragen für ihre „herausragende Optik“ ringsum keinen Bewuchs. Der Stadtplanung und den Architekten, die Wettbewerbe gewinnen, fehlt der Sinn für Ökologie und Nachhaltigkeit. Der Jury ebenfalls. Anders lassen sich solche baumlosen Straßen, Plätze und Hochhhausumgebungen nicht erklären.

Fazit: Die weissen Säulen des TaunusTurms sind die seelenlosen, astlosen, blattlosen BetonBäume der Architekten.

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