EntenMama mit Nachwuchs auf Balkon

Westend. Emil-Claar-Str. 10

Es war gestern gegen 12 Uhr mittags, als eine Stockente mit lautem Geschnatter durch die GlockenBlumen des Vorgartens lief, hinter ihr ein Winzling von Küken. Sie tranken aus der Wasserschale, watschelten weiter hin und her, ganz aufgeregt.

Als ich um 18 Uhr wieder dorthin zurückkam, stand ein gelbes Auto eines Tierrettungsdienstes in der Straße.

Ein Mann trug einen grünen Korb. Die EntenMama war mit sieben Küken darin. Doch zwei Küken fehlten noch. Sie hielten sich gut versteckt.

Die Frauen der Nachbarschaft nahmen an der Rettungsaktion regen Anteil. Sie erzählten: Der Balkon im zweiten Stock war das Domizil der Stockente. Sie legte dort ihre neun Eier, brütete aus und nach drei Wochen waren die Jungen nun flügge. Die Bewohnerin hatte sich schlau gemacht, was zu tun sei. Man hatte ihr geraten, die EntenMutter drei Wochen nicht zu stören. Dann würde die EntenFamilie wohlbehalten zu einem Gewässer gebracht werden können.

Den Abstieg vom zweiten Stock machten die Enten gestern selbständig, indem sie sich am RegenRohr oder den RankPflanzen runter fallen ließen. Doch die Prozedur dauerte mehrere Stunden, bis alle unter heftigem Geschnatter und Lockrufen der EntenMama nach unten gefallen waren. Wohlbehalten.

Das unüberhörbare Spektakel der EntenMutter hatte die Frauen der NachbarHäuser aus ihren Wohnungen gelockt, die neugierig Anteil nahmen und gute Tipps austauschten.

Am Abend gab es viel zu erzählen. Auch von anderen VogelRettungsAktionen. So erzählte Ria, daß sich im Lichtschacht ihres Hauses mal ein junger Mauersegler versegelt hatte, den die Vogelmutter lockte und schließlich zum Freiflug bewegte. Ein andermal waren es Rotschwänzchen, die wohl in der Dachrinne genistet hatten. Ein Jungvogel schaffte das Überleben, zwei andere junge Vögel lagen tief unten tot im Lichtschacht.

Eine Frau befürchtete, daß die städtischen Raben nun die zwei verlassenen Entenküken malträtieren könnten. Die Aufmerksamkeit war weiterhin darauf gerichtet, zwei kleine braune Knäuel zu sichten, sie in einem Karton zu sichern und den Tierrettungsnotdienst zum Abholen anzurufen. Ob das gelang?

BalkonEnten sind Abenteurer. Vögel aller Art beleben das Quartier, sorgen für aktive Nachbarschaft, lassen die Herzen laut schlagen und sind unendlicher Gesprächsstoff.

Noch kreisen hier sehr wenige Mauersegler. Rotschwänzchen wurden schon länger nicht mehr gesichtet. Doch ein Zwergspecht suchte die abgestorbenen Äste des Götterbaums nach Futter ab.

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