Bauzaun des Fünf-Sterne-Sofitel-Luxushotels in der Bockenheimer Anlage – ein Unort für unser Picknick

Baustellen-Picknick Wallanlagen

Gestern, am Dienstag, 24.6.2014 war es so weit: Um 16 Uhr trafen wir uns bei wunderbarem Sommerwetter vom Stadtlabor Unterwegs zum Picknick am Bauzaun. Die Litfaßsäule mit der Mahnung an die 23 Bäume, die im Februar 2012 für das Luxushotel gefällt wurden, steht noch bis zum Ende der Ausstellung am 21.9.2014. Wir laden Alle zum nächsten Picknick am Dienstag, 1. Juli 2014 um 16 Uhr ein.

Wir, das sind Gisela Becker und Gisela Henning, die den Ausstellungsbeitrag mit Fotos und Texten zum Stadtlabor Wallanlagen des Historischen Museums zusammengestellt haben. Wir sind CoKuratorinnen, wie alle anderen, die zur GesamtAusstellung beitragen. Wichtig sind uns die öffentlichen Diskussionen: Wem gehört die Stadt? Wem gehören die Wallanlagen? Was ist Ihre Meinung? Was sagen Sie zum Projekt Stadtlabor Wallanlagen?

Wir haben Zettel vorbereitet, auf denen Sie Ihre Meinung an der Litfaßsäule kundtun können.

Zwei Beispiele von gestern:
„Natur wird plattgemacht, es geht nur noch um Profit!
Bürger werden nicht mehr gehört, Menschen und Tiere verdrängt – schrecklich!“

„Ich gehe in der Anlage täglich spazieren und stelle mit Empörung fest, daß so nach und nach große Baufirmen Stück für Stück uns Bürgern die Anlage wegnehmen. Erst das Hilton, jetzt die Großbaustelle Ecke Opernplatz. Da sieht man mal wieder: Geld regiert die Welt!“

BAUMSCHILDER an die alten und seltenen Bäume

Gleichzeitig haben wir eine Unterschriften-Aktion für Baumschilder an den Bäumen der Wallanlagen gestartet. Der deutsche und botanische Name soll drauf stehen sowie das Pflanzjahr. Gestern hängten wir ein solches grünes Schild in GroßFormat an den Baum Nr. 53 „Stiel-Eiche, Quercus robur, Pflanzjahr 1880„. Die dicke, alte Eiche mit 3,10 m Stammumfang steht gegenüber unserer Litfaßsäule in der Liesel-Christ-Anlage direkt am Weg. Der Weg durch die Anlage hat sich zur RadExpressRoute entwickelt, so scheint`s.

Dank an den Journalisten Hans-Ludwig Buchholz, der uns neugierig befragte und so schnell den großen FR-Artikel (erschienen am 25.6.2014) verfaßte: Picknick fürs Grün der Anlagen. Protest als Teil des „Stadtlabors“/“Nicht immer noch mehr Einschnitte“. Nachzulesen hier.  Mit schönem Foto von Christoph Boeckheler. Dem ich meine Kamera für unser Foto in die Hand gab.

Am 24.6.2014 erschien in der FAZ der Artikel zum Projekt Wallanlagen und zu unserer Litfaßsäule: „Eine Grünanlage wird zur Bühne“, nachzulesen hier.

„Die Investoren in ihrem Lauf halten weder Wallservitut noch Bäume auf.“

Lieber wäre uns die grüne Wallanlage ohne jede private Baustelle. Darauf sollte die Stadt dringen. Die Hotels und mittlerweile auch ein Wohnhaus an der Petersstraße verkleinern die öffentlichen Wallanlagen immer mehr. Kein Wallservitut schützt sie, wenn der schwarz-grüne Magistrat die Privatisierung jeglichen öffentlichen Grüns seit Jahren ungehindert vorantreibt. Und die öffentlichen Bäume zum Beispiel auf dem Opernplatz vernachlässigt. Die Zierkirschen auf der Tiefgarage sehen seit Jahren elend aus, zwei Nachpflanzungen fehlen, doch die Autos wachsen dort, obwohl es eine Fußgängerzone und kein Parkplatz ist.

Nachtrag zum 1.7.2014:

Die grünen Baucontainer der Firma Cells Bauwelt für das Luxushotel, die Ende Juni neu in der Bockenheimer Anlage aufgestellt wurden, kommen der alten Eiche gefährlich nahe. Das Ast- und Blattwerk ist bedroht, die Ventilatoren schaden unmittelbar. Das Grünflächenamt ist angeschrieben. Die Beeinträchtigung ist mit Fotos dokumentiert. Die Bauaufsicht hätte die Baucontainer auf keinen Fall in der öffentlichen Anlage genehmigen dürfen. Noch dazu stinkt es dort aus den Containern und den Rohren gewaltig, eine richtige Schweinerei.

Die Container der Bauleitung passen gut in die Hochstraße, auch als Abschirmung für die dortige Wohnbevölkerung. Die erste ContainerWand in der Hochstraße, die nach Gerichtsprozessen gegen den infernalischen Baulärm aufgestapelt worden war, ist vor einiger Zeit entfernt worden, so daß jetzt Platz für die grünen Baucontainer ist.

Planungs- und Umweltdezernat, beide durch grüne Dezernenten geleitet: Rettet die Bäume – Rettet die Wallanlagen!

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