Baumkataster Frankfurt – für 27.6.2014 Veröffentlichung versprochen

Termin bis Ende 2014 verschoben *
Mit Baumkataster Huthpark jetzt starten
Frankfurter Baumkataster mit Bürgerbeteiligung und Studierenden prüfen und vervollständigen

Mit zwei Themen wollte Frankfurt bei der Vergabe des Lobby-Preises „Europäische Stadt der Bäume“ am 27.6.2014 punkten: Erstens mit dem Thema Höhlenbäume und zweitens mit dem Thema Veröffentlichung des Baumkatasters in digitaler Form. Überrascht lese ich, daß das Baumkataster weiterhin nicht allen zur Verfügung steht.

Was ist der Grund? Darüber wird sich offiziell ausgeschwiegen. Meine Vermutung ist, daß die einzelnen Kataster der Parkanlagen, der Friedhöfe und jeder Straße zu unvollständig und teilweise grob fehlerhaft sind. Dabei war genügend Zeit, das ambitionierte Ziel ohne weiteres zu erreichen. Die Bäume sind da, sie müssen nur alle richtig eingegeben werden. Und dies korrekt. Da reicht nicht die Tätigkeit am Rechner. Jeder Baum muß vor Ort nachgeprüft werden. Auch die Baumlücken nach Fällungen müssen erfaßt werden. Außerdem muß die Baumart wissenschaftlich auf korrekte Benennung überprüft werden, da sich auch dabei Fehler einschleichen. Manchmal steht in den Baumkatastern „Unbekannt“, z.B. bei dem Maulbeerbaum in der Bockenheimer Anlage nahe dem Eschenheimer Turm. Er hängt Jahr für Jahr voller Früchte.

Mit Hilfe von Studierenden und Ehrenamtlichen wäre das Projekt Baumkataster ohne Probleme zu stemmen. Die Ausrede, daß nicht genügend Personal im Grünflächenamt sei, ist nicht stichhaltig.

Fehlerbereinigung (Controlling) bei Baumkatastern

Erhebliche Fehler sind bei den Bäumen in den Wallanlagen dokumentiert. Seit Februar 2014 hatte ich für die gesamten Wallanlagen die Gelegenheit genutzt, das Kataster und den Baumplan mit der Realität zu überprüfen. Darüber berichtete ich hier. Mein Angebot ans Umweltdezernat, ehrenamtlich zur Vervollständigung des Katasters bei der Anzahl der Bäume beizutragen, wurde nicht beantwortet. Bürgerbeteiligung scheint unerwünscht. Erwähnt sei, daß ich seit Frühjahr 2013 um das Baumkataster als Vorbereitung für das Projekt Wallanlagen des Historischen Museums Stadtlabor Unterwegs gebeten hatte. Ein Jahr sollte eigentlich reichen, mir ein fundiertes Kataster zu übergeben. Es wäre ein sehr positiver Beitrag des Grünflächenamtes zum diesjährigen Projekt Wallanlagen gewesen.

Kataster der Höhlenbäume
Die Veröffentlichung von HöhlenbaumKatastern würde ebenfalls darstellen, daß Kataster und Realität nicht übereinstimmen. Und es wird von Verwaltungsseite die Befürchtung geäußert, daß die Transparenz eventuell den nistenden Vögeln und Fledermäusen schaden könnte. Dieses TotschlagsArgument wurde auch gegen die Veröffentlichung des BaumKatasters vorgebracht.

Um es deutlich zu machen: Es geht nicht um die Veröffentlichung von Nistplätzen. Doch erreicht werden soll, daß die Öffentlichkeit kontrollieren kann, ob die Verwaltung genügend Umsicht bei Höhlenbäumen walten läßt und wirklich alle erfaßt. Beim Grüneburgpark haben wir das höchst unvollständige HöhlenbaumKataster in PapierForm nämlich. Es handelt sich um keine MeisterArbeit sondern um Dilettantismus, wie wir dem Umweltdezernat mehrmals rückmeldeten. Verwaltungshandeln muß transparent sein und Bürgerbeteiligung wünschen und einplanen. Wir haben uns mehrere Male die Bäume im Grüneburgpark angeschaut und viele mit Höhlen entdeckt, die in dem Kataster nicht aufgeführt sind. Die Höhlenbäume haben ein kleines silbernes Etikett.

Frage: Wenn schon das BaumKataster Grüneburgpark nicht alle vorhandenen Bäume erfaßt, wie soll dann ein HöhlenbaumKataster vollständig sein?

Korrekte Baumkataster jetzt veröffentlichen
Mein Vorschlag ist weiterhin, bei der Veröffentlichung mit Baumkatastern jetzt zu beginnen, die einigermaßen stimmen. Vielleicht ist es der Huthpark? Das Baumkataster Huthpark habe ich und empfehle es zur jetzigen Veröffentlichung.

Mehr hier
und hier

* Nachtrag am 2.8.2014

Heinz-Peter Westphal, beim Grünflächenamt Projektleiter für Baumkontrolle und Baumkataster, sprach mich nach Ende der BaumVeranstaltung im Dominikanerkloster an. Er könne sich nicht erklären, wie es zu der Annahme von mir gekommen sei, daß es bei der online-Version des Baumkatasters zur Verzögerung bis Ende 2014 käme. Ich verwies ihn auf die Presseerklärung vom 27.6.2014., siehe obiger link.

Hier die entscheidende Passage, nachzulesen auf Seite 5:

„Ende 2014 wird das Baumkataster des Grünflächenamtes, in dem u.a. Baumart, Größe und Alter des Baums dokumentiert sind, in Teilen online der Bevölkerung zugänglich sein.“

Per email schickte ich ihm diesen Nachweis zu, doch er antwortete nicht.

 

 

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