Über 100jährige Kastanie im Grüneburgpark gefällt

Wie ernst ist es dem Umweltdezernat mit der Erhaltung von Höhlenbäumen?

Die alte, dicke RoßKastanie Nr. 1455, die in Höhe des HundeAuslaufPlatzes stand, ist abgesägt worden. Das erschüttert mich. Die Kastanie hätte, wenn ihr Stamm stehengeblieben wäre, ein sichtbares Beispiel für den Erhalt von senkrecht stehenden TotholzBäumen werden können. Davon gibt es im Grüneburgpark und in den anderen Frankfurter Parkanlagen viel zu wenige.

Im Grüneburgpark sind mir vier stehende Totholzbäume bekannt. Einer davon, die alte Pappel innerhalb des HundeAuslaufPlatzes, wird im Video gezeigt, das für die Lobby-Prämierung „Stadt der Bäume“ im Internet abzurufen ist.

Bei den BaumSpaziergängen der Mitglieder der BI Grüneburgpark in diesem Jahr fiel auf, welche Bäume nach dem Blattaustrieb deutliche Schäden zeigten. Die jetzt mit der Motorsäge flach gelegte alte Roßkastanie hatte schütteres Laub und war sichtbar am Absterben. So fragte ich beim Grünflächenamt am 16.6.2014 per mail an, was mit dem Baum geplant sei. Und ob die Kastanie als TotholzStamm stehen bleiben könne.

„16.6.2014 Guten Tag,
die Kastanie Nr. 1455, die in der Kastanien-Allee in der Fortsetzung der
August-Siebert-Strasse vor dem Hunde-Auslauf-Terrain steht, stirbt ab. Sie wurde laut Kataster, wie die Kastanien Nr. 1456 und 1457, 1910 gepflanzt. Wie wird mit der absterbenden Kastanie verfahren? Wie lange bleibt sie mit Krone stehen? Kann sie als Totholz-Stamm stehenbleiben?
Mit freundlichen Grüßen Gisela Becker, Mitglied der BI Grüneburgpark“

Die Antwort vom Grünflächenamt am 27.6.2014 war negativ. Hier der Wortlaut:

„Die Fällung der kranken Kastanie ist für die nächsten Tage vorgesehen. Es ist nicht vorgesehen den Stamm zu erhalten. Der Alleencharakter soll erhalten bleiben. Vor diesem Hintergrund ist von uns eine Nachpflanzung im kommenden Herbst 2014 vorgesehen.“

Schon am 25.6.2014 hatte der Ortsbeirat 2 die Meldung zur Fällung dieser alten Kastanie erhalten. Und kurze Zeit später fand sich die Meldung auf frankfurt.de und daraufhin in den Tageszeitungen.

Die Begründung, daß der Charakter einer Allee im Park erhalten werden solle, war formal und schematisch. So schrieb ich die Umweltdezerntin an. Von dort kam umgehend die Antwort, daß nicht nur die Allee ein Grund sei, sondern auch die Verkehrssicherheit. Doch war und ist die wirklich gefährdet? Ist dafür der Beweis wirklich angetreten worden? Wurde ein entsprechendes Gutachten erstellt? Oder spielte Panik und Angst vor Eventualitäten die Hauptrolle? Und letztlich doch die Optik: Die Gestaltung als Allee? Das PlanPflegeWerk von Barbara Vogt im Hintergrund?

Hätte ich die Kastanie vielleicht besser nicht melden sollen, damit sie noch eine Weile vor sich hin lebt und hinstirbt und die Spechte dran rum klopfen, damit es ein besetzter Höhlenbaum wird?

Sterbende Kastanien in den Straßen
Jedenfalls stehen in den Straßen im Umkreis des Grüneburgparks (August-Siebert-Straße und Grüneburgweg) eine Reihe absterbender großer Kastanien, bei denen die Motorsäge noch nicht angesetzt wurde und keine Ersatzpflanzung angekündigt ist. In der August-Siebert-Straße handelt es sich wirklich um eine Allee mit schlecht wachsenden Roßkastanien. Im Grüneburgweg stehen nur an der Nordseite Bäume, eine einseitige Allee, mit 4 – 5 absterbenden Kastanien.

Die Verkehrssicherung und die Schaffung eines wunderbaren Baumbestandes hat in den beiden Straßen keine Priorität. Im Gegensatz zu der Altkastanie im Grüneburgpark. Die jetzt am Boden liegt.

Immer noch fehlen 120 – 130 Ersatzpflanzungen für Altbäume im Grüneburgpark. Pflanztermine werden vom Grünflächenamt nicht genannt.

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