Robinie als SchicksalsBaum des KlimaWandels?

Das Motto „Frankfurt – Europäische Stadt der Bäume 2014“ fördert den negativen Trend zu einer immer dichteren Besiedlung des Stadtgebiets. Gebaut werden massenhaft Luxuswohnungen für Reiche.

Robinie Bornwiesen 12

Der Anblick der stattlichen Robinie in einem schmalen Vorgarten im Nordend im Bornwiesenweg 12 stimmt mich positiv. An bestimmten Standorten in der klimageschädigten GroßStadt Frankfurt können Robinien recht alt werden, hoch aufragen, mit dichter Krone wuchern.

Der Stammumfang, zweimalige Armlänge, mißt etwa 2,50 Meter. Die Höhe schätze ich auf 18 bis 20 Meter. Ein Schaden oder Pilzbefall ist jetzt Ende Juli am Baum nicht zu entdecken.

Robinien verabschieden sich als AlleenBäume in Frankfurt immer mehr. Sie vertragen Frankfurt mit der Hitze und Trockenheit, den engen Standorten, an denen kein Regenwasser eindringt, nicht. Ihre vertrockneten Äste und kargen Kronen zeugen von schlechtem Umgang mit ihnen. Der Baum wird nicht geschützt, er wird ausgehungert. Die HitzeAbstrahlung von den großen StraßenFlächen, Hochhäusern und GlasFassaden ist enorm hoch.

Doch wie im Bornwiesenweg gibt es eine ganze Anzahl wunderbarer, alter, wüchsiger Robinien auf dem Frankfurter StadtGebiet. Wenn Robinien über 150 Jahre zählen wie einzelne davon im Grüneburgpark, handelt es sich um eindeutig um BaumDenkmale.

Die Robinien sollten in einem RobinienKataster erfaßt werden, um die weitere Entwicklung zu beobachten. Und zwar alle Robinien auf privatem und öffentlichem Grund. Gleiches gilt für andere auszuwählende BaumArten, beispielsweise die riesigen RotBuchen, die im Westend in den Gärten immer mehr verloren gehen und nicht 1:1 nachgepflanzt werden. Als sei die RotBuche zu groß für die GroßStadt!

Die Robinie sollte als StadtBaum nicht einfach aufgegeben werden. Zu verführerisch ist ihr Duft im Frühling, zu verlockend die weiße Blüte, zu wertvoll der Nektar für Bienen und Hummeln aller Größen.

Bei der von SelbstLob strotzenden BaumVeranstaltung am 23.7.2014* im DominikanerKloster, wo es um den Lobby-Titel „Frankfurt – Stadt der Bäume 2014“ ging, wurde vom Umweltdezernat der allmähliche Abschied von der Robinie als StraßenBaum wieder mal konstatiert.

Doch welcher Baum kommt stattdessen? Auch die Platane macht wegen des MassariaPilzes Sorgen und Kosten, weil die vertrocknenden Äste aus VerkehrssicherheitsGründen schnell entfernt werden müssen. Ahorn als AllheilBaum? Wie in der HansaAllee? Eine autogerechte Züchtigung mit schmalen Kronen? Die Ulme „Lobel“? Der Versuch mit der Hybrid-Ulme als AlleenBaum in der Kurt-Schumacher-Straße sieht diesen Sommer gar nicht gut aus. Die Kronen sind licht, überhaupt nicht schmuck. Fehlt Wasser? Fehlen Nährstoffe? Ist es zu heiß?

Auswahl von zukünftigen StraßenBäumen
Als weitere StraßenBäume, die Zukunft haben sollen, werden vom Umweltdezernat auch HainBuche (Carpinus betulus) und HopfenBuche (Ostroya carpinifolia) gehandelt. Auch der EisenholzBaum (Parrotia persica) und die BlasenEsche (Koelreuteria paniculata) gelten als mögliche StadtBäume. Der bescheidene AmberBaum (Liquidambar styraciflua) als Lösung der dreckigen, überhitzten Straßen, weil der AutoVerkehr nicht eingeschränkt wird? Bisher kenne ich nur schmale, hochaufragende AmberBäume. Sie können mit den großkronigen Kastanien, Platanen, Eichen und Linden einfach nicht Schritt halten. Das mag in ihrem Ursprungsland NordAmerika anders sein. Die Auswahl, die das Umweltdezernat jetzt nennt, ist dürftig.

An die Verbesserung der Umweltverhältnisse für die Lebensqualität der Menschen und der Natur will man (die von CDU und Grünen geführte Stadtregierung) mit ZukunftsKonzepten einfach nicht dran. Die Lobby-Ehrung „Stadt der Bäume“ fördert die katastrophale Betonierung des StadtGebietes, weil ach so viele Menschen vom Land in die Stadt drängen würden. Dabei kann ein Großteil der Arbeitsplätze dank EDV-Vernetzung dezentral sein, was mit dezentralen Wohngebiete einhergeht. Doch daran haben Spekulanten und Investoren nicht das geringste Interesse. Und diese werden von CDU und Grünen ohne Rücksicht auf Verluste bevorzugt.

* Bemerkung:
Charakteristisch ist, daß auf dem Podium am 23.7.2014 keine Bürgerinitiativen beteiligt wurden. Sie kamen nur unten aus dem Saal in der Diskussion zu Wort, weil die Bürgerinitiative Bonames das Wort ergriff. Die Diskussion begann damit erst nach einer Stunde Podiumsbeiträgen. Die hr-Moderatorin kümmerte sich gar nicht um die Reihenfolge der Meldungen aus dem Publikum.

Zu dem PropagandaFilm gibt es viel Kritik zu äußern, u.a. zur Überbetonung „Die Männer des Grünflächenamtes“. Eine herrliche Glosse schrieb Thomas Remlein von der FNP, als er den Film im Umweltausschuß sah und die Selbsthuldigung erlebte.

Bürgerbeteiligung als elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft ist unerwünscht.
So war es auch bei der Ehrung im Palmengarten. Es war eine geschlossene Gesellschaft der Honoratioren! Wir hätten Kritik hineingebracht, wären das Salz in der Suppe.

Es sind die Bürgerinnen und Bürger, die den Kampf um jeden Baum führen. Das Umweltdezernat hätte zum Beispiel 165 Bäume im Grüneburgpark gefällt und die 130 Bäume, die im Laufe der letzten Jahre gefällt wurden und nicht nachgepflanzt wurden, vergessen – ein Verlust von fast 300 Bäumen! Auch die 23 Bäume am Opernplatz für das SuperLuxusHotel gehen auf das Konto der Stadtregierung. Sie können gar nicht ersetzt werden, weil kein Platz mehr da ist. Alles ist Beton für die Tiefgarage.


Nachtrag am 10.8.2014

Bei meiner Recherche im Internet zu „Baumschäden in Frankfurt“ stoße ich auf den Artikel „Frankfurt verwaltet rund 220000 Bäume im elektronischen Kataster“. Dazu „Robinie ist Problembaum in Frankfurt“ Link

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