Trauerweide am Albert-Mangelsdorff-Weiher verabschiedet sich

Trauerweide Bruch BockenhAnlage
Am Mittwoch, 13.8.2014, war es wohl, daß die Trauerweide in den Teich abknickte. Es hatte geregnet, vielleicht gab es auch stärkere Windböen. Zwei Nachbarn sagten mir am Donnerstag Mittag an der Haustür: „Die Weide am Teich in der Bockenheimer Anlage ist abgebrochen. Die Krone liegt im Wasser.“ „Das werde ich mir nachher ansehen,“ war meine prompte Antwort.
Fotos Gisela Becker, 14.8.2014

„Wie alt mag die Trauerweide gewesen sein? 60 – 70 Jahre?“ fragte ich den jungen Stadtgärtner, der eilends zu mir kam, als ich mich nah beim Baum für das beste Foto aufhielt. „Ich schätze mehr als 60 Jahre“, war seine Antwort. Ich meinte: „Ich will im Baumkataster nach dem Alter sehen. Doch ich habe festgestellt, daß das Kataster für die Bockenheimer Anlage ausgesprochen lückenhaft ist. Es fehlen viele Bäume. Sogar die Mammutbäume dort am Weg fehlen.“ Er hörte das überrascht an. „Die Mammut sind eigentlich nicht zu übersehen. Sie stehen dort viele Jahre. Sie kennen sich also gut aus“, meinte er. Er teilte noch mit, daß die abgebrochene Krone der Weide am Freitag abtransportiert werde.

„Ob der Stamm als Habitat-Baum stehen bleibt, wird von der Unteren Naturschutzbehörde geprüft“, sagte er. Ich meinte: „Nebendran die Erle steht als Habitat-Baum nur noch als Stamm mit wenigen Ästen. Ob jetzt ein zweiter dazukommt?“ Er war sich nicht sicher. Ich fragte ihn noch, ob weitere Bäume hier in den Wallanlagen umgekippt oder abgebrochen seien. Er verneinte. Er erwähnte: Im Grüneburgpark sei die Hängebuche stark beschnitten worden, damit sie keinen weiteren Astbruch hat und sich insgesamt verjüngen könne. Warum hat das Grünflächenamt das nicht veröffentlicht?

Quelle: Baumkataster

Quelle: Baumkataster


Die abgebrochene Trauerweide ist nicht im Baumkataster, wie ich vermutet hatte. Peinlich. So wissen wir das Alter des Baums nicht.

Das „Bild“ am Weiher war von der Trauerweide geprägt. Das war die „schöne“, die romantische Fotosicht. Seitdem ab 2008 die Südseite von dem Bauwerk des Umspannwerks und die Westseite des Weihers von der Hotelbaustelle verschandelt wird und dort am Hang in den denkmalgeschützten Wallanlagen jede Menge Bäume entfernt wurden.

Hotelbaustelle Wallanlagen Opernplatz

Nachdem wir uns 2012 über die Baumverluste wegen des Luxushotels beschwert hatten, wurden wenigstens zwei junge Trauerweiden an den Südrand des Weihers gesetzt. Denn dort entdeckten wir Baumscheiben ohne Nachpflanzungen. Doch die jungen Weiden sind viel zu nah am Wasser, so daß sämtliches Laub ins Wasser fällt, das sowieso um Sauerstoff ringt und überdüngt und voller Algen ist. Es fehlt für die verfahrene Situation rings um den Weiher jedes landschaftsarchitektonische Konzept.

Gisela Becker

Nachtrag am 16.8.2014
Der Stamm der Trauerweide, etwa 3 – 4 Meter, wurde stehengelassen. Hohle dicke Äste liegen noch auf dem Weg. Ein RindenStück habe ich zur Erinnerung mitgenommen. Die Erle daneben, der HabitatBaum, von dem der Stamm mit wenigen Ästen noch stand, wurde in Bodennähe abgesägt. Schade eigentlich.

Nachtrag am 31.8.2014
Die Trauerweide ist nicht mehr. Auch der Stamm wurde komplett am Boden abgesägt. Ich bescheinige dem Umweltdezernat wenig Mut zu stehenden TotholzStämmen, die für den NaturHaushalt so wichtig wären.

Sie sind Höhlenbäume. Sie markieren deutlich in der Landschaft die Vergänglichkeit von Bäumen und sind ein NaturKunstWerk. In Stockholm habe ich kürzlich viele dicke Bäume – waren es Eichen? – als stehendes Totholz etwas abseits einer vielbefahrenen Straße gesehen. Markant.

Auch im Münsterland, so erinnere ich mich, wird mit urigen BaumGestalten, die mal lebten, manche FahrradStrecke für Touristen attraktiver. Für die Umwelt ist das ein QuantenSprung.

Wenn ich noch Stadtverordnete wäre (war es von 2002 – 2011 FAG, dann das letzte Jahr bei der Fraktion Die Linke.), wäre eine mögliche Frage an den Magistrat:

In den Frankfurter Parkanlagen und Friedhöfen fällt auf, daß es nur einen geringen Anteil von stehenden TotholzStämmen gibt. Ich frage den Magistrat: In welchen Parkanlagen und in welchen Friedhöfen wird der Anteil an TotholzStämmen systematisch erhöht, um mehr Höhlenbäume zu erhalten?

Nachtrag am 24.1.2015
Im Herbst 2014 wurden weitere zwei Trauerweiden an den Südrand des Albert-Mangelsdorff-Weihers gesetzt und zwar an die Stelle der abgebrochenen Weide und an die Stelle der einstmaligen Erle. Gestalterisch ist das nicht gelungen.

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