Verkehrsclub Deutschland (VCD) – Sicherheit von FußgängerInnen im Städtecheck 2014

VCD bei der Europäischen Mobilitätswoche in Frankfurt am 20.9.2014 dabei
Sicher und mobil im Alter – Veranstaltung am 7.10.2014 im Westend. Mein Fokus ist der Grüneburgweg

Protestaktion am 22.9.2014 von 15 – 16 Uhr an der Konstablerwache wegen der Kürzung der Taxi-Leistungen für mobilitätseingeschränkte Personen
Frankfurt erhält beim VCD-Städtecheck der 80 Städte über 100000 EinwohnerInnen einen grünen Pfeil. Der weist darauf hin, daß in Frankfurt  die Zahl der verunglückten FußgängerInnen etwas weniger wurde. Das freut die Stadt und das Verkehrsdezernat, wie auf frankfurt.de zu lesen ist.

Doch die Schwere der Unfälle hat zugenommen.

Mehr als 50 % der erfaßten Städte erhielt für die Zunahme der Unfälle beim Zufußgehen eine rote Ampel im Plan. Der VCD verweist darauf, daß es so gut wie keine Strategie für die Verbesserung des Fußwegenetzes in den Städten gibt. Unfallursache Nr. 1 seien Autos.

So stellt der VCD fest:

„Fußgängerinnen und Fußgänger verunglücken zu über 80 % beim Queren der Straße und das nicht weil sie sich fehl verhalten sondern aufgrund falscher Abbiegemanöver oder überhöhter Geschwindigkeit von Autofahrern. Die Geschwindigkeit zu senken und die Sichtbarkeit von Fußgängern zu erhöhen, sind deshalb die zentralen Handlungsfelder, um das Gehen sicherer zu machen.“

VCD am 20.9.2014 auf der Hauptwache

Der VCD ist am Samstag, 20. September 2014 auf der Hauptwache mit dem Verkehrsdezernat und vielen anderen AkteurInnen präsent. Es ist die Veranstaltung „Europäische Woche der Mobilität“, die jedes Jahr vom 16.-22.9. durchgeführt wird. Dieses Jahr lautet das Motto: „Wir haben die Wahl, die Straßen gehören uns.“

Plakat des Verkehrsdezernats ohne Autos – wirklich Wunsch oder Verleugnung der Realität?

Ein sehr großes, blau-gelb-weißes Plakat hängt an den Litfaßsäulen der Stadt. Die Autos, die Hauptdrangsalierer, sind aus der Optik einfach weggelassen. Obwohl die Stadt den Autoverkehr weiter enorm fördert. Das sehen wir auch an den Tiefgaragen in der Innenstadt, Beispiel Luxushotel in den Wallanlagen an der Alten Oper.

So ein Plakat hängt zum Beispiel am Friedberger Tor. Dort können die Fußgänger wegen der Priorität des Autoverkehrs nicht in einem Zug die Straße queren, um in die Wallanlagen zu kommen! Dabei war es beim Innenstadtkonzept Konsens, daß die Wallanlagen für die umweltfreundliche Mobilität wieder zusammenwachsen müssen! Kein einziger Übergang wurde bei den Wallanlagen verbessert! Weder am Allerheiligentor, noch am Friedberger Tor, noch am Eschenheimer Tor, noch in der Junghofstraße. Beim Taunustor steht die Verbesserung  an, weil der Investor des TaunusTurms dazu Verpflichtungen übernommen hat und ein Magistratsbeschluß dazu vorhanden ist.

Aktivitäten der letzten Jahren in der Europäischen Woche der Mobilität

Eine verkehrspolitisch bedeutsame Hauptforderung wird weiterhin nicht erfüllt: Kostenfreier öffentlicher Nahverkehr für Alle! Für einen Tag, ein Wochenende, eine Woche, ein Jahr, für Immer …

Die letzten Jahre war die Initiative Alte für Frankfurt – mitgestalten – mitbestimmen mit einem Angebot in der Mobilitätswoche dabei. Dieses Jahr vermisse ich sie, obwohl die Mobilität im Alter, die barrierefreie Mobilität, ein besonders wichtiges Thema umfaßt. So hatten wir in den letzten Jahren einen Spaziergang auf dem Oeder Weg, dessen Gehwege zugestellt sind, angeboten. Oder wir holperten mit Rollstühlen und Rollatoren über das Kopfsteinpflaster des Roßmarktes. Dort hat sich bis heute nichts verbessert. Oder wir untersuchten das lückenhafte Blindenleitsystem rund um den Eschenheimer Turm. Dort wurde durch unsere Aktion erheblich nachgebessert! Alle diese Angebote hatte ich geleitet, die ich Mitglied und eine zeitlang im Vorstand des VCD Frankfurt und Hessen war. Vor Jahrzehnten haben wir eine/n Fußwegbeauftragte/n für Frankfurt gefordert. Von den regierenden Parteien CDU, Grüne und auch von der SPD wurde das abgelehnt.

Wer sorgt in der Stadtverwaltung für die Verbesserung des barrierefreien Fußwegenetzes?

Niemand. Es gibt ein gut besetztes Radfahrbüro mit vier männlichen Fachleuten, doch kein Fußwegbüro. Das Fußwegenetz in Frankfurt ist ein Abfallprodukt, eine Nebensache.

Mobil im Alter – Veranstaltung im Westend am 7.10.2014 mit dem Sozialrathaus Bockenheim

Nun bereite ich einen Beitrag für die Mobilitätsveranstaltung „Sicher und mobil im Alter“ des Sozialrathauses Bockenheim am Dienstag, 7. Oktober 2014 ab 16.30 h in der Ignatiusgemeinde im Gärtnerweg vor. Ich wurde vom Bürgerinstitut im Rothschildpark um Beteiligung gebeten. Es geht um die Wege im Westend.

Wie gut geht es sich im Grüneburgweg?

Ein Schwerpunkt, ein Beispiel für Alltagswege ist für mich der Grüneburgweg mit. Der Grüneburgweg und die Kreuzung Reuterweg sind mit ihren Einkaufsmöglichkeiten das Herz des nördlichen Westends. Dort pulsiert das Leben. Mittags wird dort im Stehen oder Sitzen im Freien gespeist. Es ist richtig viel los.

Bei der Mobilitätsuntersuchung geht es um Fragen wie:

  • Wie steht es dort mit der Mobilität, mit den Behinderungen  durch Außengastronomie, geparkten Autos, Plakatständern, mit den Stolperfallen, mit abgestellten Rädern und Motorrädern?
  • Wie steht es mit der Verteilung der Verkehrsfläche für den Fußverkehr, den Radverkehr, den öffentlichen Verkehr, den Auto- und Motorradverkehr?
  • Wie gut sind die Querungen für den Fußverkehr, für Kinder, für mobilitätseingeschränkte Menschen, für alle?
  • Gibt es genug Sitzbänke, eine Sitzroute?
  • Gibt es Hinweistafeln, ein Informationssystem, wo es beispielsweise Richtung Innenstadt, Alte Oper, Hauptbahnhof, Uni Campus Bockenheim, Uni Campus Westend, Grüneburgpark, Rothschildpark, Wallanlagen usw. geht?

Ich hoffe, daß wir vor dem 7.10. einen Termin für einen öffentlichen Spaziergang entlang dem Grüneburgweg finden, um die Themen der Alltagsmobilität für die jeweilig Beteiligten zu finden und die Probleme zu thematisieren. Spaziergänge sind die beste Grundlage und Vorbereitung für eine fachlich inhaltsreiche Diskussion. Beim PilotProjekt Nahmobilität im Nordend bildeten die Stadtteil-Spaziergänge einen elementaren Baustein.

Grüneburgweg fast komplett mit Tempo 30 ausgeschildert – doch wer nimmt das wahr?

Verwundert stelle ich fest, daß seit jüngerer Zeit im Grüneburgweg zwischen Reuterweg und Eschersheimer Landstraße, kleine, unauffällige Tempo-30-Schilder aufgehängt wurden. Doch an der entscheidenden Stelle, bei der Einfahrt von der Eschersheimer Landstraße in den Grüneburgweg, fehlt das Schild! Außerdem sollte der Hinweis auf Tempo 30, weil neu,  viel, viel deutlicher ausfallen. Deshalb bin ich für die Markierung auf der Straßenfläche. So erkennen auch alle FußgängerInnen, daß hier Tempo 30 gilt. Die Tempo-30-Zonen haben richtig große, unübersehbare Schilder.

Die westliche Strecke des Grüneburgwegs ab Reuterweg war schon seit zwei oder drei Jahren Tempo 30. Deshalb hatte der Ortsbeirat 2 dem Straßenverkehrsamt vor langer Zeit nahe gelegt, auch die östliche Strecke konsequent mit Tempo 30 auszuschildern. Eine Presseinformation zur positiven Ausführung habe ich nicht gelesen.

Protest-Aktion der FBAG am 22.9.2014 um 15 Uhr an der Konstablerwache

Die Frankfurter BehindertenArbeitsGemeinschaft ((FBAG) lädt am Montag, 22.9.2014 um 15 Uhr zur Protestaktion gegen die Kürzungen der Beförderungsleistungen ein. Ort Kurt-Schumacher-Straße zwischen C&A und Konstablerwache ein.

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