Spaziergang von den Wallanlagen > Rothschildpark > Campus Westend > Grüneburgpark bis Niddapark

Am letzten Sonntag, 14.9.2014, fanden sich um 11 Uhr rund 50 Personen unter den Arkaden am Opernplatz ein. „Wo sind denn die Arkaden?“ wurde ich an der Bockenheimer Anlage gefragt. „Wir dachten, sie seien hinter der Alten Oper.“ „Sie sind auf der Südseite,“ sagte ich und deutete in die Richtung. So kamen wir rechtzeitig bei der großen Gruppe an, die etwas versteckt hinter dem Aufbau der Veranstaltung „Lauf für mehr Zeit“ zusammen kam. Der Spaziergang vom inneren zum äußeren Grüngürtel wurde von Rainer Zimmermann vom Umweltamt und Björn Wissenbach, Historiker, geleitet. Es war ein Programm-Punkt des Stadtlabor Wallanlagen unterwegs.

Björn Wissenbach kennt sich aus. Hat er doch das Buch verfaßt „Mauern zu Gärten. 200 Jahre Frankfurter Wallanlagen.“ Er ist mit seiner kritischen Sachkunde gewürzt mit Anekdoten ein Publikumsmagnet.

Er erläuterte einiges zur Entstehungsgeschichte der Wallanlagen nach dem Abriß der Stadtmauer ab 1806, wo reiche Leute am inneren Rand Baugrundstücke erwarben, Häuser bauten und die Auflage hatten, Gärten anzulegen. OB Jakob Guiolett habe als Stadtgärtner Sebastian Rinz beauftragt, der Ahnung von englischen Gärten hatte. Die jetzige Grünanlage, die grünen Wallanlagen, seien im Grunde die ehemaligen Gärten. Wo jetzt die Straße, der Anlagenring sei, wäre das öffentliche Grün mit Bäumen und Promenade gewesen. Er ging auch auf die Nichteinhaltung der Wallservitut ein und nannte Gebäude: Das Heilig-Geist-Hospital, die Alte Oper, das Theater. Auch die Terrrassen beim Hilton und beim Literaturhaus seien Übertretungen. Daß aus dem öffentlichen Stadtbad Mitte, das trotz Wallservitut in die Wallanlagen reingebaut worden wäre, ein privates Hotel geworden sei, sei eine politische Entscheidung. So formulierte er. Die Grenze der Wallanlagen sei quasi mit Lineal gezogen. Die Privatbesitze von Bänkern wären vor allem entlang der Neuen Mainzer Straße gewesen. So sei es auch zu erklären, daß dort die Bankentürme hochgezogen wurden und weiter werden. Doch diese Hochhäuser hätten Auswirkungen auf die Windverhältnisse und das Klima.

Im Rothschildpark erklärte er auch die Entstehungsgeschichte, daß die reichen Rothschilds dort die respektable Villa hatten, die auch durch den Krieg nicht ganz zerstört war. Ringsum waren private Gärten der Rothschilds im englischen Stil. Der neogotische Turm, der vor vier Jahren restauriert wurde, habe nur für die Blickachse existiert. Die Vergrößerung der Grünfläche bis zur Bockenheimer Landstraße sei ein Deal zwischen dem Investor, der höher bauen wollte und der Stadt gewesen. Der Rothschildpark sei im Grunde wie die anderen großen Parks in Frankfurt, den sehr reichen Bürgern zuzuschreiben, deren Privatbesitz das war.

Im Grüneburgpark, dort war ich aus terminlichen Gründen nicht mehr dabei, erzählte mir ein Mitglied der BI Grüneburgpark, sei Björn Wissenbach noch von Blickachsen ausgegangen, für die Bäume gefällt werden. Das wurde von Katharina Bornscheuer korrigiert. Die Bürgerinitiative habe erreicht, daß kein Baum im Park gefällt wird. Ganz im Gegenteil: Die bereits fehlenden rund 120 Bäume würden aufgeforstet. Sie habe dafür Beifall erhalten.

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