Robinie im Grüneburgpark: „Ich bin dann mal weg“

„Ich bin dann mal weg“

Robinie (Robinia pseudoacacia)
– gefällt im September 2014
Robinie Nr. 303 gefällt

Ich wurde im Jahr 1955 gepflanzt
10 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg.
Ein Baum des Friedens.
Wo ist jetzt überall Krieg?
Wo ist Frieden?

Ich habe knapp 60 Jahre im Grüneburgpark gelebt
und wuchs 17 Meter hoch.
Jahr für Jahr habe ich im Frühling stolz
eine duftende, weiße Blütenkrone getragen.
Im Baumkataster habe ich die Nummer 303.

Wenn ich mich umschaue, könnten in den nächsten Jahren
weitere dicke, alte Robinien in meinem Umkreis
abgesägt werden.

Robinie wulstiger Stamm

Schaut sie an.
Sie haben eine dicke, knorrige Rinde mit den
vielen Wülsten. Ihre Äste ragen in den Himmel.
Doch sie wachsen nicht mehr gesund.
Es gibt an einigen nur wenige junge Äste
und im Sommer viel zu wenige Blätter daran.
Sie sterben allmählich ab.
Auch nach einem Rückschnitt treiben sie nicht kräftig aus.
Sie haben die Nummern 285, 286, 287, 288, 289 und 302.

Eigentlich könnten einige als Totholzstamm stehen bleiben.
Dann kommen Spechte, klopfen Löcher und können darin nisten.
Auch Fledermäuse könnten dort siedeln.
Käfer und Insekten könnten sich einquartieren.
Das hätte ich für mich auch gewünscht.

Es heißt, dass ich im Herbst 2014 ersetzt werde.
Es müssten viele Bäume für mich nachgepflanzt werden,
um meine wertvolle große Krone zu ersetzen.

Gisela Becker

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