Acht Ginkgos sterben bei der „Welle“

Die beiden Trauerweiden bleiben stehen. Die acht Ginkgos werden voraussichtlich am 9.2.2015 gefällt. So teilt die „Welle“ im 3. Flugblatt an die Nachbarschaft mit. Aus großen Ginkgos wird Kleinholz.

Die zwei Trauerweiden Theo und Gery werden uns weiter erfreuen. Die Baumuntersuchung einer von der „Welle“ beauftragten Fachfirma hat ergeben, daß beide Bäume weiter leben können. Ein Sieg der Nachbarschaft für die Bäume!

Doch bei den Ginkgos ist das wirtschaftliche Urteil der „Welle“ gefallen:  Da der Wurzelballen pro Baum rund 5-6 Tonnen wiege, käme eine Umpflanzaktion sehr teuer. Geschätzt werden 3300 Euro nette ohne Transport und Neupflanzung. Und ohne Anwachsgarantie.

Bäume auf Tiefgaragen, die üblicherweise tief wurzeln und Grundwasserkontakt brauchen, sind immer eine Fehlinvestition, eine ökologische Fehlentscheidung. Nach wenigen Jahren stagnieren sie und sterben ab. Selbst eine Dauerbewässerung kann die Bäume nicht ausreichend versorgen, fehlt den Wurzeln doch einfach der Platz.

Ein neuer Ginkgo, so wird von der „Welle“ vorgerechnet, koste 1500 Euro mit Anwachsgarantie.  Da kamen wir mit unseren zwei großen Speierlingen im Grüneburgpark mit jeweils 800 Euro gut weg.

Doch es gibt weitere Bäume, die bei der „Welle“ weg sollten, die im Süden stehen. Dazu fehlt die Information.

Schindluder mit Bäumen

In Frankfurt wird seit Jahren mit Bäumen Schindluder betrieben, wenn sie auf U-Bahnschächten und immer größeren und immer mehr Tiefgaragen dahin vegetieren müssen.

Rings um die Alte Oper können wir das BetonDrama des AutoWahns und des enormen Baumverlustes deutlich studieren. Das Luxushotel Opernplatz 14 ist das jüngste und schlimmste Beispiel der Vernichtung von Bäumen, sogar in den Wallanlagen.

Die „Welle“ markiert das aktuelle Drama des Baumtodes. Schattenspendende große Baumkronen wären dort notwendig. Eine Allee entlang der Bockenheimer Anlage wäre ein wichtiges Projekt. Doch die „Welle“ stellt weiter Beton, Glas und Alu-Kunstwerke in den Mittelpunkt und stellt sich nicht der KlimaKatastrophe.

Die Zierkirschen auf dem Opernplatz haben eine Lebenszeit von weniger als 10 Jahren. Die Kastanien in der Bockenheimer Landstraße über der U-Bahn-Röhre sind erbärmlich. Die Bäume im südlichen Teil des Rothschildparks über der Tiefgarage sind sparrig und ohne wirkliches Wachstum. Sie vegetieren.

Die reichlich reduzierten Platanen der Zeil plagen sich auch mit der Hitze und der U-Bahn-Röhre. Gesund wirken sie nicht. Frankfurt steuert den Klimaveränderungen in der heißen Innenstadt kein bißchen entgegen. Es fehlt der Wille. Es fehlt das Konzept. Es fehlt die Einsicht.

Gisela Becker

 

 

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