Bürgerengagement im Westend für Ginkgos&Co. wird von Stadt nicht unterstützt

FR-Artikel zu Protesten bei Baumfällungen – Presseinformation (Anlage) – Brief per mail an Umwelt- und Grünflächenamt bisher unbeantwortet (Anlage)

Zur Dokumentation des Einsatzes für Bäume von Hilde Hess und mir, Gisela Becker, Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Westend ist heute in der FR der Artikel „Alte Bäume verschwinden“ von Milan Jaeger nachzulesen. Es geht um Baumfällungen, weil die Bäume einem neuen Bauwerk an der Hedwig-Dransfeld-Straße in Bockenheim im Weg standen. Bäume fallen immer Baumaßnahmen zum Opfer – trotz Baumschutzsatzung.

In der Druckausgabe der FR geht es im Artikel von jg „Kein Platz für Ginkgos. AG protestiert gegen Fällung an der „Welle“ “ um die 8 abgesägten Ginkgos, die bei gutem Willen hätten umgepflanzt werden können. Heute ist der Artikel noch nicht online.

Meine Presseinformation, die dem Artikel zugrunde lag, folgt hier. Eigenartig ist, daß die FNP neuerdings nicht interessiert ist.

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Presseinformation

8 Ginkgos werden voraussichtlich am 9.2.2015 bei der „Welle“ zu Schredder

2 Trauerweiden bleiben dank der Nachbarschaft erhalten

Die beiden Trauerweiden an der Ecke Gärtnerweg / Leerbachstraße, Theo und Gery genannt, bleiben an der Welle erhalten. Dafür hat die Nachbarschaft, die mit 50 Personen zahlreich zur Versammlung am 29.1.2015 in die Welle gekommen war, mit ihren überzeugenden Argumenten gesorgt. Die beiden Weiden waren von der Nachbarschaft vor über zehn Jahren erkämpft worden. Da hängt Herzblut dran.

Doch den Erhalt oder die Umpflanzung der 8 hohen Ginkgos im Innenbereich können die AnwohnerInnen nicht erreichen. Die Firma KLA kiparlandschaftsarchitekten aus Duisburg untersuchte die Bäume. An einem Ginkgo ist die ca. 40 cm tiefe Grabung zu sehen. Die Ginkgos stehen in Betonringen auf der Filterschicht der Tiefgarage. Auspflanzen, Transport und Neupflanzung ständen in keinem wirtschaftlichem Verhältnis zu neuen Bäumen.

So ist das: Bäume auf Tiefgaragen sind nach wenigen Jahren Wegwerfartikel. „Wie alte Möbel“, meinte eine Anwohnerin in der Versammlung. „Das ist ein verwerflicher Umgang mit Bäumen“, meint Gisela Becker von der Aktionsgemeinschaft Westend (AGW) .

„Zwei Ginkgos sind dem Wuchs nach in guter Verfassung. Die könnten länger stehen bleiben“, fügt sie hinzu. Sie hatte sich darum bemüht, daß die Stadt eventuell die Ginkgos auf Kosten der „Welle“ für die Grünanlagen übernimmt, bekam aber bisher von den Leitern des Grünflächenamtes und Umweltamtes keine Antwort.

Die Genehmigung zur Fällung sämtlicher Bäume im Innenbereich und Südbereich der „Welle“ hatte die Untere Naturschutzbehörde bereits am 14.8.2014 erteilt.

Von der „Welle“ ist in einem Flugblatt an die Nachbarschaft die Fällung nun für den 9.2.2015 angekündigt. Eigentlich war sie schon am 26.1.2015 vorgesehen.

„Aus wertvollen Ginkgos, die nicht am richtigen Ort stehen, weil sie dort nicht wurzeln und wachsen können, wird Schredder“, bedauert Gisela Becker. „Ich habe mir einen Zweig zum Wurzeln und Gedenken geholt. Und Samen, die unter den weiblichen Ginkgos liegen. Aus ihnen können neue Bäume wachsen.“

Die geplanten neuen Beete oder „Grüninseln“ sollen nur 1,20 Erdhöhe haben, hatte Susanne Gombert von KLA vorgestellt. Stauden und Gräser kommen damit bei künstlicher Bewässerung zurecht.

Neue Bäume wie Gleditschie, Steineiche und Götterbaum jedoch nicht. Sie sind geplant. „Sie werden das gleiche Schicksal erleiden wie die Ginkgos, denn sie verlangen mehr Wurzelraum und Grundwasserkontakt. Sie bleiben Bonsais“, befürchtet Gisela Becker. Besser wären Büsche, darunter Immergrüne wie zum Beispiel der Immergrüne Winterschnellball, der gleichzeitig, Blüten und Früchte trägt. Wichtig ist Vogelschutzgehölz, wie es einstmals auf dem Gelände der Metallgesellschaft vorhanden war.

Kontakt: Gisela Becker, AGW-Mitglied

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Hier folgt der Brief an Peter Dommermuth, Leiter des Umweltamtes und Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamtes vom 30.1.2015 per mail. Der Brief wurde nicht beantwortet. So ist das mit Bürgerbeteiligung. Sie ist unerwünscht.

Ausgewählte Baumstandorte für Bäume vorschlagen

Sehr geehrter Herr Dommermuth,
sehr geehrter Herr Heldmann,

bei der Umgestaltung der Welle – innerer Bereich – wurde bei der gestrigen, sehr gut besuchten Informationsveranstaltung der Eigentümer den AnwohnerInnen die Planung vorgestellt und diskutiert.

Die Eigentümer werden prüfen, ob die zwei Trauerweiden an der Ecke Gärtnerweg / Leerbachstraße erhalten bleiben können. Sie wollen beim Mauerabriß das Wurzelwerk schonen.

Ich habe darum gebeten, bei den anderen Bäumen zu überlegen, sie durch Umpflanzung überleben können. Für 6 – 8 Ginkgos sollten neue Standorte in der Stadt gefunden werden. 6 sind definitiv stagnierend, doch 2 wachsen gut. Hier wird noch mal geprüft.

Sehen Sie die Möglichkeit, die nicht mehr vorgesehenen Bäume im Stadtgebiet unterzubringen?

Auch bei den Ginkgos sollte das Experiment gewagt werden.
Es liegt mir sehr am Herzen.

Immer mehr Bäume, so im Rothschildpark, werden durch Spenden finanziert. Die Umpflanzung incl. Kosten wäre eine Art Spende.

Orte, z.B. am Instituto Cervantes fehlt im „Vorgarten“ immer noch ein Ahorn. Da könnte vielleicht ein Baum hin.

Ich bitte um Prüfung und um Ihre Antwort.

Wie ich gestern erfahren habe, hat der Naturschutzbeirat die Pläne der Welle noch nicht auf der TO gehabt. Die Genehmigung der UNB stammt vom 14.8.2014. Die Genehmigung der Bauaufsicht vom November 2014. Das hatte Herr Göpfert, FR, recherchiert.

Wir AnwohnerInnen werden ab jetzt bei der Beratung zu Bäumen, Begrünung, Vogelschutzgehölz und Gestaltung angenehm offen einbezogen. Zwei Flugblätter hat der Eigentümer seit 23.1.2015 im näheren Umkreis in die Briefkästen verteilt, um zur Bürgerbeteiligung einzuladen. Spät, aber nicht zu spät.

in Kopie an Eduard Weber-Bemnet, die welle

Mit freundlichen Grüßen
Gisela Becker

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