Blockupy-Demonstrationen am 18.3.2015

Blockupy 18.3.2015 Foto Gisela Becker

Auf dem Römerberg und Paulsplatz hatte sich am Mittwoch, 18.3.2015, um die Mittagszeit eine riesige Menschenmenge versammelt. Es sollen dort weit mehr als 10 000 Menschen gewesen sein. Es war Tag der Blockade gegen die EZB, wie seit Herbst 2014 angekündigt, weil die EZB an dem Tag ihren 1,3 Milliarden teuren, neuen Turm im Ostend groß feiern wollte. Insgesamt wird an dem Tag von rund 17000 DemonstrantInnen gesprochen.

Die DemonstrantInnen waren aus vielen Städten und aus anderen Ländern gekommen. Die Altersgruppen waren sehr gemischt. Wir demonstrierten bunt und friedlich gegen EZB und Troika. Viele standen bei der rund 3-stündigen Kundgebung, umgeben von Transparenten und Fahnen. Viele lagen dort und sonnten sich. Die kritischen Redebeiträge zur EZB-Politik fanden Beifall. Zur Musik tanzten sogar einige.

Der DGB-Zug, Start um 12 Uhr, der eigentlich als Ziel die EZB hatte, war auf den Römerberg zurückgekehrt, weil es zur EZB kein Durchkommen wegen der Polizeiabsperrungen gab.

Polizeiblockade an Berliner Straße

Die Passage durch die Polizeiblockade, bei der Polizeiauto an Polizeiauto vom Main bis zur Berliner Straße mit nur wenigen schmalen Durchlässen gesetzt worden war, gelang mir nur, indem ich nach dem Einsatzleiter fragte. Die eingesetzten Polizisten aus Sachsen-Anhalt wollten mir das Durchgehen verweigern. Einer war besonders forsch.

Danach sprach ich mit einem sogenannten „Communicator“ der Polizei, warum er sich verdrücke, wenn es Konflikte zwischen Polizei und Bevölkerung gebe. Ich blieb mit ihm dort an dem Durchlaß zur Diskussion stehen. Deshalb kamen viele Menschen dort weiterhin durch. Der „Communicator“ betonte die Angstkomponente: Was am Morgen zwischen Westend und Ostend an Bränden geschehen sei. Ich meinte: Wenn 10000 Polizisten im Einsatz sind, sei es sehr merkwürdig, daß Gewalttäter nicht festgenommen werden. Er kritisierte, daß Leute an die Paulskirche pissten. Ich meinte: In Frankfurt gibt es nicht genügend Toiletten. Später erfuhr ich, daß die FES-Toiletten auf dem Paulsplatz sogar geschlossen waren! Als ich ihn fragte, wann er auf der Toilette war, antworte er: „Um 7 Uhr.“ Ich meinte: Ja, die Versorgung der Polizei mit Toiletten, Getränken und Essen sei schon immer schlecht gewesen.

Vom Römerberg zum Opernplatz

Vom Römerberg setzte sich der Zug um ca. 17 Uhr zum Opernplatz in Bewegung. Um 18.15 Uhr war ich dort auf einmal mitten im Schwarzen Block, als der auf den Opernplatz einbog.  Alle schwarz gekleidet, Kapuzen, eingehakt. Ich hatte Höhe Freßgaß gestanden, um Fotos des Polizeiaufmarsches dort zu machen.

Kritik

Am Abend und in den Folgetagen hörte ich dann einiges mehr zu den Ereignissen des Tages an anderen Stellen der Stadt, von Autos, die ausbrannten, von Farbbeuteln und kaputten Scheiben gegen Banken (z.B. UBS) am Opernplatz und Immobilienbüros und von brennenden Barrikaden. Die Medien konkurrieren seitdem mit Bildern von Feuern. Sie drängen das eigentliche kapitalismuskritische Ziel von Blockupy in den Massenmedien sehr in den Hintergrund.

Mein Fazit: Das ist nicht das, was Blockupy ausmachen sollte. Wichtig sind die gesellschaftskritischen Inhalte, die den Banken, einseitigen Regierungen und der EZB die Macht mit demokratischen, gewaltfreien Mitteln nehmen sollte, damit Armut und Hunger in Europa und der Welt ein Ende haben.

Gisela Becker

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