Ulme Nr. 269 am Eschenheimer Tor am Wurzelwerk stark zerstört

Ulme Nr. 269 Eschenheimer Anlage Ulmus species Nr. 269

Die Ulme (Ulmus species) Nr. 269 in der Eschenheimer Anlage an der Baustelle des Fleming`s Hotels ist nicht geschützt. Der Weg von LKW`s des Grünflächenamtes, von RadlerInnen und FußgängerInnen führt direkt über das Wurzelwerk des kostbaren, 1976 gepflanzten Baumes. Ulmen sind ja Seltenheiten und bedürfen des sorgfältigen Schutzes. Besonders in der Stadt.

Meine mail an Thorsten Leißner vom Grünflächenamt:

„Am 30.4.2015 sah ich, daß die Ulme Nr. 269 in der Eschenheimer Anlage an den Wurzeln sehr ramponiert ist. Autos (auch der LKW des Grünflächenamtes), Räder und Fußgänger verursachen Wurzelschäden. Ausgerechnet eine der seltenen Baumarten wie die Ulme, hier Ulmus species, werden überhaupt nicht geschützt! Die Hotelbaustelle muß für Baumschutz sorgen sowie den Bauzaun zurücksetzen. Ich bitte um den notwendigen Baumschutz. „
Mit freundlichen Grüßen
Gisela Becker
Baumfreundin

Wie es weiter geht, werde ich hier mitteilen.
—————–
Prompte Antwort von Herrn Leißner heute morgen, Montag um 7.10 h per mail:
„Sie haben recht, ist eine schlechte Situation. Ich kümmere mich.
Die Wiederherstellung der Grünanlage wird noch in diesem Monat erfolgen.
Nachpflanzung der Bäume : Herbst.“

Ich werde es – wie gewohnt – im Auge behalten. Die rote Sandsteinmauer aus den 50er Jahren ist stark beschädigt, muß ergänzt werden. Der Kotau des Grünflächenamtes vor dem Investor könnte somit erst mal zu Ende gehen. Doch wird das Hotel Stühle und Tische in die öffentlichen Anlagen stellen wollen? Das darf nicht sein.

Was der Investor der Stadt für die Vernichtung von Bäumen und mehrjährige Baustelle in den Wallanlagen bezahlt hat? Ich wüßte es gern.

Das Grünflächenamt ist der schwächste Part im Magistrat. So kann es nicht weitergehen. Zur Kommunalwahl im März 2016 müssen entsprechende Forderungen an die Fraktionen gemeldet werden.

Gisela Becker

Nachtrag am 16.5.2015.

És ist nichts passiert zum Schutz der Ulme!  Weiterhin besteht der Engpaß in der Eschenheimer Anlage beim Flemings Hotel. Ist das Grünflächenamt ohnmächtig? Hat es keine Macht, diesen wertvollen Baum zu schützen? Nun werde ich mich an die Bauaufsicht wenden.

Nachtrag am 20.5.2015

Die Bauaufsicht antwortete sofort, daß sie nicht zuständig sei und schickte die mail sofort wieder ans GFA. Ich fuhr heute Mittag hin, um zu gucken. Es ist weiterhin kein Schutz gebaut. Der Bauzaun ist nicht weggerückt worden, so daß mehr Platz zum Passieren wäre. Was ich jetzt mache, um die Ulme schützen zu lassen? Verzweifeln! ? Ob der Gleichgültigkeit der Frankfurter StadtVerwaltung, wenn es um Baumschutz als Priorität bei Baumaßnahmen geht.

Vor Ort traf ich einen guten Bekannten, der beim Stadtlabor Wallanlagen letztes Jahr mitgemacht hat. Er will jetzt die Bäume in der Bockenheimer Anlage zählen und mit dem Kataster vergleichen. Ich meinte, zwischen Kataster und Wirklichkeit ist ein himmelweiter Unterschied. Außerdem: Schon wieder fehlen dort drei Bäume. Und zwei bis drei Bäume am Luxushotel am Opernplatz verenden demnächst. Eigenartig: Bei den städtischen Baumfällmeldungen auf frankfurt.de fehlen die Bäume der Wallanlagen.

Gisela Becker

Nachtrag am 29.5.2015

Nicht jeden Tag will ich mir die Schandtaten an der alten Ulme ansehen, deren Wurzeln rigoros überfahren werden. Meine Bitte an die FNP, mal einen Bericht darüber zu machen, verlief im Nirwana. Doch gestern drehte ich eine Runde mit dem Rad. Und siehe da: Die weiß-roten Plastikbauzäune standen dort, um die Wurzeln zu schützen. Und ein rot-weißes Plastikband war auf der Nordseite um den Baum geschlungen. Geht doch!

Doch an der eigentlichen Baustelle des Flemings Hotels geht es nicht voran. Längst hätte die Eschenheimer Anlage, eine öffentliche Anlage, vom privaten Bauvorhaben befreit sein müssen. Wieviele Bäume, öffentliche Bäume dort entfernt wurden! Es ist ein Graus mit der Stadtpolitik. Mit Schwarz-Grün. Gesunde Bäume fallen rigoros bei nahezu jeder Baumaßnahme. Mit dem Plazet des Umweltdezernats, nämlich der Unteren Naturschutzbehörde. Auch in der Eschenheimer sind die Bäume mit selbstverständlicher Genehmigung entfernt worden. Antwort von dort: Es müssen wieder Bäume gepflanzt werden. Doch der Verlust über Jahre – wie wird der ökologisch für die Menschen ausgeglichen? Überhaupt nicht.

Wenn die Rüster = Ulme eingeht, ist das der Stadt und dem Hotel wahrscheinlich nur recht. Schicksal. Bäume sind endlich. Die Gründe für Baumsterben sind egal.

Gisela Becker

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