Wallanlagen-Spaziergang

Alte Oper und Schauspiel seien die einzigen Verstöße gegen die Wallservitut?

Als regelmäßige Leserin von frankfurt.de fällt mir heute eine Meldung auf: „Park in Progress – die Wallanlagen“.  Am Sonntag, 31.5.2015 wird Franziska Mucha um 12 Uhr ab Willy-Brandt-Platz durch die Wallanlagen führen und an das Stadtlabor Wallanlagen 2014 anknüpfen. Das ist mir neu, mir nicht per mail zugegangen. Es wäre ja kein Problem, den alten email-Verteiler zu aktivieren.

Ich hatte das Projekt 2012 beim Historischen Museum, Abteilung Stadtlabor, angeregt. Im Jahr 2013/2014 wurde es durchgeführt. Das Historische Museum wollte meine Initialzündung ab dem Jahr 2014 unterbuttern bzw. verschweigen.

Was mir zu denken gibt, ist die Behauptung im Text: „Die einzigen Gebäude auf der geschützten Fläche sind die Alte Oper und das Schauspiel.“ Die kritischen StadtlaborantInnen kommen zu entschieden anderen Ergebnissen. Es gibt nämlich zig Verstöße gegen die Wallservitut, die die Wallanlagen vor Bebauung schützen soll.

Wir haben sämtliche Verstöße genannt. Doch es war sehr schwierig, zeitkritische Positionen und Argumente im Stadtlabor richtig unterzubringen. Hier im blog finden sich Berichte zum Gesamtprojekt und vor allem zu unserem Projekt: Der Vernichtung von 23 Bäumen wegen des Luxushotels am Opernplatz. Wir luden zum „Picknick am Bauzaun“ ein. Auch mein Baumspaziergang „Wo steht ein Osagedorn in den Wallanlagen“ ist im blog.

Ganz ungeprüft ist die gloriose Meldung: „2.000 Bäume spenden mitten in der Innenstadt Schatten, manche davon sind sogar über 200 Jahre alt.“ Tatsächlich fehlen über 280 Bäume in den Wallanlagen, weil sie nach Fällungen nicht ersetzt wurden. Das hatte ich immer mitgeteilt. Und: Es gibt keinen Baum älter als 200 Jahre. Die fünf ältesten Bäume, es sind fünf Platanen,  stehen in der Bockenheimer Anlage. Sie wurden 1820 gepflanzt. Wie alt sind sie 2015? 200 Jahre minus 5 Jahre.

Im Frankfurter Baumregister ist das online zu finden. Ich hatte die Daten zum Baumregister 2013 extra angefordert, um Transparenz zur Anzahl der Bäume, den Baumarten und dem Alter der Bäume für den im Programm stehenden Baumspaziergang zu bekommen. Anscheinend hat meine Initiative, das Baumkataster online zu stellen, anschließend für „Frankfurt – Stadt der Bäume“ Früchte getragen. Das Historische Museum hat diese Forderung nie untersützt, sogar boykottiert.

Das Historische Museum wollte keinen Progress, keinen Fortschritt, keinen Einfluß auf die Stadtpolitik. Außerdem steht es über der historischen Genauigkeit. Oder?

Das Historische Museum, das das Projekt Stadtlabor betreibt, sollte zu einer korrekten Geschichtsschreibung und zu korrekten Angaben der Grünanlage finden. Zur Not hilft sicherlich das Frankfurter Institut für Stadtgeschichte weiter. Das wünscht sich die Ex-Stadtlaborantin

Gisela Becker

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