Radtour im Frankfurter Grüngürtel, nur eine schöne Wildwiese entdeckt

Nur der Solmspark hat schöne wilde Wiesenflächen

Blumenwiese Solmspark

Am letzten Freitag im Mai begann ich mit meiner Radtour in Nied ab S-Bahnstation und suchte ab dort mühsam den Weg über die Nidda zum Höchster Stadtpark, meinem ersten Besichtigungsziel.

Höchster Stadtpark Hängebuche Spielplatz Höchster Stadtpark

 

 

 

Es gibt keinerlei Ausschilderung Richtung Park. Der Park wird wie der Grüneburgpark – angeblich historisch – saniert. Und verlor dadurch in den letzten zwei, drei Jahren in erheblichem Maß und Umfang Busch- und Baumbestand.

Bis heute ist er nach allen Richtungen zu durchschauen. Er ist nicht schön geworden. Eigentlich müßte der Park nach außen mit hoher Bepflanzung geschützt sein und ein umschlossenes Bild bieten, ein Naturidyll. Weit gefehlt. Die  wesentlichen Stilelemente eines englischen Parks sind nicht eingehalten.

Die Wiesen sind alle flach gehalten. Langweilig. Tödlich für Schmetterlinge und Insekten, da die WiesenBlumen fehlen. Nur in Einzelfällen reichen Äste der alten Bäume bis zum Boden. Zwei Hängebuchen entdecke ich, die nicht solitär stehen. Also anders als im Grüneburgpark mit der jetzt aus Sicherheitsgründen umzäunten solitären Hängebuche.

Die Insel ist immer noch nicht voll bewachsen. Hier wurde ja vor zwei, drei Jahren absoluter Kahlschlag betrieben. Auf dem Teich sind Entenfamilien. Nilgänse sind einige da. Über die Brücke und rund um den Teich ist um die Mittagszeit eine sehr große SchülerInnenGruppe mit Laufen und Rennen unterwegs. Sie werden von jungen SportLehrkräften angespornt, weiter zu laufen und noch eine große Runde zu drehen.

Der neue Spielplatz mit allerhand Geräten, darunter zwei Tischtennistischen, ist um die Zeit verwaist.

Grüngürtel-Beschilderung höchst ungenügend

Dann suche ich vergeblich nach dem Grüngürtel-Schild Richtung Sossenheimer Unterfeld und der Chlodwig-Poth-Anlage. Schließlich komme ich an den Sulzbach, eine Orientierung, und frage den nächsten Radler nach dem Radweg zur Chlodwig-Poth-Anlage. Kennt er nicht. Doch sei weiter unten noch mal eine Brücke. Auch dort ist kein Schild. Wäre ich beim Stadtpark auf dem südlichen Weg weiter gefahren, hätte ich die nördliche Umfahrung gespart. Doch, wie gesagt, es fehlen die Schilder. Ich hatte zwar die Grüngürtel-Karte und den Frankfurter Stadtplan zurate gezogen, doch blieben mir dadurch die Umwege und die Fragerei nicht erspart.

Schnell bin ich dann bei der gesuchten Anlage und fahre entlang der vielen hochstämmigen jungen Speierlinge, die dort gesetzt wurden. Der BUND hat im Gebiet teils mächtig gerodet, um Brachen für Flora und Fauna zu schaffen, die sich dort neu ansiedelt. Es gibt dazu Informationstafeln. Weiter geht es mit einer Rechtsbiegung an die Nidda und über die Brücke. Ein Umleitungsschild für Radler will mich in die genau falsche Richtung leiten. Ich frage einen Radler: „Kann ich Richtung Stadt hier an der Nidda entlang weiter fahren.?“ „Ja“, antwortet er im Vorbeifahren. Denn er kam von dort, wo ich hin wollte.

Solmspark mit schönen, hohen Wildwiesen

So fahre ich bald in den Solmspark ein. Der mich mit seinen Wildwiesen hoch erfreut. Es sollten die einzigen hohen Wiesen auf der Park-Tour sein. Ein Luxus für das Auge, für die Artenvielfalt, die Insekten und Schmetterlinge. Weniger schön ist, daß zwei LKWs der Firma Krämer auf der Wiese an einem ausgedehnten Baum stehen, bereit, die Krone zu schneiden.

Alter Ginkgo beim Petrihaus im Brentanopark

Dann überquere ich beim gut besuchten Kiosk die Rödelheimer Landstraße und bin im Brentanopark. Dort will ich den alten Ginkgo am Petrihaus fotografieren. Doch das Tor ist zu. So kann ich nicht nah ran. Ein Wanderer, der vom Kiosk kam, begrüßt mich auf dem weiteren Weg mit Lachen. „Wichtig ist es, zu lachen,“ meint er und zieht vorbei.

Natürlich schaue ich mir die gesamte Anlage des Brentanoparks an. Von den BürgerInnen war die lautstarke Kritik des Kahlschlags vor 4 oder 5 Jahren ausgegangen, als sämtliches Buschwerk entlang der Nidda und der Gebäude niedergemetzelt worden war. Es ist nicht wieder richtig nachgewachsen. Dafür sind an den Wänden Schmierereien. Das ist der Effekt einer falschen „Sanierung“. Auch die Beete schaue ich mir an. Selbstverständlich gibt es Stauden und Rosen.Gerade sind zwei oder drei GärtnerInnen bei der Pflege der Rosenbeete zugange. Der historische Rosenbogen ist nur mit niedrigen Rosen bepflanzt. Die gelben Rosen duften lieblich.

Rosen-Aktion am 13.6.2015

Im Grüneburgpark will das Grünflächenamt uns weis machen, daß die Rosen dort zu viel Pflege erforderten. Wir protestieren dagegen. Der nächste Termin ist der 13.6.2015, denn dann ist das Rosenfest im Palmengarten. Rosen im Palmengarten, aber keine im Grüneburgpark? Das darf nicht sein. Vom Grünflächenamt ist beabsichtigt, sämtliche Rosenbeete im Grüneburgpark zu zerstören!

Rechtzeitig zum Pilzspaziergang im Grüneburgpark

Schließlich komme ich im Grüneburgpark an. Um 15 Uhr beginnt dort unser Pilzspaziergang. Wir gehen entlang kurz geschnittener Wiesen. Und finden drei prachtvolle große Pilze. Wegen der anhaltenden Trockenheit seit März wachsen nicht so viele Pilze im Park. Alle sind begeistert, daß bestimmte Bäume nun Namen tragen und das Pflanzjahr genannt ist.

Im Grüneburgpark, aber auch im Höchster Stadtpark, sollten mehr Wildwiesen entstehen. Aus ökologischen und ästhetischen Gründen. Das steht auf der ökologischen und politischen Agenda.

Gisela Becker

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