Götterbaum – Äste im Juli geschnitten

Es war heute etwa um 9 Uhr morgens, als ich im Götterbaum vor meinem Wohnungsfenster im dritten Stock einen Hublift sah, in dem ein junger Mann, ein Baumschnittkünstler, seinem Job nachging: Äste abzusägen. Es war ein leiser Vorgang. Denn der Gärtner arbeitete mit scharfer Handsäge. Er begrüßte mich freundlich: „Guten Morgen.“ Ich sagte ebenfalls: „Guten Morgen.“ Und: „Sie sind im Taubenbaum.“ Er lachte. Er fragte: „Wissen Sie, wem das rote Auto hier unten gehört? Ihnen? Denn ich werfe die Äste runter und will nicht, daß sie auf das Auto fallen.“ „Mir nicht. Aber ich weiß, wem es gehört. Ich werde Bescheid sagen.“ So wurde das rote Auto weggefahren. Und ich schaute noch mal genau, ob wirklich Äste am Baum blieben. Dann war ich eine Weile mit dem Rad unterwegs. Als ich um 12 Uhr zurück kam, war der Götterbaum von trockenen Ästen befreit und etwas ausgelichtet. Es war ein professioneller Schnitt. Die Firma aus der Finkenhofstraße, also in der Nähe, im Nordend, beschnitt noch die Kastanie an der Straßenecke, auch professionell. Das bedeutet, daß bei nicht genauer Beschau der Schnitt nicht erkennbar ist.

Parallel lief um 12 Uhr bereits die Zerkleinerung der Äste, auch mit einem leisen Fahrzeug, also mit modernster Technik. Ich erschrak etwas später allerdings über wahnsinnigen Lärm unter den Bäumen, als ein sogenanntes Laubgebläsegerät im Einsatz war. Für maximal 5 Minuten, aber Lärmhorror pur.

Dann schaute ich noch mal genauer auf die getane Arbeit bei dem Götterbaum, der in der Höhe geblieben war und der für die Tauben weiter attraktive Sitzplätze anbietet. Es waren im hinteren Teil, dem Nordteil, eine ganze Anzahl abgestorbener, kleiner Äste dran geblieben. Im Ergebnis Note 3. Denn dahin hätte der tolle Hublift ohne weiteres kommen können.

Die Prinzipien für Baumschnitt – Erhaltungsschnitt – kenne ich als Autodidaktin, indem ich selbst seit vielen Jahren Bäume beschneide. Um sie zum Wachstum anzuregen, um absterbende Äste zu entfernen, um Blüten und Früchte zu fördern. Es ist spannend. Denn jeder Baum ist anders. Und der Baum ist Jahr für Jahr zu beobachten. Götterbäume sind ja in der Regel Wildwuchs aus Samen. In Frankfurt sind sie reichlich verteilt. Es ist ein idealer Stadtbaum. Denn er strotzt vor Gesundheit. Und wird zur Beschattung großer Flächen ideal groß. Die derzeitige Hitzewelle durch „Amelie“ übersteht er locker. Ich bin diesem Baum sehr verbunden, daß er sich in jeder Jahreszeit bewährt. Im Herbst, das schrieb ich hier im blog, bildet er einen lebendigen gelben Vorhang vor dem Fenster mit seinem malerischen Herbstlaub. Ein Artikel hier im blog ist sehr beliebt: „Esche oder Götterbaum„.  Da grübelte ich noch über die Baumart nach.

Gisela Becker

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