ATHEN – Metropole ohne Radverkehr

Nur einzelne Radfahrerinnen und Radfahrer wagen die Fahrt durch die Stadt / Barrierefreie Mobilität gut ausgebaut / Grüne Stadt und Mobilität

Obwohl grosse Teile der Stadt Athen relativ flach sind, ist der Radverkehr kein Thema. Er findet nur ganz vereinzelt statt. Die verwendeten Räder sind in sehr gutem Zustand, sportliche oder Tourenräder. Meist fahren die RadlerInnen mit Helmschutz. Radständer sind mancherorts vorhanden.

Athen ist zur Zeit eine relativ grüne Stadt. Die meisten Strassen sind von hohen, schattigen Laubbäumen gesäumt, die gesund wirken. Mancher Baum ist noch jung, erst vor kurzem gepflanzt. Stadtteilplätze sind begrünt, sind schattige, kleine Oasen und Ruhezonen und meist mit Bänken. Es gibt in Athen-City eine Anzahl von Fussgängerzonen, die dem Autoverkehr abgetrotzt sind. Durch sie bewegen sich die Menschenmengen zum Bummeln, Schauen, Kaufen und Gesehenwerden. Dort sind vereinzelt Radfahrer unterwegs.

Der Autoverkehr rollt. Er stellt trotz umfangreicher Anstrengungen der Stadt gegen den gesundheitsgefährlichen Smog weiterhin eine grosse Lärm- und Umweltbelastung dar. Öffentliche Busse sind in dichtem Takt unterwegs. Sie werden neben den modernen Metro- und Trambahnlinien gern angenommen. Der öffentliche Nahverkehr stellt eine kostengünstige Variante zur Automobilität dar. Der Einzelfahrschein kostet 1,20 Euro, reduziert 0,60 Euro, die Tageskarte 4,00 Euro. Arbeitslose mit Bescheinigung haben zur Zeit, das ist eine echte Errungenschaft, Nulltarif, um weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können. Die Trambahnen 3, 4 und 5 haben weitestgehend ein „grünes Bett“. Das Gras wird bewässert, so dass es frisch grün wirkt. Die Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln ist erlaubt und wird auch genutzt.

Entlang der breiten Strassen sind breite Gehwege, doch in den engen Strassen gibt es oft nur schmale Gehsteige, wenn überhaupt. Das taktile Blindenleitsystem ist systematisch verlegt worden und fällt mit meist gelben, breiten Streifen und Noppenplatten auf. Die Überwege sind für Rollstühle und Kinderwagen abgesenkt. Die Barrierefreiheit hat deutlich erkennbar im öffentlichen Raum Priorität. Aufzüge zur Metro sind selbstverständlich.

Motorräder sind eine ganze Menge unterwegs. Abgestellt werden sie auf Gehwegen oder am Strassenrand.

Doch Fahrräder? Wenn ich mal ein Fahrrad neben dem drei- bis vierspurigen, rollenden Autoverkehr sah, wirkte das todesmutig und war eine Rarität. Abmarkierte Schutzstreifen sind nicht vorhanden.

Mal sah ich eine Gruppe mit Leihrädern am Akropolis-Museum vorbeiradeln. Auf den Promenaden am Meer wird auch vereinzelt Rad gefahren. Dort können auch Kinder ungestört vom Autoverkehr Radfahren lernen. In zwei Stadtteilen sah ich sogar einen extra beschilderten Rad-/Gehweg durch Grünzüge, durch schmale Grünstreifen. Für die Freizeit im Grünen gedacht. Er endete in beiden Fällen ohne Weiterführung, war eine gute Absicht, ein Anfang.

Das Verkehrsmittel Fahrrad ist nicht üblich. Radfahren im Alltag ist nicht üblich.

Es gibt eine ganze Reihe Fahrradgeschäfte, die gut ausgestattet sind. So beginnt vielleicht der langsame Einzug des Fahrrades in die stark umweltbelastete Metropole Athen.

Gisela Becker

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