Ein schöner Tag – Marburg von seiner besten Seite

Botanischer Garten / Schloßpark / Alter Botanischer Garten

 

Acer x zoeschenseAm letzten Sonntag hatte ich Glück, den Botanischen Garten bei trockenem Herbstwetter zu erleben und zu erlaufen. Die Sonne kam sogar aus dem Dunst hervor! Die Natur wirkte dadurch noch freundlicher, gut für das Gemüt. Die Farbenpracht der grünen, gelben, orangen und roten Blätter war enorm. Die Rosen zeigten ihre wunderbaren Herbstblüten. Hier und da rauschte ein Gewässer. Rotkehlchen sangen.

Gleich beim Eingang beginnt linker Hand ein sehr ausgedehntes Nadelholz-Arboretum mit wuchtigen stattlichen Bäumen. Rechter Hand steht das Tropenhaus. Auf einer Tafel werden die Landschaften und die Besonderheiten im Garten veranschaulicht. Es gibt – ganz spannend – Hügelgräber. Sie sind mit Gras überwachsen. Es gibt ein Rhododendren-Wäldchen. Es gibt eine Farnschlucht. Es gibt einen Frühlingswald, im Herbst ist dort am Boden wenig los. Es gibt ein sehr ausgedehntes Alpinum, ab Frühjahr wieder wegen der Blüten interessanter als jetzt im Herbst. Es gibt einen KeltenGarten und indianische Heilpflanzen. Es gibt nicht nur  e i n  Arboretum, sondern mehrere, am Rand der GartenAnlage gepflanzt, zum Beispiel mit Eichen, Linden, Pappeln, Ahorn, Buchen, und darunter jeweils unbekannteste Arten. Nach Ulmen habe ich mich umgeschaut, doch nicht gefunden. Ein weiterer Besuch steht also im nächsten Jahr an. Der Freundeskreis Botanischer Garten bietet Führungen und Vorträge an. Am 6.12. wird z.B. um 11 Uhr eine Rangerführung mit Regina Neu zum Thema „Welcher Baum ist das? Bäume erkennen im Winter“ angeboten.

Die Beschilderung im Garten ist ausgezeichnet. Es gibt im Gelände viele Sitzgelegenheiten und mehrere Toiletten.

Der Bus zum Botanischen Garten fährt ab Marburg Hauptbahnhof zu den UniKliniken und dann zum Botanischen Garten weiter. Im Sommer kostet er 4 Euro Eintritt (1. 4. – 31.10.2015), im Winter ist der Zutritt ins Freigelände kostenlos (wie ursprünglich).

Mehr zum Botanischen Garten der Philipps Universität hier

Schloßpark

Grimm-Dich-Pfad MarburgDas Landgrafenschloß auf dem Berg, das viele Jahre lang saniert wurde, lohnt den Besuch außen und innen. Zum Besuch der freigelegten Kasematten ist Anmeldung notwendig. Auch der Park drumrum, der viele alte,  hohe Bäume, große Rosenbeete und Ausblicke auf die Stadt bietet, ist einen Spaziergang wert. Es gibt eine hochgewachsene Kastanienallee. Der Stamm einer toten, alten Buche ist als Habitatbaum am Wege stehengeblieben. Viel Gemäuer ist im Park. Bänke laden zum Ausruhen ein. Der Aufstieg zum Schloß über Treppen oder die Fahrbahn mit Kopfsteinpflaster versetzt einen leicht in Vorzeiten. Ein übergroßer Roter Stöckelschuh auf einer Terrassenmauer soll im Rahmen des „GRIMM-DICH-PFAD“ an das Märchen „Aschenputtel“ erinnern, das die Gebrüder Grimm sammelten, die in Marburg Jura studierten. Es gibt in der Stadt 16 informative Stationen. An vierStationen kam ich beim Stadtspaziergang zufällig vorbei und fand die Gestaltung und Idee witzig.

Alter Botanischer Garten am Pilgrimstein

Marburg Alter BotGartenEin Riesen-Betonklotz wird am Rand des Botanischen Gartens errichtet für die Bibliothek. Optisch wird der Garten dadurch schwer beeinträchtigt. Der Freundeskreis Botanischer Garten hofft, daß keine Schäden im Park entstehen. Der Garten steht unter Denkmalschutz. Er hat einen wertvollen Baumbestand, einen Teich, Wiesen und einige Beete. Einige kleinere Universitätsbauten aus rotem Backstein wirken nicht benutzt. Im Park konnte ich eine Runde drehen. Vor allem waren HundebesitzerInnen dort unterwegs, unter denen ich mich weniger wohl fühle. Der Rundweg führt zur Zeit durch Bauzäune. Warum ist nicht ersichtlich. Auf dem Teich schwimmt der silberne Butt aus dem Märchen vom „Fischer und syner Fru“. Und außerdem eine lebendiges Pärchen Stockenten. Es kam aus der hintersten Ecke und steuerte mich neugierig an.

Die alte Silberweide am Teich hat einen gewaltigen Stamm mit vielen Schlupflöchern, Rissen und Astabbrüchen, ideal als Vogelquartier. Ein Pflanzjahr konnte ich nicht ablesen. Manche Bäume und Sträucher haben Namensschilder. Ein neugieriges Rotkehlchen besuchte mich an der Sitzbank.

Dem Alten Botanischen Garten ist ein sorgfältiger Umgang mit der Natur und der historischen Gestaltung zu wünschen. Wie lange kenne ich ihn schon? Bestimmt 30 Jahre von regelmäßigen Besuchen in Marburg.

Gisela Becker

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